TraderTraitor im Visier? Binance-Hack über 6,3 Milliarden Dollar
Binance hat nach einem Hack über 6,3 Milliarden Dollar vorübergehend Auszahlungen gestoppt. Die Quellen nennen einen kompromittierten Laptop und eine mögliche Verbindung zur nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor.
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Bei Amazon ansehenTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Binance-Hack über 6,3 Milliarden Dollar: Was bedeutet der Angriff.
6,3 Milliarden US-Dollar – so hoch beziffert der Financial Times die Summe der Digital-Assets, die von einem Sicherheitsvorfall bei Binance betroffen sind. Der Bericht erschien am 30. Oktober 2026 um 00:37 GMT und war bei der Veröffentlichung eine Stunde alt. Binance hatte die Nachricht zuvor am Donnerstag mitgeteilt.
Damit könnte Binance nach den Angaben der Berichte den bisher größten Hack in der Geschichte der Kryptowährungen erlebt haben. Die Formulierung „könnte“ ist wichtig: Sie gehört zur Einschätzung der Berichterstatter und ist kein endgültiger historischer Vergleich. Der Abstand zum bisherigen Rekordfall ist allerdings deutlich. Der 1,5 Milliarden US-Dollar hohe Angriff auf die Börse Bybit aus dem Jahr 2025 wird durch die genannte Schadenssumme übertroffen.
Rund die Hälfte der Vermögenswerte wurde eingefroren
Etwa die Hälfte der betroffenen Assets konnte nach Angaben von Binance gesichert werden. Ein großer Teil blieb jedoch in den Händen der Angreifer. Damit war der Angriff nicht nur ein Zahlungsausfall für Kunden. Er留下一ufende Vermögenswerte, die noch verfolgt und zurückgewonnen werden müssen.
Binance erklärte zugleich, das Unternehmen werde alle Verluste decken. Für Kunden ist das eine konkrete Zusage der angegriffenen Börse. Gleichzeitig bleibt offen, wie die Mittel der Angreifer zurückgeführt werden können. Ari Redbord, Global Head of Policy bei TRM Labs, erklärte, die Bemühungen zur Verfolgung und Wiederherstellung seien weit davon entfernt, abgeschlossen zu sein.
Ein kompromittierter Laptop ermöglichte unautorisierte Auszahlungen
Die mögliche Eintrittspforte
Frühe Prüfungen sprechen dafür, dass der Laptop eines Ingenieurs kompromittiert worden war. Dadurch konnte ein Angreifer unautorisierte Auszahlungen vornehmen. Diese technische Einschätzung ist noch nicht so fest wie die bestätigte Schadenshöhe. Sie zeigt aber, dass der Vorfall nicht zwingend als Angriff direkt auf die zentrale Handelsplattform beschrieben werden muss.
Binance stoppte den Auszahlungsweg
Yi He, Mitgründer und Co-CEO von Binance, teilte in mehreren Beiträgen mit, dass die Auszahlungen vorerst deaktiviert bleiben, bis die Sicherheit der Umgebung bestätigt ist. Ihre Sicherheitsregel lautete: „Sicherheit zuerst.“ Konkret bedeutet das für Kunden: Guthaben lässt sich während des eingeschränkten Betriebs nicht wie gewohnt zurückholen.
Die Quelle nennt weder eine Dauer des Stopps noch eine Zahl der unmittelbar betroffenen Kunden. Belegt ist zum Stand des Berichts nur der aktuelle Zustand: Auszahlungen waren deaktiviert, während die Handelsplattform Binance.com vom Sicherheitsproblem betroffen war.
Zwei Analysefirmen bringen TraderTraitor mit dem Angriff in Verbindung
TRM Labs sieht Parallelen zum Bybit-Hack
Die KI-gestützte Untersuchungsfirma TRM Labs erklärte in einem Bericht, mehrere Elemente des Binance-Angriffs ähnelten früheren Vorfällen mit Bezug zu Nordkorea – darunter der Bybit-Hack von 2025. Redbord bezeichnete den Binance-Vorfall als einen „Wendepunkt“, der sich von allem unterscheide, was die Branche bisher gesehen habe.
