Bauen wird immer teurer: Der stärkste Preissprung seit drei Jahren
Die Baupreise in Deutschland steigen so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Besonders Dachdeckerarbeiten verteuern sich deutlich – und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Baupreise steigen so stark wie seit drei Jahren nicht mehr – was das für dich bedeutet.
Wenn du gerade mit dem Gedanken spielst, ein Haus zu bauen oder das Dach zu sanieren, dann ist diese Zahl erstmal ein Dämpfer: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im August um 5,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in seiner vierteljährlichen Auswertung mit. Ein größeres Plus gab es zuletzt im Sommer 2023 – damals waren es 6,3 Prozent. Noch im Mai hatte der Anstieg nur 5,0 Prozent betragen, von Mai auf August zogen die Baupreise also nochmal um 1,0 Prozent an. Alle Preisangaben beziehen sich auf Leistungen am Bauwerk samt Mehrwertsteuer.
Bauen wird damit nicht nur teurer, sondern teurer als fast alles andere: Die allgemeine Inflation (Verbraucherpreise) lag im selben Zeitraum bei 2,9 Prozent. Die Baupreise wachsen also fast doppelt so schnell wie die allgemeine Teuerung. Das bekommst du direkt zu spüren, sobald du ein Angebot von einer Handwerkerin oder einem Bauunternehmen einholst – und zwar nicht nur bei einem Gewerk, sondern querbeet.
Dachdecker schlagen am stärksten zu
Schaut man auf einzelne Gewerke, fällt die Verteilung deutlich auseinander. Dachdeckungsarbeiten verteuerten sich um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr – mit Abstand der höchste Wert unter den ausgewiesenen Posten. Es folgen Zimmer- und Holzbauarbeiten mit +7,2 Prozent und Erdarbeiten mit +6,1 Prozent. Rohbauarbeiten insgesamt lagen 5,4 Prozent über Vorjahresniveau, wobei Betonarbeiten (+4,3 Prozent) und Mauerarbeiten (+4,2 Prozent) die größten Einzelpositionen im Wohnungsbau sind. Ausbauarbeiten verteuerten sich im Schnitt um 5,7 Prozent, wobei das Statistische Bundesamt besonders Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen als Preistreiber in diesem Bereich nennt.
Was das für dich konkret heißt: Dacharbeiten lassen sich kaum aufschieben oder durch Eigenleistung ersetzen. Wenn Sturm oder Alterung dem Material zugesetzt haben, musst du handeln – egal, was die Rechnung am Ende zeigt.
Weniger Neubau, steigende Zinsen – und keiner baut
Die Preise sind allerdings nur die halbe Geschichte. In Deutschland werden deutlich weniger Wohnungen gebaut, als vor allem in Großstädten nötig wäre – stetig gestiegene Baukosten der vergangenen Jahre gelten dem Bericht zufolge als eines der Haupthemmnisse. Hinzu kommen gestiegene Bauzinsen, die für Zurückhaltung bei privaten Häuslebauern ebenso sorgen wie bei großen Investoren. Weniger Bauen bei gleichzeitig wachsendem Bedarf – diese Rechnung zahlen am Ende alle, die eine Wohnung suchen oder mieten.
Nicht nur am Wohnungsmarkt
Der Preisanstieg trifft längst nicht nur private Bauherren. Bürogebäude verteuerten sich im August ebenfalls um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gewerbliche Betriebsgebäude um 5,5 Prozent. Im Straßenbau kletterten die Preise sogar um 6,9 Prozent – ein Wert, der über öffentliche Aufträge am Ende auch bei dir als Steuerzahlerin und Steuerzahler ankommt.
Mehr Daten, mehr Tiefe
Die genauen Zahlen und Hintergründe findest du in der Originalmeldung im Manager Magazin.
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