Netflix' 'Jenseits von Eden': Warum Cathy kein Monster mehr sein darf
Die Netflix-Serie 'Jenseits von Eden' macht Cathy zur Opfer-Figur statt zur Bösewichtin. Autorinnen und Zuschauerinnen finden: Das musste nicht sein.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Cathy als Opfer: Warum Netflix' 'Jenseits von Eden' Steinbecks Figur neu erfindet.
Die Frage klingt nach Feuilleton, ist aber handfest: Darf eine Frau in einer Literaturverfilmung das bleiben, was sie im Buch war — ein Monster? Genau darüber schreibt die spanische Tageszeitung El País in einem aktuellen Essay mit dem Titel "El derecho de una mujer a ser un monstruo" ("Das Recht einer Frau, ein Monster zu sein"). Aufhänger: die neue Netflix-Serie zu John Steinbecks "Jenseits von Eden".
Was Steinbeck-Fans bisher kannten
In Steinbecks Roman "East of Eden" — auf Deutsch "Jenseits von Eden" — ist Cathy Ames eine der ungewöhnlichsten Figuren der amerikanischen Literatur. Sie ist keine Antagonistin, die man am Ende überführt. Sie ist ein Mensch, der das Böse bewusst wählt und bei dieser Wahl bleibt. Das ist die Figur, die Generationen kennen und an der sich Generationen abarbeiten.
Was Netflix daraus macht
La versión en serie del clásico de John Steinbeck introduce una novedad: la gran villana clásica de la historia es, ahora, una mujer victimizada.
Auf Deutsch: Die Serienfassung führt eine Neuerung ein — die klassische große Schurkin der Geschichte ist jetzt eine Frau, die selbst zum Opfer gemacht wurde. Wie genau die Serie das umsetzt, welche Szenen dazukommen oder gestrichen werden, was Regie und Drehbuch aus Cathy machen — all das verrät der El-País-Teaser nicht.
Die Kritik, bevor die erste Folge läuft
Escritoras y espectadoras señalan que no era necesario.
Auf Deutsch: Autorinnen und Zuschauerinnen sagen — das musste nicht sein. Was genau sie stört, ob die Botschaft, die Mechanik, der Zeitgeist, in dem solche Anpassungen gerade entstehen — all das musst du im vollständigen Essay nachlesen. El País liefert die These, nicht die Auswertung.
Warum die Frage mehr ist als Geschmackssache
Es geht nicht darum, ob Netflix eine Figur moderner zeichnen darf. Das ist normales Handwerk einer Adaption. Es geht um die Diagnose, die El País der neuen Lesart mitgibt: Aus einer Figur, die das Böse wählt, wird eine Figur, die zum Opfer gemacht wurde. "Victimizada" — das ist nicht mehr Cathy, die handelt. Das ist Cathy, an der gehandelt wird. Damit verschiebt sich die Frage von Schuld und Verantwortung zu Trauma und Erklärung. Für eine Adaption, die einen Roman ernst nehmen will, ist das ein Eingriff, der sich erklären muss.
Was das für dich heißt
Wenn du mit dem Gedanken spielst, die Netflix-Serie zu schauen: Du betrittst keine Adaption, die Steinbecks Cathy einfach modernisiert. Du betrittst eine Version, die aus einer bewussten Täterin eine selbst verletzte Frau macht. Wie das auf der Leinwand trägt, was die Kritikerinnen, die El País zitiert, an der Verschiebung konkret stört — das bewerten andere Rezensenten vermutlich ausführlich, sobald die Folgen laufen. Was du jetzt schon mitnehmen kannst: Es gibt eine Debatte über die richtige Lesart dieser Figur, lange bevor die erste Folge zu Ende ist.
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