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Wie verliert man eine sichere Wahl? Ein Kreuz an der falschen Stelle

Weil er auf einem Formular das Kreuz an der falschen Stelle setzte, verlor AfD-Kandidat Andreas Bluhm in Cloppenburg den Sitz, der ihm sicher gewesen wäre – und ärgert sich gewaltig.

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Wie verliert man eine sichere Wahl? Ein Kreuz an der falschen StelleAI MODIFIED

TVS News KI redaktionell betreut präsentiert Falsches Kreuz: AfD-Kandidat verliert sicheren Sitz in Cloppenburg.

Neun Sitze hat die AfD bei der Stadtratswahl im niedersächsischen Cloppenburg gewonnen – besetzen kann sie nur fünf. Schon vor der Konstituierung fehlten Kandidaten. Nun kommt der zweite Dämpfer: Der direkt gewählte Andreas Bluhm hat seinen Sitz verloren, weil er auf einem Formular ausgerechnet das Feld angekreuzt hat, mit dem Mandatsverzicht erklärt wird. Die Stadtverwaltung bestätigte der »Nordwest-Zeitung«, der 66-Jährige habe »in einer fristgerecht eingereichten schriftlichen Erklärung sein Mandat abgelehnt«. Diese Entscheidung lässt sich demnach nicht widerrufen.

Was die Sache bizarr macht: Bluhm hätte gar nichts tun müssen, um in den neuen Stadtrat einzuziehen. Hätte er das Schreiben der Gemeindewahlleiterin einfach nicht ausgefüllt und zurückgeschickt, wäre die Wahl als angenommen gegolten. Stattdessen kreuzte er auf dem Vordruck den Verzicht an, unterschrieb die Erklärung und warf sie in die Post. Warum ihm dieser Fehler unterlaufen ist, kann er sich selbst nicht erklären.

»Mir wurde richtig schlecht, als ich das erfahren habe«

Dass er dem Gremium nun doch nicht angehört, erfuhr Bluhm erst am Dienstag – und die Reaktion fiel entsprechend deutlich aus. »Ich war ganz wild darauf, in den Stadtrat zu kommen«, sagte er der Zeitung. »Mir wurde richtig schlecht, als ich das erfahren habe. Ich ärgere mich gewaltig.« Für die AfD in Cloppenburg ist das ein herber Verlust: Im bisherigen Stadtrat bestand ihre Fraktion aus gerade einmal zwei Personen, bei der Wahl holte die Partei 22,29 Prozent der Stimmen – und hätte mit Bluhm einen weiteren Sitz dazubekommen.

Wie aus einem sicheren Sitz eine Absage wurde

Der Fall zeigt, wie eng Formalien und politischer Erfolg beieinanderliegen. Wer auf einem Vordruck der Gemeinde das falsche Feld ankreuzt, kann sich selbst aus der eigenen Wahl katapultieren – selbst wenn die Ausgangslage noch so klar scheint. Bluhms Panne wirkt wie die Fortsetzung einer Reihe kurioser Wahlpannen der jüngsten Zeit: Im Landkreis Leer mussten 27.500 Stimmzettel neu gedruckt werden, in Berlin ging ein Direktmandat versehentlich an die AfD statt an die CDU, und im Abgeordnetenhaus sorgte eine fehlerhafte Sitzverteilung für Wirbel um den Landeswahlleiter.

Was das für Cloppenburg bedeutet

Für die AfD heißt das konkret: Von neun gewonnenen Sitzen bleiben fünf besetzbare übrig – einer davon fällt durch Bluhms Fehler weg, vier weitere durch das generelle Defizit an aufgestellten Kandidaten. Die Konsequenz für Bluhm selbst ist endgültig: Die Stadtverwaltung stellt klar, dass die Erklärung fristgerecht eingereicht wurde und nicht zurückgenommen werden kann. Was bleibt, ist die Erkenntnis eines 66-Jährigen, der mit einem Handgriff auf einem Formular seinen Platz im Stadtrat verspielte – und das ausgerechnet an dem Vordruck, der ihm den Einzug ohne jedes weitere Zutun gesichert hätte.

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