Schiedsrichter-Notenrekord: Greift der VAR bald seltener ein?
Im „Kicker"-Notenschnitt erreichen die Bundesliga-Referees einen Rekordwert. Schiri-Boss Knut Kircher setzt auf weniger VAR-Eingriffe – was das für den Spieltag bedeutet.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Bundesliga-Schiris mit Bestnoten: VAR hält sich raus – und alle sind happy.
Du hast es beim Samstagabend-Bundesligaspiel vielleicht selbst gespürt: Die Spiele fließen wieder, die Schiedsrichter pfeifen mehr, sie diskutieren weniger im Ohrhörer, und am Ende einer Szene steht meistens ein klarer Pfiff – und nicht ein minutenlanger VAR-Marathon. Die Frankfurter Rundschau greift den Trend in einem Kommentar auf: Nach „Kicker"-Noten erreichen die Bundesliga-Referees einen Schnitt, den es so noch nie gab – besser als je zuvor. Die Überschrift bringt die Stimmung auf den Punkt: „VAR hält sich raus – und alle sind happy."
Was hat Knut Kircher mit dem VAR vor?
Der Architekt hinter dem neuen VAR-Kurs ist Knut Kircher. Der 57-Jährige ist Geschäftsführer der DFB-Schiedsrichter-GmbH und hat in der Vergangenheit klare Kante gegen übergriffige Videobeweise gezeigt. Im kicker-Interview sagt er zur aktuellen Eingriffsschwelle: „Die Linie mit dem VAR ist gut." Die Mopo zitiert ihn mit der Forderung, der VAR solle künftig „zurückhaltender eingesetzt" werden – und mehr Verantwortung solle wieder beim Unparteiischen auf dem Platz liegen. Kirchers Botschaft: Der Schiedsrichter ist kein Erfüllungsgehilfe eines Kölner Videokellers, sondern der Chef auf dem Rasen.
Was hat sich nach der WM konkret geändert?
Bei einer Sitzung der DFB-Schiedsrichter-GmbH mit Kircher und der „Kommission Fußball" der Bundesliga (vormals DFL) am Montag in Frankfurt wurden die Leitlinien für die neue Saison gezogen. Der kicker fasst die Beschlüsse zusammen: kein pauschaler Ecken-Check mehr, „Kid's mistakes" – also jugendliche Fehler ohne klare Auswirkung – sollen konsequent bestraft werden. FIFA-Referee Daniel Siebert stimmte gemeinsam mit den Verantwortlichen der DFB-Schiri GmbH und der Bundesliga-Gruppe die Unparteiischen auf die neue Linie ein. Die Sportschau hatte die Vorsaison noch als „turbulente Saison" mit „Haar im Abseits" und „folgenschweren Papierschnipseln" beschrieben – genau solche Bilder sollen seltener werden.
Wer profitiert – und wer verliert?
Wenn der VAR weniger eingreift, verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Ligainsider hat in einer Analyse nachgezeichnet, welche Klubs in der Vorsaison am stärksten von VAR-Entscheidungen profitiert haben – Borussia Mönchengladbach etwa bekam gleich viermal nachträglich einen Strafstoß zugesprochen und dazu einen anerkannten Treffer. Solche „Geschenke" werden in der neuen VAR-Diät seltener. Auf der anderen Seite stehen Klubs, denen strittige Tore per Video weggenommen wurden – auch deren Frust dürfte kleiner werden. Was bleibt, ist ein Spiel, das näher am Puls des Spielfelds entschieden wird.
Ist die VAR-Diät wirklich der Grund für den Notenrekord?
Die Frankfurter Rundschau stellt im Kommentar den Zusammenhang her: weniger VAR-Eingriffe, bessere Noten, alle zufrieden. Belegen lässt sich das nur indirekt – die „Kicker"-Noten spiegeln das Empfinden von Reportern und Experten wider, nicht eine objektive Fehlermessung. Auffällig ist die Korrelation trotzdem: Kaum zieht sich der VAR zurück, steigt das Ansehen der Referees. Die Mopo warnt indes vor einem Zuviel und titelt „Fußball von gestern", sollte Kircher den Hebel zu weit umlegen. Noch aber überwiegt offenbar die Zustimmung – bei Spielern, Trainern, Fans und nun auch in der Notenstatistik.
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