Hanning-Affäre: Was wusste der Ex-BND-Chef China zu sagen?
Ex-BND-Chef August Hanning sitzt in U-Haft. Neben dem Aserbaidschan-Verdacht prüfen Ermittler nun auch einen Kontakt zu einem chinesischen Generalmajor.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Hanning unter Spionageverdacht: Neue Spur führt nach China.
Ex-BND-Chef August Hanning sitzt in Untersuchungshaft – und sein Fall wird immer verzweigter. Nach übereinstimmenden Medienberichten prüfen die Ermittler neben dem bereits bekannten Verdacht einer Spionage für Aserbaidschan inzwischen auch eine Verbindung nach China. Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zufolge soll Hanning Kontakt zu einem chinesischen Generalmajor gehabt haben.
Festgenommen wurde der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) bereits am Morgen, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Sicherheitskreise meldete. Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihm Agententätigkeit für eine ausländische Macht und Landesverrat vor – das sind die schwersten Vorwürfe, die das deutsche Strafrecht in diesem Bereich kennt.
Neben Hanning geriet auch sein früherer Büroleiter ins Visier der Fahnder. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen beide, wie STERN und Süddeutsche Zeitung übereinstimmend berichten.
Zwei Länder, zwei Spuren – was bisher bekannt ist
Im Zentrum der bisherigen Ermittlungen stand Aserbaidschan. Hanning soll vertrauliche Informationen aus seinem früheren Umfeld an das Land weitergegeben haben, berichtet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf den Spiegel. Die Ostdeutsche Allgemeine schreibt zugleich, die Bundesregierung äußere sich bislang auffallend zurückhaltend zu möglichen Aserbaidschan-Verbindungen.
Jetzt kommt eine zweite Auslandsspur hinzu: Nach Informationen des Spiegel prüfen die Ermittler einen Kontakt Hannings zu einem chinesischen Generalmajor. Wie eng diese Verbindung war und ob darüber tatsächlich sensible Informationen geflossen sind, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Klar ist nur, dass die Generalbundesanwaltschaft diesen Strang ernst genug nimmt, um ihn aktiv zu verfolgen.
Wie kam der Fall ins Rollen?
Der Fall ist kein Zufallsfund, sondern Ergebnis einer bereits laufenden Ermittlung. Wie Die Zeit berichtet, hatten „Ermittlungsarbeiten im Block-Prozess“ den Stein ins Rollen gebracht. Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung soll Hanning zudem ein Zuträger heimlich Dokumente aus dem BND beschafft haben.
Hanning leitete den BND von 1998 bis 2005 und gehört damit zu den ranghöchsten früheren Geheimdienstchefs der Bundesrepublik. Dass ausgerechnet er unter Spionageverdacht gerät, hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Süddeutsche Zeitung spricht von einem Fall, der sich „zu einem der großen Spionagefälle der Bundesrepublik“ auswachsen könnte.
Was als Nächstes passiert
Die Ermittlungen laufen, der Haftgrund wird geprüft, mögliche weitere Spuren sind offen. Hannings Verteidigung hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert. Für dich heißt das: Hier ist noch längst nicht das letzte Wort gesprochen – weder zu China, noch zu Aserbaidschan, noch zu der Frage, welche Dokumente genau im Spiel waren und wie viele weitere Beschuldigte noch hinzukommen.
Passend dazu

Politik
Mann mit Waffen nahe dem Weißen Haus festgenommen: War das Regierungsviertel sein Ziel?

Politik
Nahe Trump: Geheimdienst nimmt Mann mit Waffen und gestohlenem Auto fest

Politik
Vor 50 Jahren: Merkels Appell an den „Ermutiger“ Biermann

Politik
Paraguay: Peña abgesetzt – Haftbefehl mit offenen Fragen
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.