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Microsoft auf der Boykott-Liste: So erklärt „Big Walk"-Studio House House seine Entscheidung

Das australische Studio House House hat seinen Co-Op-Hit „Big Walk" nicht für Xbox veröffentlicht – und nennt jetzt den Grund: ein Boykott gegen Microsoft wegen dessen Haltung im BDS-Kontext.

3 Min. Lesezeit
Microsoft auf der Boykott-Liste: So erklärt „Big Walk"-Studio House House seine EntscheidungAI MODIFIED

TVS News KI redaktionell betreut präsentiert Boykott statt Release: Warum „Big Walk" nie auf der Xbox erscheinen wird.

Über eine Million verkaufte Exemplare in der ersten Woche, ein Metacritic-Score von 91, eine 9/10 im IGN-Review – „Big Walk" ist ein Hit. Nur nicht auf einer Plattform: Die Xbox-Version fehlt. Und das ist kein Versehen. Das australische Studio House House hat jetzt selbst öffentlich erklärt, warum das Spiel auf Microsofts Konsole nicht erscheinen wird – und es ist weder ein Lizenzstreit noch ein technisches Problem.

Was House House genau gesagt hat

Das Studio, das zuvor mit „Untitled Goose Game" bekannt wurde, hat die Erklärung auf seiner Website und über Social-Media-Kanäle veröffentlicht. Wörtlich heißt es dort: „It has always been our intention for Big Walk to be played by groups of friends, and we know that keeping the game off Xbox runs counter to those intentions. This decision means that some people will miss out on playing Big Walk with their friends, and we understand the disappointment we're causing. We are disappointed too." Auf Deutsch: Man weiß, dass viele das Spiel nicht mit Freund:innen auf Xbox werden spielen können – und man bedauert das ausdrücklich selbst.

Die Bedingung für eine Kehrtwende ist klar formuliert: Erst wenn Microsoft und/oder Xbox von der Zielliste der BDS-Bewegung gestrichen werden, soll „Big Walk" auch auf Microsofts Plattform erscheinen. Den Entschluss rahmen die Entwickler:innen offen politisch: „with the belief that meaningful change can be made in the world, that coordinated collective action can confront even the most powerful interests, and that one day, Palestine will be free."

Warum ausgerechnet Xbox? Der Vorwurf hinter der BDS-Liste

BDS steht für „Boycott, Divestment, Sanctions" und beschreibt sich selbst als „palestinian-led movement for freedom, justice and equality", also eine palästinensisch geführte Bewegung für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit. Die Organisation führt eine Liste von Unternehmen, die ihrer Meinung nach Israel unterstützen – neben Xbox stehen dort auch Disney und Intel. Xbox wird von BDS laut IGN als „prioritäres" Boykottziel eingestuft, mit einer eigenen Kampagne, die Gamer:innen, Streamer:innen und Entwickler:innen zum Ausstieg aus Microsofts Gaming-Geschäft aufruft.

Der konkrete Vorwurf: Microsofts Partnerschaft mit Israel und dessen Gefängnissystem. Das Unternehmen stelle dafür seine Azure-Cloud und KI-Systeme zur Verfügung, die BDS zufolge „konsistent" zur „subjugation of Palestinians" eingesetzt würden. Die BBC hat bereits über Microsofts Zusammenarbeit mit der israelischen Regierung berichtet – laut IGN ein Thema, das auch innerhalb des Konzerns selbst für Proteste unter Mitarbeiter:innen gesorgt hat. Microsoft hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert; IGN hat beim Konzern um eine Stellungnahme gebeten, die noch aussteht.

Was BDS von Spieler:innen konkret verlangt

Die Bewegung macht es den Fans ziemlich genau vor: Game-Pass-Abos kündigen, große Microsoft-Franchises wie „Call of Duty" und „Candy Crush" boykottieren und generell keine Microsoft-Gaming-Produkte mehr kaufen. House House reiht sich mit „Big Walk" also nicht in einen stillen Branchen-Boykott ein, sondern in eine sehr sichtbare Mobilisierung, die direkt an dein Abo und deine Einkäufe appelliert.

Die Gegenrechnung, die du selbst aufmachen musst

Bevor du dir ein Urteil bildest, lohnt sich der Blick auf zwei Seiten. Pro BDS-Linie: Die Kooperation zwischen Tech-Konzernen und dem israelischen Staat ist tatsächlich belegt – die BBC hat berichtet, Mitarbeiter:innen bei Microsoft haben protestiert. Konkreter politischer Druck ist in solchen Konstellationen oft das einzige Mittel, das Organisationen wie BDS zur Verfügung steht.

Contra: „Big Walk" ist – und da ist sich die Kritik einig – ein richtig gutes Co-op-Spiel, in dem du gemeinsam mit Freund:innen durch eine offene Welt läufst und Rätsel löst. Eine Xbox-Version dafür zu verhindern, sperrt einen Teil der Community von etwas aus, das House House laut eigener Aussage genau dafür gebaut hat: gemeinsames Spielen. Die Entwickler:innen nennen das selbst „disappointing". Wer sich politisch positioniert, nimmt für Außenstehende immer auch Kollateralschäden in Kauf – hier sind es konkrete Spielabende.

Was am Ende für dich bleibt

Wenn du „Big Walk" spielen willst, brauchst du aktuell einen PC, eine PS5 oder eine Nintendo Switch 2. Das Spiel ist am 4. August (2026) auf diesen Plattformen erschienen und hat in unter einer Woche die Millionenmarke geknackt. Für Xbox gibt es keinen Release, solange Microsoft auf der BDS-Liste steht. Wann oder ob sich das ändert, dazu schweigen die vorliegenden Quellen. Microsoft selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Quellen

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