Trump lädt nach, Selenskyj steht unter Druck
Trump wirft Selenskyj vor, den Krieg zu verlängern. Eine Analyse der Frankfurter Rundschau zeigt, wie Starlink-Zugang, ein Diesel-Deal mit Russland und eine Sanktionspause das US-ukrainische Bündnis unter Druck setzen.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Trump gegen Selenskyj: Starlink-Streit, Diesel-Deal und Sanktionspause – das Bündnis wackelt.
Washington D.C./Kiew. Am Sonntag, dem 19. Oktober 2026, hat US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung verteidigt, den Druck auf Russland zu lockern – und gleichzeitig dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, den Krieg zu verlängern. In einem langen Beitrag in den sozialen Medien lobte Trump Russland dafür, den Weltmarkt mit Diesel zu versorgen, und erklärte, Selenskyj „will diesen Krieg nicht beenden und wollte es wahrscheinlich nie". Eine Einordnung, die zuerst bei der Washington Post erschien und über die Kooperation mit IPPEN.MEDIA auch in deutscher Sprache vorliegt.
Starlink-Drosselung: Vorwurf gegen die US-Regierung
Den aktuell schärfsten Konflikt markiert die Frage, ob Washington die Leistung des Starlink-Satelliteninternets für die Ukraine künstlich gedrosselt hat. Selenskyj sagte am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press", die US-Regierung habe die Entscheidung getroffen, den Zugang seines Landes einzuschränken, was die Kriegsführung erschwere. Starlink, ein Unternehmen von Trumps Verbündetem Elon Musk, spielt nach Angaben der Analyse eine entscheidende Rolle bei ukrainischen Militäreinsätzen, darunter beim Einsatz internetgestützter Abfangdrohnen.
„Natürlich kam die Botschaft von der Regierung. Ich weiß nicht, von wem, aus welchem Kabinett", sagte Selenskyj. „Das ist die Meinung unserer Generäle, unserer Regierung und natürlich auch meine Meinung …, dass es eine Botschaft der amerikanischen Regierung war, die Geschwindigkeit zu drosseln." Trump wies jede Beteiligung zurück: „Ich weiß nicht, ob es irgendjemand war, aber ich war es nicht, und ich glaube auch nicht, dass es Elon war", sagte er am Freitag vor Reportern. Außenminister Marco Rubio wiederholte das Dementi: „Niemand hat angeordnet, die Starlink-Geschwindigkeit zu drosseln. Es ist irgendwie passiert."
Diesel-Deal: Trump wirft Selenskyj Marktmanipulation vor
Auf Truth Social richtete Trump seinen Zorn am Sonntag gegen ukrainische Angriffe auf russische Dieselraffinerien. Die Ukraine nehme diese Anlagen ins Visier, „obwohl sie weiß, dass diese Angriffe die weltweiten Dieselmärkte, auch die in den Vereinigten Staaten, ernsthaft schädigen". Russland hingegen „schickt zu einem niedrigen Preis Millionen Barrel Diesel in die Welt". „Selenskyj ist das egal", schrieb Trump. In dieselbe Richtung geht eine Vereinbarung, die Trump in diesem Monat angekündigt hatte: Demnach soll Russland Diesel auf den Weltmarkt liefern.
Sanktionspause per Erlass – Kritik aus Trumps eigener Partei
Mehrere Abgeordnete kritisierten einen Erlass, den Trump am Freitagabend unterzeichnet hat und der ein umfassendes Sanktionspaket gegen Russland aussetzt. Die Sanktionen – Grundlage ist ein Gesetz, das nach dem verstorbenen Senator Lindsey Graham (Republikaner, South Carolina) benannt ist – sollten am Sonntag wirksam werden. Senatorin Darline Graham, seine Schwester, sagte, sie hätte den wirtschaftlichen Druck auf Moskau lieber aufrechterhalten: „Ich persönlich würde den Druck auf Russland aufrechterhalten, weil ich Putin nicht traue und Russland nicht traue." Dass Trump den Kurs trotz der Kritik aus den eigenen Reihen hält, hängt auch mit demTiming zusammen: Weniger als drei Wochen vor den Zwischenwahlen sorgen sich Wähler um steigende Kosten – ein Spagat zwischen Friedensversprechen und Preissenkungen.
Was das für dich bedeutet
Für dich heißt das: Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew ist nicht erst seit diesem Wochenende angespannt – schon zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit kam es im Oval Office zu einer Konfrontation mit Selenskyj. Doch der Krieg dauert nach Russlands umfassender Invasion inzwischen im fünften Jahr an, und die USA galten gemeinsam mit europäischen Verbündeten als Stütze der Ukraine. Dass Trump öffentlich Druckmittel gegen Kiew ins Spiel bringt und parallel Russland beim Weltmarkt-Diesel den Rücken stärkt, verschiebt diese Linie erkennbar. Selenskyj formulierte es so: Wenn sich die USA auf die Seite Russlands stellten, wäre das „ein historischer Fehler und eine große Tragödie". Über Trump sagte er: „Wir wollen ihm vertrauen, und ich hoffe, dass er seine Entscheidungen ändern wird."
Wer den Text geschrieben hat
Die Analyse stammt von Cleve R. Wootson Jr., Korrespondent im Weißen Haus für die Washington Post, und Sammy Westfall, Reporterin im International Desk. Erschienen ist sie zuerst am 19. Oktober 2026 auf Washingtonpost.com und steht im Rahmen einer Kooperation in Übersetzung bei den IPPEN.MEDIA-Portalen zur Verfügung.
Quelle: Frankfurter Rundschau
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