Russischer Helikopter zerstört? Warum die Ukraine mit diesem Video ein Problem hat

Die Ukraine behauptet, einen russischen Kampfhubschrauber per Drohne zerstört zu haben. Das Video zum Abschuss lässt jedoch Fragen offen – was bislang bekannt ist und was nicht.

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TVS News KI redaktionell betreut präsentiert Ukraine meldet zerstörten Kampfhubschrauber – doch das Video lässt Fragen offen.

Eine Drohne der 115. selbstständigen mechanisierten Brigade soll nach ukrainischen Angaben eine russische Mi-28NM abgeschossen haben – die Besatzung sei getötet worden. Das klingt nach einer klaren Erfolgsmeldung aus dem Krieg. Das Video, das diesen Erfolg beweisen soll, endet aber genau dort, wo die Antwort auf die entscheidende Frage erst beginnen würde.

Was im Video fehlt

Die ukrainische Militärwebsite Militarnyi hat den Angriff am 14. Oktober dokumentiert. Demnach steuerte eine FPV-Drohne des Flugabwehrbataillons Prybultsi den russischen Kampfhubschrauber an und ging in Abfangkurs. Kurz vor dem möglichen Aufprall bricht die Aufnahme ab – ein Einschlag, ein Absturz oder eine Explosion ist nicht zu sehen. Die gemeldete Zerstörung lässt sich anhand dieser Sequenz nicht bestätigen, schreibt die Website selbst. Bis dahin ist es also eine Behauptung mit unvollständigem Bildbeweis.

Zwei Orte, ein Vorfall

Rechercheure, die öffentlich zugängliches Material auswerten, verorteten den Angriff nahe dem Dorf Jasnosorenskoje im russischen Gebiet Belgorod, nicht weit von der ukrainischen Grenze. Am Ende des Videos wird allerdings ein Beitrag eines russischen Telegram-Kanals eingeblendet. Dieser meldet den Absturz eines Militärhubschraubers im Gebiet Woronesch – drei Besatzungsmitglieder getötet. Die beiden Ortsangaben passen nicht zusammen. Ob der Telegram-Beitrag tatsächlich denselben Vorfall beschreibt, ließ sich im Bericht von Militarnyi nicht klären.

Ein Muster, das sich wiederholt

Dass Bildmaterial bei Hubschrauberabschüssen Fragen offenlässt, ist in diesem Krieg kein Einzelfall. Bereits am 6. August 2024 traf eine ukrainische FPV-Drohne nach Angaben einer Quelle im Inlandsgeheimdienst SBU gegenüber der Zeitung The Kyiv Independent eine Mi-28 über dem Gebiet Kursk – gezielt wurde demnach der Heckrotor. Auch damals endete das veröffentlichte Video vor dem Ergebnis. Der russische Militärblogger Alexej Semzow berichtete seinerzeit, der Hubschrauber sei zur Landung gezwungen worden; die Besatzung habe überlebt, die Maschine sei zur Reparatur gebracht worden.

Diesmal vom Wasser aus

Einen anderen Weg ging der ukrainische Militärgeheimdienst HUR am 31. Dezember 2024: Vor dem Kap Tarchankut an der Westküste der Krim zerstörte eine Überwasserdrohne vom Typ Magura V5 nach eigenen Angaben eine russische Mi-8, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Am 2. Januar 2025 korrigierte der Geheimdienst seine Bilanz: zwei Mi-8 zerstört, eine dritte Maschine habe beschädigt landen können – so die ukrainische Nachrichtenwebsite Ukrajinska Prawda unter Berufung auf die aktualisierten Angaben des Dienstes. Anders als beim jetzigen Vorfall kamen damals schwimmende Drohnen als Träger von Flugabwehrraketen zum Einsatz – nicht FPV-Drohnen aus der Luft.

Was am Ende bleibt

Eine Drohne, eine Brigade, eine Maschine vom Typ Mi-28NM – und ein Video, das die entscheidende Sekunde nicht zeigt. Dazu zwei Ortsangaben, die nicht zusammenpassen. Wer den Erfolg bewerten will, wartet am besten auf eine unabhängige Einordnung. Bis dahin ist Skepsis in diesem Krieg keine Parteinahme, sondern journalistisches Handwerk – besonders dann, wenn der Beweis mit der Behauptung nicht Schritt hält.

Quellen

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