CDU-Chef Evers zerreißt rot-grün-rotes Sondierungspapier als „Kapitulationserklärung“
Berlins CDU-Landeschef Stefan Evers nennt das rot-grün-rote Sondierungspapier eine „Kapitulationserklärung“ von SPD und Grünen vor der Linken – und spricht von einem Dammbruch. Auch Teile der eigenen CDU sehen das Ergebnis kritisch.
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Berlin steuert auf eine rot-grün-rote Landesregierung zu – und die Opposition ist schon jetzt in Kampfstimmung. Berlins CDU-Landeschef Stefan Evers hat das Sondierungspapier von SPD, Grünen und Linker scharf angegriffen und ihm den härtesten Vorwurf mitgegeben, der in der Berliner Politlandschaft derzeit möglich ist: den der politischen Kapitulation.
Das Sondierungspapier ist vor allem eines: eine Kapitulationserklärung von SPD und Grünen vor der Linken.
Der konkrete Vorwurf: Die Linke habe sich durchgesetzt
Aus Sicht von Evers hat sich die Linke mit ihren Forderungen im rot-grün-roten Sondierungspapier durchgesetzt. SPD und Grüne seien vor ihr eingeknickt – der Ausgleich zwischen den drei Partnern sei so ausgefallen, dass am Ende vor allem die Wünsche der Linken übrig blieben. Auf Basis dieses Papiers peilt Rot-Grün-Rot in Berlin jetzt formelle Koalitionsverhandlungen an, also den nächsten Schritt Richtung Regierungsbildung.
Für Evers reicht das deutlich über einen normalen politischen Kompromiss hinaus. Er bezeichnet die Linke als „in Teilen antisemitisch“ und spricht beim Sondierungsergebnis von einem „Dammbruch“ – dem Bruch mit einer Linie, die seiner Ansicht nach bislang gehalten wurde. Damit unterstellt er SPD und Grünen, sich auf Forderungen eingelassen zu haben, die die CDU inhaltlich nicht mittragen will – ein Vorwurf, der über das übliche Oppositions-Gemurre hinausgeht.
Widerstand auch in den eigenen Reihen
Auffällig ist der Hinweis, den Evers selbst liefert: Er verweist ausdrücklich auf Widerstand auch in den eigenen Reihen. Damit signalisiert er, dass nicht alle in der Berliner CDU das Ergebnis der Sondierungen kommentarlos hinnehmen. Für die Opposition bedeutet das eine doppelte Angriffsfläche: Sie kann das Projekt aus den Reihen der CDU heraus attackieren und muss sich nicht nur aus der Bundespolitik oder den Nachbarländern argumentativ versorgen.
Was als Nächstes ansteht
Sondierungspapier ist nicht gleich Koalitionsvertrag. SPD, Grüne und Linke haben einen Zwischenschritt geschafft; die eigentlichen Verhandlungen über Ressorts, Haushalt, Personal und konkrete Projekte stehen erst bevor. Falls es am Ende tatsächlich zur rot-grün-roten Regierung kommt, hat die CDU das passende Vokabular dafür schon gefunden – und Evers' Wortwahl dürfte den Ton der nächsten Wochen prägen.
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