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Nach Tankrabatt-Ende: Bilger will Direktzahlungen für Bus und Taxi

Der Tankrabatt gilt nur noch bis Jahresende. Verkehrsminister Bilger plant unterdessen weitere gezielte Entlastungen – vor allem für Busunternehmen und Taxifahrer – und arbeitet an einem Mechanismus für Direktzahlungen.

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Noch bis Ende Dezember 2026 gilt der sogenannte Tankrabatt – dann ist Schluss mit dem pauschalen Preisnachlass an der Zapfsäule. Was danach kommt, hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) am 17. Oktober 2026 skizziert: gezielte Entlastungen für Branchen mit hohem Kraftstoffbedarf statt einer flächendeckenden Preissenkung für alle.

„Es war richtig, angesichts der anhaltenden Belastung durch die hohen Spritpreise noch mal eine Entlastung zu beschließen", sagte Bilger der Augsburger Allgemeinen. Er plädiere dafür zu prüfen, „wie wir besonders betroffene Gewerbe wie Busunternehmen, Taxifahrer oder Fuhrunternehmer gezielt entlasten können, wenn die Preise so hoch bleiben". Konkrete Summen, Zeitpläne oder ein Starttermin nannte er nicht.

Direktzahlungen statt Rabatt an der Zapfsäule

Die Bundesregierung arbeitet nach Bilgers Angaben parallel an einem Mechanismus für Direktzahlungen an die Bürger. Das Prinzip: Geld fließt direkt an die Betroffenen, statt über eine pauschale Senkung des Spritpreises alle zu subventionieren.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) machte am Freitag im ARD-Interview der Woche klar, wie sie sich das vorstellt: „Hier ist der Direktzahlungsmechanismus, der über das Bundesamt für Steuern ausgeben werden kann, der richtige Hebel", sagte sie. Damit ließen sich besonders betroffene Gruppen zielgenau erreichen – eben jene Branchen, die unter dauerhaft hohen Kraftstoffkosten leiden.

Für dich als Privatperson heißt das: Eine flächendeckende Entlastung über den Literpreis ist mit diesem Modell erst einmal nicht mehr vorgesehen. Die Hilfe konzentriert sich auf die Profis unter den Vielfahrern – Busflotten, Taxis, Spediteure – und nicht auf alle, die nur gelegentlich tanken.

Mehrwertsteuer als zweiter Hebel – Preisdeckel bleibt umstritten

Reiche brachte zugleich eine Änderung des EU-Rechts ins Gespräch, um die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel senken zu können. Das wäre ein anderer Hebel als die Direktzahlung, würde aber ebenfalls voraussetzen, dass die europäischen Regeln angepasst werden.

Beim Spritpreisdeckel bleibt Reiche auch nach dem Koalitionsbeschluss, einen solchen einzuführen, skeptisch. Ende Oktober will sie mit der Mineralölbranche, Gewerkschaften und den Bundesländern über das weitere Vorgehen beraten. Reiche hatte zuletzt zudem vor Engpässen bei Diesel, Kerosin und Benzin aus dem Nahen Osten gewarnt.

Was Bilger im selben Interview noch zur Sprache brachte

Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen warb Bilger außerdem für eine höhere Beimischung von Biokraftstoffen. „Zurzeit setze ich mich mit meinem französischen Amtskollegen dafür ein, dass wir die Beimischung von Biokraftstoffen erhöhen. Da gäbe es beispielsweise E20 an den Zapfsäulen", sagte er. Mit einem höheren Bioethanol-Anteil könne zudem die Abhängigkeit von Ölimporten verringert werden.

Den deutsch-französischen Vorstoß, das für 2035 geplante EU-Verbot für neue Verbrennungsmotoren abzuschwächen, verteidigte der Verkehrsminister ebenfalls. Demnach soll das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen ab 2035 von 100 auf 90 Prozent sinken, ein Ausgleich für die verbleibenden zehn Prozent soll nicht mehr erforderlich sein. Während Deutschland beim Ladenetz für E-Autos weit vorangekommen sei, hätten andere europäische Länder noch erheblichen Nachholbedarf – ein vollständiges Verbrenner-Verbot würde zudem der deutschen Automobilindustrie schaden, weil der Umstieg auf Elektromobilität in vielen Exportländern länger dauere. Die Pläne müssen nun auf europäischer Ebene durchgesetzt werden.

Bis all das unter Dach und Fach ist, gilt der Tankrabatt unverändert weiter. Erst mit Ablauf des Jahres endet die seit Anfang Oktober laufende Maßnahme.

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