Frauen an der Spitze: Wahl am 30. Januar 2027
Bislang haben zwölf Männer das Amt des Bundespräsidenten ausgeübt. Bei der Wahl am 30. Januar 2027 könnte erstmals eine Frau das Amt übernehmen – und womöglich zugleich eine zweite Frau das Amt der Bundeskanzlerin übernehmen.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Zwölf Männer, eine mögliche Wende: Wahl am 30. Januar 2027.
Die Wahl am 30. Januar 2027 könnte eine Frau erstmals an die Spitze des Bundespräsidialamts bringen. Bis heute haben zwölf Männer das Amt des Bundespräsidenten ausgeübt. Noch ist das Ergebnis der Wahl offen. Fest steht der Termin und die historische Ausgangslage: Eine Frau wäre in diesem Amt ab 2027 Neuland.
Die Possibility geht jedoch über eine einzelne Personalie hinaus. Neben Julia Klöckner, die seit 2025 Präsidentin des Deutschen Bundestages ist, würde eine gewählte Bundespräsidentin eine weitere Spitzenposition des Bundes besetzen. Käme zusätzlich eine Bundeskanzlerin oder ein Bundeskanzler ins Amt, wären erstmals zwei Frauen gleichzeitig an der Spitze der drei wichtigsten Verfassungsorgane – eine Konstellation, die es bisher nur in einer kurzen Übergangsphase am Ende der Ära Merkels gab.
Zwölf Männer prägen die bisherige Präsidentschaft
Der klare Ausgangspunkt ist die Zahl zwölf. Wie das Handelsblatt berichtet, haben ausschließlich Männer das Amt des Bundespräsidenten bekleidet. Eine Frau hat diesen Posten bislang nicht innegehabt.
Damit würde eine Kandidatin, die sich am 30. Januar 2027 durchsetzt, eine klare historische Marke setzen. Sie wäre die erste Frau im Amt des Bundespräsidenten. Die Neuordnung wäre keine Fortsetzung einer bisherigen Serie, sondern deren Bruch: Nach zwölf männlichen Amtsinhabern stünde erstmals eine Frau an der Spitze des Bundespräsidialamts.
Die andere zentrale Ebene betrifft den Bundeskanzler. Angela Merkel war 2005 die erste Bundeskanzlerin Deutschlands und blieb 16 Jahre im Amt. Nur ihr Ziehvater Helmut Kohl regierte ebenfalls so lange, von 1982 bis 1998. Insgesamt gab es in der Bundesrepublik bislang neun Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin.
Damit ist auch die zweite mögliche Wendung klar eingegrenzt: Eine Bundespräsidentin wäre nicht automatisch mit einer Bundeskanzlerin an der Spitze der Regierung verbunden. Zwei Frauen in den beiden höchsten Staatsämtern wären nur dann gleichzeitig möglich, wenn auch die Kanzlerschaft entsprechend besetzt wäre. Diese zusätzliche Bedingung macht den 30. Januar 2027 zu einem besonders relevanten Datum, nicht aber zu einer Garantie für eine historische Doppelpremiere.
Der Bundestag führt die Bilanz seit 1949
Im Deutschen Bundestag hat die Zahl weiblicher Spitzenrepräsentation eine längere Geschichte als im Bundespräsidialamt. Seit 1949 führten 15 Personen die Geschäfte des Parlaments. Die erste Frau an der Spitze war Annemarie Renger von der SPD. Sie leitete das Amt von 1972 bis 1976.
Danach folgten Rita Süssmuth von der CDU, die von 1988 bis 1998 Präsidentin des Bundestages war, und Bärbel Bas von der SPD von 2021 bis 2025. Bas führte das Parlament bereits während einer Übergangsphase von sechs Wochen, während Angela Merkel noch die Regierungsgeschäfte führte. Olaf Scholz war zu diesem Zeitpunkt bereits zum Bundeskanzler gewählt.
Seit 2025 ist Julia Klöckner Präsidentin des Bundestages. Damit steht im Jahr der Bundespräsidentenwahl bereits eine Frau an der Spitze eines der wichtigsten Verfassungsorgane. Wird zusätzlich eine Frau Bundespräsidentin, wäre die Besetzung zweier Spitzenpositionen durch Frauen absehbar – und zwar nicht erst als abstrakter Möglichkeit, sondern als Folge einer konkreten Wahl.
