Buttersäure-Angriff auf NS-Dokumentationszentrum in Köln
Unbekannte haben das NS-Dokumentationszentrum in Köln mit einer stinkenden Flüssigkeit verunreinigt. Die Polizei geht von einem Buttersäure-Angriff auf die Gedenkstätte aus.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Angriff auf Kölner NS-Dokumentationszentrum: Polizei geht von Buttersäure aus.
In der Nacht auf Freitag, den 16. Oktober 2026, haben Unbekannte das NS-Dokumentationszentrum (NS-DOK) am Appellhofplatz in Köln mit einer übelriechenden Flüssigkeit verunreinigt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung hatten am Freitagmorgen die Polizei gerufen, weil der Gestank in dem Gebäude unerträglich wurde. Die Polizei stellt inzwischen fest: Alle drei Eingangsbereiche wurden mit der Flüssigkeit attackiert, es handelt sich nach Einschätzung der Ermittler um einen Buttersäure-Angriff. Wegen des möglichen politischen Hintergrunds übernimmt der Staatsschutz.
Drei Eingänge, ein Gebäude — und sofort alles abgesperrt
Das NS-DOK ist kein gewöhnliches Museum, sondern Kölns zentrale Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus. Es sitzt im historischen EL-DE-Haus mitten in der Innenstadt. Dass ausgerechnet alle drei Zugänge des Gebäudes gleichzeitig mit der Flüssigkeit verunreinigt wurden, deutet für die Ermittler auf einen gezielten, geplanten Akt hin. Die Stadt hat das Zentrum wegen der Reinigungsarbeiten bis einschließlich Montag geschlossen. Am Dienstag soll die Gedenkstätte wieder regulär öffnen.
„Betroffen und wütend“ — die Reaktionen aus Stadt und Politik
Der Angriff hat in Köln sofort Wellen geschlagen. Am Freitagnachmittag versammelten sich rund 50 Menschen zu einer spontanen Kundgebung und Mahnwache vor dem Haus am Appellhofplatz — ein deutliches Zeichen, dass die Tat nicht unbeantwortet bleibt.
„Es macht mich betroffen, aber auch wütend. Denn es ist auch ein Angriff auf die heutige Arbeit des NS-DOK. Dieses leistet viel Aufklärungsarbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus.“
— Claudia Wörmann, Co-Vorsitzende des Fördervereins des NS-Dokumentationszentrums, im WDR
Wörmann sprach gegenüber dem WDR zudem von einem „Angriff auf die Erinnerungskultur“. Oberbürgermeister Torsten Burmester legte noch nach: Das NS-DOK sei „nicht irgendein Gebäude, sondern der Ort in Köln, an dem wir die Verbrechen des Nationalsozialismus erforschen, sichtbar machen und an die Opfer erinnern“ — die Tat damit ein Angriff auf das demokratische Selbstverständnis der Stadt.
Die Gedenkstätte lässt sich nicht verunsichern
Auch der Leiter des Zentrums, Henning Borggräfe, gab sich kämpferisch: „Ohne den polizeilichen Ermittlungen vorgreifen zu wollen, müssen wir den Vorfall als gezielten Angriff auf die Gedenkstätte und die Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus in Köln begreifen.“ Man verurteile den Angriff scharf, lasse sich davon aber nicht verunsichern.
Die Kölner Landtagsabgeordnete der Grünen, Berîvan Aymaz (Vizepräsidentin des NRW-Landtags), sprach von einem „feigen“ und „abscheulichen“ Angriff auf ihre Heimatstadt. Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus erstarkten, müssten solche Orte geschützt und gestärkt werden — sie seien „unverzichtbar für eine lebendige Erinnerungskultur und unsere demokratische Gesellschaft“.
Ein brisanter Abend liegt Stunden zurück
Auffällig ist der zeitliche Abstand: Donnerstagabend, also wenige Stunden vor der Tat, hatte im NS-DOK eine Podiumsdiskussion über die Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz stattgefunden. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist laut Polizei bislang unklar — und genau das wird der Staatsschutz jetzt zu klären versuchen.
Was das NS-DOK eigentlich macht
Wer zum ersten Mal vom Haus hört: Das NS-Dokumentationszentrum ist Museum, Archiv und Bildungsstätte in einem. Es sammelt und bewahrt Zeugnisse zur NS-Zeit, organisiert Ausstellungen und berät unter anderem Initiativen, die gegen Rechtsextremismus arbeiten. Wer die Gedenkstätte unterstützen will, kann sich an den Förderverein wenden — gerade jetzt, wo Schweigeminuten auf dem Platz vor dem Eingang stattfinden statt normaler Öffnungszeiten.
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