Chainalysis nennt die Verbindung „hochkonfident“
Auch Chainalysis kam nach eigenen Angaben zu dem Ergebnis, dass die nordkoreanische Gruppe mit hoher Konfidenz an dem Hack beteiligt sei. Eric Jardine, Head of Research bei Chainalysis, forderte alle Börsen auf, wachsam zu bleiben, weil die Plattformen wegen des großen Wertes ihrer Assets attraktive Ziele für Hacker seien.
Die Zuordnung stützt sich damit auf zwei externe Analysen. Sie ist aber nicht als offizielle Bestätigung durch Binance zu verstehen. Das Unternehmen antwortete der BBC nicht direkt auf die Frage nach einer Verbindung zu Nordkorea. Es erklärte lediglich, mit seinen Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten, um die Identität der Täter zu klären und sie vor Gericht zu bringen.
2,4 Milliarden US-Dollar wurden von Tether und Circle eingefroren
Circle stoppte mehr als 800 Millionen US-Dollar
Circle, der Herausgeber und Mitgestalter der USDC, meldete, dass das Unternehmen mehr als 800 Millionen US-Dollar mit dem Vorfall verbundener Assets eingefroren habe. Jeremy Allaire sagte, Circle verfolge Berichte über einen möglichen Exploit bei Binance sehr aufmerksam.
Tether stoppte rund 1,6 Milliarden US-Dollar
Tether gab an, rund 1,6 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit dem möglichen Binance-Hack eingefroren zu haben. CEO Paolo Ardoino erklärte, der Schutz der Branche und ihrer Partner habe oberste Priorität. Zusammen meldeten die beiden Unternehmen nach den vorliegenden Angaben die Einfrierung von insgesamt etwa 2,4 Milliarden US-Dollar.
Auch World Liberty Financial, ein Kryptounternehmen mit Verbindungen zu US-Präsident Donald Trump und seiner Familie, erklärte, bei der Einfrierung gestohlener Mittel mit Partnern zusammengearbeitet zu haben. Diese Maßnahmen zeigen, wie schnell mehrere große Akteure auf den Alarm reagierten. Zugleich blieb der Abgleich zwischen der gesamten Schadenssumme und den tatsächlich gesperrten Vermögenswerten im Bericht offen.
Binance.US und Coinbase meldeten keine Beeinträchtigung
Der Vorfall betrifft Binance.com
Der Sicherheitsvorfall betraf ausdrücklich die globale Plattform Binance.com. Die deutlich kleinere Börse Binance.US, die Handelsdienstleistungen speziell für US-Bürger anbietet, erklärte, nicht von dem Problem betroffen zu sein.
Auch die große Kryptobörse Coinbase erklärte, sie sei nicht betroffen, und beobachte die Situation. Diese Abgrenzung verhindert, dass der Vorfall fälschlich auf jede Plattform mit dem Namen Binance oder auf den gesamten Kryptomarkt ausgedehnt wird.
Was Kunden und Anleger betrifft
Auszahlungen und Marktpreis
Für Kunden ist der Auszahlungsstopp die unmittelbarste Folge. Wer Krypto-Assets bei Binance.com hält, kann diese zum Zeitpunkt des Berichts nicht regulär zurückholen. Für Anleger kam zusätzlich ein Preisschock hinzu: Bitcoin fiel nach den Warnungen um mehr als 4 Prozent. Auch Ethereum und Solana gaben deutlich nach.
Die Größe von Binance
Der Vorfall betrifft eine besonders wichtige Plattform. Binance wurde 2017 in China gegründet und hat nach Unternehmensangaben weltweit mehr als 300 Millionen registrierte Nutzer. Das Unternehmen verwahrte bereits 2024 mehr als 160 Milliarden US-Dollar an Assets. Diese Größe erklärt, warum die Einfrierung durch Tether, Circle und weitere Partner unmittelbar zu einer Angelegenheit für die gesamte Branche wurde.
Ungeklärt bleibt, ob der Angriff den endgültigen historischen Höchstwert markiert. Sicher belegt sind derzeit die 6,3 Milliarden US-Dollar betroffenen Assets, die vorübergehend deaktivierten Auszahlungen, Binances Zusage zur Deckung aller Verluste und die Einschätzung zweier Analysefirmen, dass TraderTraitor dahintersteht.
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