150 Vermummte, Fackeln, Polizeieinsatz: Wer ist Contracorriente?
An der Universidad Complutense in Madrid hat die Gruppe Contracorriente mit rund 150 Vermummten für Ausschreitungen gesorgt. Die Organisation sieht sich als «trotskistisch und revolutionär» – und will Fakultäten in «Schützengräben» verwandeln.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Contracorriente: Die Gruppe hinter den UCM-Krawallen in Madrid.
Ein Protest mit System
Rund 150 Vermummte haben bei Ausschreitungen an der Universidad Complutense in Madrid für schwere Zusammenstöße mit der spanischen Nationalpolizei gesorgt. Wie die Zeitung ABC unter Berufung auf Ermittlerquellen berichtet, war der Protest keine spontane Wutreaktion – er wurde von der Jugendorganisation Contracorriente organisiert, die sich selbst als «trotskistisch, antikapitalistisch und revolutionär» versteht.
Du hast die Bilder wahrscheinlich gesehen: Ein Demonstrationszug zieht durch den Campus der Ciudad Universitaria, die Teilnehmer tragen Tücher vor dem Gesicht, aus der Menge steigt Rauch von Bengalen, Fahnen werden geschwenkt. Was nach wütendem Spontanprotest wirkt, folgt nach ABC-Informationen einem klaren politischen Kalkül.
Wer ist Contracorriente?
Contracorriente ist nach ABC-Angaben die Jugendorganisation der Corriente Revolucionaria de Trabajadores y Trabajadoras (CRT). Die Gruppe vertritt eine «trotskistische, antikapitalistische und revolutionäre» Linie und formuliert ihr Ziel in scharfer Sprache: Sie will «die Fakultäten in Schützengräben verwandeln» – politische Konflikte sollen also direkt an die Hochschulen getragen werden, nicht nur diskutiert.
Die Organisation verfügt über eine eigene Frauenstruktur namens Pan y Rosas und betreibt das Onlinemagazin «La Izquierda Diario», über das sie regelmäßig über linke Bewegungen berichtet. Nach eigenen Angaben ist Contracorriente in 14 Ländern aktiv. In Spanien ist die Gruppe nach ABC-Informationen nicht nur an der Complutense in Madrid präsent, sondern auch an den Universitäten von Barcelona, Zaragoza, Girona, Málaga und Vigo. Damit hat sie in den wichtigsten studentischen Zentren des Landes eine Basis.
Wie lief der Protest ab?
Der Marsch war nach ABC-Angaben nicht offiziell angemeldet – es gab also keinerlei rechtliche Grundlage, auf die sich die Teilnehmer berufen konnten. Die rund 150 jungen Leute zogen nach Schilderungen der Zeitung «embozados, con bengalas, banderas» – also vermummt, mit Fackeln und Fahnen – durch Teile des Campus, bis die Polizei den Zug stoppte. In der Folge kam es zu den Zusammenstößen, über deren genauen Verlauf ABC in dem vorliegenden Bericht keine weiteren Details nennt. Die Informationen der Zeitung stützen sich durchgängig auf «fuentes del caso», also Ermittlerkreise.
Was das politisch bedeutet
Dass eine Gruppe, die sich offen «revolutionär» nennt, an einer der großen öffentlichen Universitäten Spaniens mit Fackeln und Vermummung auftritt, ist kein klassischer Krawall. Es ist der Versuch, Präsenz zu zeigen – und der Hochschule eine Bühne für politische Auseinandersetzungen aufzuzwingen, die nicht im Hörsaal, sondern auf der Straße stattfinden. Sollte Contracorriente ihr Vorhaben, «Fakultäten in Schützengräben zu verwandeln», tatsächlich in die Tat umsetzen, dürften solche Bilder an spanischen Hochschulen kein Einzelfall bleiben – und die Debatte über die Grenzen studentischer Protestformen neu anheizen.
Passend dazu
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.



