China gegen USA: XPeng NGP trifft in Paris auf Tesla FSD
Anlass Mondial de l'Auto 2026: XPeng zeigt in Paris sein autonomes Fahrsystem NGP. Numerama hat es direkt mit Tesla FSD verglichen.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert XPeng fordert Tesla heraus: NGP-Demo in Paris im direkten Vergleich mit FSD.
Eine Stunde, eine Schleife durch Paris, kein einziger Tritt auf die Pedale: So sieht der erste öffentliche Praxistest des XPeng NGP aus, den das französische Techmedium Numerama am Sonntag, den 11. Oktober 2026 — einen Tag vor der Eröffnung des Mondial de l'Auto — nahe dem Quai de Grenelle mitfahren durfte. Der chinesische Hersteller ist damit nach Tesla erst die zweite Marke, die in Paris öffentlich hochautomatisiertes Fahren demonstriert.
Was unter der Haube steckt — und warum nicht jeder XPeng mitfährt
Als Testwagen dient der neue L03, das Einstiegsmodell der Marke. Allerdings nicht in jeder Variante: Nur die Ultra-Ausführungen zum Preis von 42.990 € und 46.990 € bringen die nötige Rechenleistung mit. An Bord sitzen zwei hauseigene Turing-Chips mit je 750 TOPS, zusammen also 1.500 TOPS — rund 1,5 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Die günstigeren L03-Versionen für 34.990 € und 37.990 € bleiben außen vor. Vom Rest der XPeng-Palette ist neben dem L03 Ultra nur das neue Flaggschiff G9L (am 12. Oktober in Paris offiziell vorgestellt) für NGP geeignet. G6, G9 und P7+ ziehen den Kürzeren — ihnen fehlt schlicht die Rechenpower. Anders als Tesla bei seinen älteren HW3-Fahrzeugen verspricht XPeng keine abgespeckte Version des Systems, sondern benennt die Lücke offen.
Kameras plus Radar — der Mittelweg zwischen Tesla und BYD
Sensorisch geht XPeng einen anderen Weg als das US-Vorbild. Statt der Tesla-Philosophie „Vision Only" setzt der L03 auf 12 „Hawk Eye Vision"-Kameras und 12 Radargeräte, die rund ums Fahrzeug verteilt sind. BYD geht noch weiter und packt zusätzlich LiDAR oben drauf. Ausgewertet werden die Daten vom KI-Modell VLA 2.0, das seine Power aus den zwei Turing-Chips zieht.
Im Cockpit bleibt ein Aufpasser, die Füße aber still
Während der Demo sitzt verpflichtend ein Supervisor hinter dem Steuer. Die Regel für den ersten öffentlichen Test: Hände lose, Augen auf. In dieser Version verlangt das System allerdings, das Lenkrad regelmäßig leicht zu berühren. In der Serienversion, so bestätigt XPeng gegenüber Numerama, kannst du die Hände komplett vom Steuer lassen. Die Füße hat der Supervisor während der ganzen, fast einstündigen Schleife ohnehin nicht benutzt.
Die Szenarien, die im Auto beeindrucken
Kurz nach dem Start eine erste Kreuzung: Blinker setzen, sauber am Dreifach-Signal positionieren, links abbiegen. Dann eine Engstelle — zwei Busse stehen mit Warnblinker auf ihrer Spur und blockieren den Weg. Die XPeng schiebt sich Zentimeter-genau zwischen entgegenkommende Autos und die Busflanken. Das System kennt seine Fahrzeugmaße und weiß, ob es passt — etwas, das menschliche Fahrer in solchen Momenten regelmäßig falsch einschätzen.
An einer späteren Kreuzung kommen mehrere Hindernisse zusammen: Ein Lieferwagen versperrt die rechte Spur (wohin du abbiegen willst), gleichzeitig steht ein Auto mitten auf der Kreuzung mit Linksabbiegerwunsch. Die XPeng schlängelt sich vorbei, bremst dann für Fußgänger — und behält einen Radler im Blick, der im toten Winkel stand und im letzten Moment lossprintete. In einer weiteren Situation überholt ein Wagen rechts in einer Kreuzung, was ein Fahrer meist zu spät sieht. Das System erkennt es rechtzeitig.
Auch in Baustellenbereichen mit verwirrendem Markierungsbild bleibt das System laut Numerama souverän. Die Einschätzung der Umgebung sei „bluffend", der Umgang mit Fußgängern an Überwegen „vorbildlich höflich".
Die eine Szene, in der NGP zögert
Ein Bus, doppelt geparkt, Türen offen. Ein Passagier steigt aus und tritt ohne Blick auf die Straße. Die XPeng erkennt die Situation, bremst aber nicht stärker als nötig — obwohl die offene Bustür ein früheres Warnsignal gewesen wäre. Das ist laut Numerama die einzige Szene, in der dem System mehr Vorsicht gut getan hätte.
Der Vergleich mit Tesla FSD: vorsichtiger, aber ohne Schnitzer
Beide Systeme ordnen sich auf der gleichen Stufe L2++ ein: Das Auto übernimmt die Fahrt von Tür zu Tür auf allen Straßentypen, der Mensch bleibt per Innenraumkamera überwacht. Im direkten Vergleich wirkt das XPeng-System vorsichtiger als Teslas FSD. Beim Anfahren an einer grünen Ampel lässt NGP einen kurzen Moment verstreichen, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer voraus ist. Und beim Tempolimit macht XPeng keine Ausnahme: Anders als beim FSD gibt es keinen Schalter, der das System auf das Tempo des fließenden Verkehrs anhebt — was in manchen Ländern genau der Knackpunkt an Teslas Lösung ist.
Wann kannst du NGP selbst nutzen?
XPeng hofft auf eine Homologation Anfang 2027, abhängig vom Stand der europäischen Regulierung. XPeng war beim Mondial de l'Auto ohnehin prominent vertreten: Emmanuel Macron hatte den Hersteller mit rund einem Dutzend weiterer Akteure zum Runden Tisch über autonomes Fahren geladen. Fest steht bereits das Geschäftsmodell: NGP wird es als Abo geben, nicht als einmalige Option. Was das monatlich kostet, hat XPeng noch nicht verraten.
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