109 VCE-Verdachtsfälle: Wie ein Schüler mitten in der Klausur mit ChatGPT aufflog
Ein australischer Schüler wurde dabei ertappt, wie er ChatGPT bei seiner VCE-Abschlussprüfung nutzte. Insgesamt 109 Prüflinge stehen in Victoria unter Betrugsverdacht – der Fall zeigt, wie KI den Druck an Schulen verändert.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert ChatGPT bei VCE erwischt: 109 Schüler in Australien unter Betrugsverdacht.
109 Verdachtsfälle an einem Prüfungsjahr – und ein Viertel mehr als 2024
Die Zahl der Schüler, die im australischen Bundesstaat Victoria beim zentralen Schulabschluss VCE (Victorian Certificate of Education) beim Schummeln auffielen, ist innerhalb eines Jahres um 25 Prozent gestiegen. Wie die Prüfungsbehörde Victorian Curriculum and Assessment Authority (VCAA) am Montag mitteilte, wurden 2025 insgesamt 109 Schülerinnen und Schüler wegen Betrugsverdachts untersucht – nach 87 im Jahr 2024. Damit erreichte die Zahl den höchsten Stand seit 2022, als 110 Vorfälle registriert wurden.
ChatGPT per Smartphone in die Klausur geschmuggelt
Unter den 109 Verdachtsfällen ragt ein Vorfall heraus, der den Zeitgeist trifft: Ein Schüler schmuggelte ein Smartphone in die Prüfung, lud sie in den Chatbot ChatGPT hoch und versuchte, die KI-generierten Antworten als eigene auszugeben. Eine aufmerksame Aufsichtsperson ertappte ihn, bevor er die KI-Texte abgeben konnte. Der Schüler gab die Verstöße zu – als Strafe wurde seine Note herabgestuft.
Identische Fehler als gerichtsfester Beweis
In einem zweiten dokumentierten Fall kopierte ein Schüler die Antworten seines Tischnachbarn. Der Betrug flog erst auf, als Prüfer die beiden Klausuren Seite an Seite legten. Das Ergebnis: Nicht nur richtige, sondern auch eine ganze Reihe identischer falscher Antworten tauchten in beiden Arbeiten auf. Er bestritt die Vorwürfe – doch ein Gremium befand ihn des Betrugsversuchs für schuldig. Auch ihm wurden Punkte abgezogen.
188 Regelverstöße insgesamt – Abschreiben führt die Liste an
Die 109 Betrugsuntersuchungen sind nur ein Teil des Bildes. Insgesamt prüfte die Behörde 188 mutmaßliche Regelverstöße im Prüfungsjahr 2025. Die mit Abstand häufigste Kategorie war das Kopieren oder der Betrugsversuch: 41 Ermittlungen, nach nur acht im Jahr zuvor. Die Nutzung von Mobiltelefonen folgte mit 31 Untersuchungen (2024: 19). Weitere Vorwürfe betrafen unerlaubte Notizzettel, den Kontakt zu anderen Schülern sowie das Weiterschreiben nach Ende der Bearbeitungszeit.
Von der Verwarnung bis zum Punktabzug
Was den ertappten Schülern blüht, hängt vom Einzelfall ab. 2025 erhielten 37 von ihnen eine administrative Verwarnung, 13 wurden ermahnt. 15 Fälle landeten vor einem Überprüfungsgremium. Gegen 44 Schüler, die gegen Prüfungsregeln verstoßen hatten, wurde am Ende keine Maßnahme ergriffen. Bei schwerwiegenden Verstößen sieht das Regelwerk der Behörde vor, dass ein Gremium tagt und eine formelle schriftliche Verwarnung oder eine Strafe wie den Abzug von Punkten verhängt.
Wie die Behörde Schummlern auf die Spur kommt
Die VCE-Prüfungen sind nicht ohne Vorkehrungen gegen Täuschung. Die Sitzordnungen der Prüfungsräume werden bei den Administratoren registriert, damit Verdachtsfälle kreuzweise überprüft werden können. Aufsichtspersonen begleiten Schüler zudem bei Toilettenpausen und warten vor der Tür – zwei Details, die zeigen, dass die Behörde schon vor der KI-Ära auf geschlossene Bedingungen setzte.
Prüfungsphase läuft noch – Englisch steht als Nächstes an
Der Prüfungszeitraum für die VCE läuft bereits seit Anfang Oktober, unter anderem mit den Sprachfächern. Für die meisten Schülerinnen und Schüler steht als nächste große Klausur Englisch auf dem Plan – sie wird am kommenden Dienstag geschrieben.
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