Der Bundesrat wechselt die Präsidentschaft jedes Jahr
Auch der Bundesrat gehört zu den fünf ständigen Verfassungsorganen des Bundes. Seine Präsidentschaft wechselt jährlich. Bis 2010 bekleideten ausschließlich Männer dieses Amt. Seitdem haben vier SPD-Frauen den Bundesrat präsidiert: Hannelore Kraft, Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Anke Rehlinger.
Insgesamt gab es in diesem Amt bisher 58 Amtsinhaber. Der Bundesrat fügt dem Bild damit ein weiteres Element hinzu: Hier ist die wechselnde Präsidentschaft seit 2010 regelmäßig mit Frauen besetzt gewesen. Das macht die Lücke zwischen Bundesrat, Bundestag und Bundespräsidialamt umso auffälliger. Eine gewählte Bundespräsidentin würde nicht in eine vollständig männlich besetzte Spitzenstruktur hineinpassen, sondern in eine Verfassungsordnung, in der Frauen inzwischen auch andere Organe führen.
Am Bundesverfassungsgericht gab es bislang eine Präsidentin
Das Bundesverfassungsgericht blickt ebenfalls auf eine überschaubare Zahl von Präsidentinnen und Präsidenten zurück. Seit der Gründung im Jahr 1951 standen zehn Personen an der Spitze des Gerichts. Eine Frau war darunter: Jutta Limbach von der SPD. Sie war von 1994 bis 2002 Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts.
Auch hier zeigt sich also eine einzelne Frau in einer langen Reihe männlicher Amtsinhaber. Die Bilanz der fünf Verfassungsorgane macht den möglichen 30. Januar 2027 einordnbar: Bei Bundespräsidium und Bundeskanzleramt gab es bislang jeweils nur eine weibliche Amtsinhaberin, während der Bundestag inzwischen von einer Frau geführt wird und im Bundesrat seit 2010 jedes Jahr eine Frau das Amt übernimmt.
Die Wahl ist der entscheidende offene Punkt
Drei Fakten stehen fest: Die Wahl des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin findet am 30. Januar 2027 statt. Bisher haben zwölf Männer das Amt ausgeübt. Und mit Julia Klöckner steht bereits seit 2025 eine Frau an der Spitze des Bundestages.
Alles Weitere ist offen. Eine Kandidatin oder ein Kandidat ist in den verfügbaren Angaben nicht genannt. Ebenso wenig ist ein Wahlergebnis oder eine künftige Besetzung des Bundeskanzleramts festgelegt. Die spannende Möglichkeit liegt daher in der Kombination: Eine Frau könnte das Bundespräsidialamt übernehmen, während gleichzeitig Julia Klöckner den Bundestag führt. Würde auch die Bundeskanzlerschaft von einer Frau übernommen, wäre erstmals eine Doppelbesetzung der beiden höchsten Staatsämter durch Frauen möglich.
Das stärkste Gegenargument ist einfach und wichtig: Eine historische Wendung ist keine Tatsache, bevor die Wahl stattgefunden hat. Sicher ist nur der Termin. Dennoch macht die Ausgangslage den 30. Januar 2027 zu einem außergewöhnlichen Datum. Es geht nicht nur darum, wer ein Amt übernimmt, sondern darum, wie sich die Verfassungsorgane von oben darstellen: Julia Klöckner ist bereits eine der Frauen an der Spitze. Eine Bundespräsidentin würde diese Linie fortsetzen – und, falls auch die Kanzlerschaft neu besetzt wird, eine bisherige Konstellation möglich machen, die es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat.
Passend dazu

Politik
Nithya Raman gewinnt in Los Angeles: Warum Karen Bass das Amt verliert

Politik
Trump bestätigt US-Angriffe auf Iran: „Kein Krieg“ – was jetzt bekannt ist

Politik
Zehntausende in Frankfurt erwartet: Ehrung für Reza Pahlavi und Gegenveranstaltungen

Politik
Merz wird 71: Unerwarteter Besuch statt eines Konzerts
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.