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Warum El-Sayeds Brief keine Unterstützung der Muslimenbruderschaft belegt

Eine Prüfung des Briefs aus dem Jahr 2012 widerlegt den Vorwurf, El-Sayed habe die Muslimenbruderschaft unterstützt. Zugleich zeigt sie, wie Laura Loomer und Trump-Verbündete die Behauptung in den Wahlkampf in Michigan eingeführt haben.

4 Min. Lesezeit
Warum El-Sayeds Brief keine Unterstützung der Muslimenbruderschaft belegtAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Vorwurf gegen El-Sayed: Was die Prüfung des Briefs zeigt.

Ein offener Brief aus dem Jahr 2012, den der spätere US-Senatskandidat Abdul El-Sayed mit unterschrieben hatte, steht im Zentrum eines harten Wahlkampfvorwurfs: Er habe die Muslimenbruderschaft unterstützt. Eine von The Guardian durchgeführte Prüfung der vorhandenen Belege kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Brief förderte demnach die Demokratisierung in Ägypten und erwähnt die Muslimenbruderschaft überhaupt nicht.

Für dich ist das keine sprachliche Feinheit, sondern die Grundlage einer politischen Kampagne: Im Rennen um einen Sitz im US-Senat in Michigan wird El-Sayed, ein demokratischer Kandidat, seit seinem Eintritt in die Politik im Jahr 2018 als vermeintlicher islamistischer Extremist dargestellt. Der Vorwurf soll seine politische Eignung infrage stellen, obwohl der zugrunde liegende Brief nach der Quellenprüfung keine solche Verbindung herstellt.

Die Geschichte führt zu Laura Loomer, einer einflussreichen externen Beraterin von Donald Trump. Sie behauptet seit Jahren, der unterschriebene Brief sei eine öffentliche Unterstützungserklärung für die Muslimenbruderschaft gewesen. Der vorliegende Brieftext stützt diese Darstellung nicht: Er spricht für die Demokratie in Ägypten und enthält keine Erwähnung der Organisation.

Der Brief von 2012 stützt den Vorwurf nicht

Was tatsächlich im Dokument steht

Der entscheidende Punkt ist nicht die Deutung durch einzelne politische Akteure, sondern der Wortlaut des Briefs. Nach den Angaben von The Guardian ging es in dem offenen Schreiben um die Unterstützung der pro-demokratischen Bewegung in Ägypten im Jahr 2012.

Die Muslimenbruderschaft wird im Text nicht einmal genannt. Damit fehlt die direkte Verbindung, die für die Behauptung einer Unterstützung dieser Organisation erforderlich wäre. Loomer bezeichnet den Brief dagegen als eine Art „Verpflichtungserklärung“ für die ägyptische islamistische Gruppe. Diese Einordnung ist nach der Quellenprüfung nicht durch das Dokument gedeckt.

Warum das politisch schwer wiegt

El-Sayed befindet sich im Wahlkampf um einen Sitz im US-Senat in Michigan. Die republikanische Kampagne gegen den demokratischen Kandidaten stellt ihn als Extremisten dar und stützt sich dabei auf die Behauptung, er habe die Muslimenbruderschaft unterstützt.

Damit wird aus einem Brief zugunsten der Demokratisierung in Ägypten ein angebliches Bekenntnis zu einer islamistischen Organisation. Der Widerspruch zwischen dem Inhalt des Dokuments und der politischen Etikettierung zeigt, dass es dabei nicht nur um einen Social-Media-Post geht, sondern um einen zentralen Vorwurf im gegen El-Sayed geführten Wahlkampf.

Laura Loomer trägt die Behauptung seit 2018 weiter

Eine politische Figur mit Einfluss auf Trump

Laura Loomer wird in der Recherche von The Guardian als einflussreiche externe Beraterin von Donald Trump beschrieben. Sie bezeichnet sich selbst als „a proud Islamophobe“. Ihre Behauptung über El-Sayed wird nicht erst während des aktuellen Wahlkampfs formuliert, sondern begleitet dessen politischen Weg seit 2018.

Besonders deutlich wird die Rolle der Zuschreibung an Loomer durch den zeitlichen Zusammenhang: Der Kandidat war bereits in die politische Laufbahn eingestiegen, als die Behauptung über den Brief aus 2012 erstmals mit ihm verknüpft wurde. Laut The Guardian beruht die republikanische Kampagne bei ihrer Darstellung des Kandidaten auf einer falschen Behauptung, die erstmals von der Verschwörungstheoretikerin Laura Loomer vor acht Jahren geäußert wurde.

Die Kette aus Brief, Behauptung und Kampagne

Der überprüfbare Ausgangspunkt ist ein offener Brief, der Unterstützung für die Demokratie in Ägypten ausdrückt. Daraus wird in der weiteren politischen Darstellung eine öffentliche Unterstützung der Muslimenbruderschaft. Diese Behauptung wird mit El-Sayed verbunden und zum Angriffspunkt der republikanischen Kampagne in Michigan gemacht.

Ein einzelner Satz im Brief wäre dafür nicht ausreichend, und tatsächlich kommt die Organisation dort nach den Angaben der Quelle nicht vor. Die politische Wirkung entsteht hier durch die Verknüpfung eines unterschriebenen Schreibens mit einer Behauptung, die der Dokumenttext nicht trägt.

Was Wählerinnen und Wähler in Michigan prüfen sollten

Der konkrete Beleg ist leicht zugänglich

Für die Bewertung des Wahlkampfs brauchst du keinen allgemeinen Blick auf politische Rhetorik. Der zentrale Beleg ist der Wortlaut des Briefs aus 2012: Er unterstützt die Demokratiebewegung in Ägypten und erwähnt die Muslimenbruderschaft nicht. Damit lässt sich die zentrale Behauptung überprüfen, ohne sie mit anderen Vorwürfen zu vermischen.

Die Prüfung von The Guardian betrifft nicht sämtliche Positionen von El-Sayed oder seiner Kampagne. Sie richtet sich gezielt gegen die Behauptung, der Brief sei eine öffentliche Unterstützungserklärung für die Muslimenbruderschaft gewesen. Auch El-Sayeds beruflicher Hintergrund seit 2018 wird in der Quelle nur als zeitlicher Rahmen dieser Behauptung herangezogen.

Die Kampagne in Michigan im Blick behalten

Für Wählerinnen und Wähler in Michigan ist die Geschichte deshalb relevant, weil sie einen zentralen Vorwurf gegen den demokratischen Senatskandidaten betrifft. Die Quellenprüfung entkräftet nicht jede Kritik an El-Sayed. Sie zeigt aber, dass die konkrete Behauptung, er habe die Muslimenbruderschaft unterstützt, auf einer falschen Darstellung seines Briefes beruht.

Mehr Details zur Recherche von The Guardian findest du in der vollständigen Analyse. Die zentrale Erkenntnis ist klar: Wer den Brief liest, findet dort keine Unterstützung der genannten Organisation – sondern Unterstützung für Demokratie in Ägypten.

Quellen

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AI-unterstützt · redaktionell betreut

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