Alkohol im Reichstag: Angetrunkene AfD-Mitarbeiter geraten aneinander
Zwei angetrunkene AfD-Mitarbeiter haben sich in der Nacht im Foyer des Reichstagsgebäudes gestritten. Die Frankfurter Rundschau ordnet den Vorfall als erneuten Aufruhr der Partei im Parlament ein.
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„Klingenduell und fliegende Fäuste" direkt neben dem Reichstag
Es war kurz vor Mitternacht, als im Jakob-Kaiser-Haus die Ruhe endete. Nach Angaben aus Kreisen der Bundestagsverwaltung gerieten am späten Mittwochabend zwei unter Alkoholeinfluss stehende Mitarbeiter von AfD-Abgeordneten im Foyer des Bürogebäudes aneinander. Was als Streit begann, endete laut Spiegel in einer Prügelei – die Rede ist von einem „Klingenduell und fliegenden Fäusten".
Der Schauplatz hätte kaum symbolträchtiger sein können: Das Jakob-Kaiser-Haus liegt direkt neben dem Reichstagsgebäude, tagsüber herrscht dort reger Betrieb, weil viele Abgeordnete hier ihre Büros haben. Nachts ist es für gewöhnlich still – doch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag blieb es nicht still. Die Frankfurter Rundschu beschreibt die Stimmung im Foyer als „alkoholgeschwängert". Ringsum hängen unter der Decke Ruderboote – Teil der Installation „Auf und Ab und Unterwegs" von Christiane Möbus. Inmitten dieser Kunst eskalierte der Streit zwischen den beiden Mitarbeitern.
Polizei rückte 20 Minuten später aus – Anzeige von Amts wegen
Gegen 23 Uhr begann der Vorfall, gegen 23.20 Uhr sei nach Spiegel-Angaben die Bundestagspolizei ausgerückt, um die Lage zu schlichten. Die Beamten gingen dem Bericht zufolge bei der Schlägerei dazwischen. Danach erstattete die Behörde von Amts wegen Anzeige – niemand musste selbst Strafanzeige stellen, weil die Polizei den Vorfall als solchen wertete und selbst handelte.
Konkretere Details? Fehlanzeige. Die Pressestelle des Bundestags hält sich bedeckt: „Zu etwaigen Vorgängen der Bundestagspolizei mit Bezug zu konkreten Personen erteilt die Bundestagsverwaltung grundsätzlich keine Auskünfte." Auch die AfD-Bundestagsfraktion reagierte auf Anfrage zurückhaltend – man prüfe den Fall, lägen aber bislang keine Informationen vor.
Schon wieder sorgt die Partei für Aufruhr – diesmal im deutschen Parlamentsgebäude.
Mit dieser Formulierung ordnet die Zeitung den Vorfall in eine Reihe von Eklats ein, die der AfD in den vergangenen Jahren zugeschrieben werden. Der eigentliche Parlamentsbetrieb lief dem Bericht zufolge ohne erkennbare Störung weiter.
Wenige Tage später: Mensur in Nordrhein-Westfalen
Der Vorfall im Bundestag ist nicht der einzige Gewaltausbruch in der Partei innerhalb kurzer Zeit. Am Samstag danach – nur wenige Tage später – seien zwei AfD-Politiker aus Nordrhein-Westfalen wie geplant zur Mensur angetreten, schildert die Deutsche Presse-Agentur. Der Kölner AfD-Ratsherr Matthias Büschges und sein Düsseldorfer Rivale Jeremy Franosch hatten sich vor einigen Tagen auf einer Veranstaltung „gefetzt", dem Vernehmen nach ebenfalls unter Alkoholeinfluss. Sie kündigten daraufhin ein Duell an – und lieferten es.
„Wir haben miteinander gefochten", sagte Büschges den Angaben zufolge. Bei der Mensur handelt es sich um einen Fechtkampf zwischen Mitgliedern von Studentenverbindungen – ein Brauch, der normalerweise nicht in der Tagespolitik auftaucht. Dass ausgerechnet zwei Funktionäre des AfD-Landesverbands Nordrhein-Westfalen diesen Weg gehen, passt zum Bild: Der Landesverband gilt seit einer Eskalation im Juli dieses Jahres als zerstritten.
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