Bamf lehnt öfter ab: Warum Asylklagen jetzt wieder länger dauern
Nach Jahren der Beschleunigung steigt die Dauer der Asylklageverfahren in Deutschland wieder. Während Sachsen das Schlusslicht ist, arbeitet Rheinland-Pfalz am schnellsten. Gründe liegen nach Angaben der Linken auch in der BAMF-Praxis bei Herkunftsländern wie Iran und Afghanistan.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Asylklagen dauern wieder länger – Sachsen ist Schlusslicht.
Wenn ein Asylantrag in Deutschland abgelehnt wird und die Betroffenen klagen, müssen sie sich nach Jahren der Beschleunigung wieder auf deutlich mehr Geduld einstellen. In Sachsen dauern die Verfahren am längsten, in Rheinland-Pfalz gehen sie am schnellsten.
Datengrundlage ist eine Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger. Demnach steigt die durchschnittliche Dauer der Klageverfahren gegen Asylentscheidungen wieder an, nachdem sie zuvor mehrere Jahre gesunken war.
Für die Betroffenen, die ohnehin in einer belastenden Phase stecken, bedeutet das eine zusätzliche Hängepartie: Zwischen ablehnendem Bescheid, Gerichtsverhandlung und Urteil vergehen je nach Bundesland sehr unterschiedlich viele Monate.
Warum ausgerechnet Sachsen heraussticht
In Sachsen ziehen besonders viele Geflüchtete aus Venezuela vor Gericht. Das Land ist bei der Dauer der Asylklageverfahren das Schlusslicht im Bundesvergleich. Wie groß der Abstand zu den anderen Ländern konkret ist, geht aus den vorliegenden Daten nicht eindeutig hervor – fest steht nur, dass die Verfahren dort deutlich mehr Zeit beanspruchen als anderswo.
Bemerkenswert ist auch der Blick ins andere Ende der Skala: Rheinland-Pfalz arbeitet die Klagen am zügigsten ab. Der Ländervergleich macht damit eine enorme Spreizung sichtbar – während manche Länder ihre Verfahren zügig entscheiden, brauchen andere wesentlich länger.
Was die Linke als Ursache sieht
Clara Bünger sieht einen konkreten Grund für die längeren Verfahren. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) habe 2025 vermehrt Geflüchtete aus Ländern abgelehnt, in denen sich die Menschenrechtslage eher verschlechtert habe.
Das betraf etwa die Herkunftsländer Iran, Russland, Afghanistan und die Türkei.
Je komplexer die Bewertung der Sicherheitslage in den Herkunftsländern ausfällt, desto aufwendiger ist auch die gerichtliche Prüfung. Das schlägt sich in den Akten nieder – und in der Wartezeit für die Betroffenen.
Was das für Asylsuchende bedeutet
Wer aktuell klagt, plant je nach Bundesland mit deutlich unterschiedlichen Zeitspannen. Wer in Sachsen wohnt, braucht besonders viel Geduld; wer seinen Fall in Rheinland-Pfalz verhandelt sieht, hat die besseren Karten. Die Linke wertet die Entwicklung als Zeichen dafür, dass die Beschleunigungspolitik der vergangenen Jahre an ihre Grenzen stößt, sobald die Ausgangslage in den Herkunftsländern komplizierter wird. Welche Schlüsse die Bundesregierung aus der Antwort auf Büngers Frage zieht, blieb zunächst offen.
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