Apple öffnet den Mac: Was der Touchscreen für das iPad bedeutet
Apples erster MacBook Pro mit Touchscreen kostet in Spanien ab 3.349 Euro und nimmt dem iPad einen seiner zentralen Vorteile. Die neue Geräteordnung wirft ein neues Licht auf Apples Strategie rund um iPad und Mac im zurückliegenden Jahrzehnt.
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Bei Amazon ansehenTVS News AI redaktionell betreut präsentiert iPad* und Mac: Warum der Mac die Touchscreen-Rolle übernimmt.
Gestern stellte Apple in Los Angeles seinen ersten MacBook Pro mit Touchscreen vor. Für alle, die zwischen iPad* und Mac schwanken, verschiebt sich die Rollenverteilung: Der Touchscreen war jahrelang Apples Argument für das iPad*, nun bekommt ihn auch der Mac.
Der Preis setzt allerdings gleich eine erste Grenze. In Spanien beginnt das Touchscreen-Modell bei 3.349 Euro. Das sind laut Xataka mehr als 1.000 Euro über dem Modell ohne Touchscreen.
Die neue Hardware passt zu einer Geschichte, die Apple bereits 2017 mit einem iPad*-Werbespot erzählt hatte. Darin verbrachte ein Mädchen den Tag mit Hausaufgaben, Fotos, Chats und Zeichnungen auf dem iPad*. Als eine Nachbarin nach ihrem Computer fragte, lautete ihre Antwort: „Was ist ein Computer?“ Für Apple war das keine beiläufige Werbeidee, sondern die Zukunftsvision eines touchbaren Rechners.
Zehn Jahre lang sollte das iPad* den Mac ersetzen
Die ursprüngliche Aufteilung
Apple verteidigte über Jahre, dass iPad* und Mac keine Konkurrenten seien, weil sie unterschiedliche Aufgaben erfüllten. Der Mac stand für Tastatur und Touchpad, das iPad* für direkte Bedienung per Finger. Langfristig glaubte das Unternehmen jedoch, dass das touchbare Gerät den klassischen Computer verdrängen würde.
Diese Vorhersage ist nicht eingetreten. Statt den Mac durch das iPad* zu ersetzen, übernahm der Mac nach und nach dessen wichtigste Funktionen. Die Konvergenz verlief fast ausschließlich in eine Richtung.
Was der Mac vom iPad* übernommen hat
Der Ablauf lässt sich anhand einzelner Produktgenerationen verfolgen: Das MacBook* bekam 2015 eine Tastatur, 2020 einen Cursor, 2021 einen Chip der M-Serie, 2022 Fenster und 2025 eine Menüleiste. Nach und nach verschwand damit der funktionale Abstand zwischen den beiden Produktfamilien.
Der Touchscreen löst die ursprüngliche Rollenverteilung auf
Dem iPad* blieben zuletzt nur noch zwei Alleinstellungsmerkmale: der Touchscreen und der Apple Pencil. Mit dem neuen MacBook Pro* verliert das iPad* diese Alleinstellung beim Touchscreen. Den Pencil kann es sich nun allein sichern.
Gerade deshalb wirkt Apples Entscheidung bemerkenswert. Xataka verweist auf Greg Joswiak, der in Wired erklärte, dass fast alle Kreativen ein iPad* besitzen und junge Kreative, die mit touchbaren Bildschirmen aufgewachsen sind, erwarten, auch ihren MacBook Pro* berühren zu können. Das iPad* hatte nach Darstellung des Berichts Millionen Menschen an die direkte Bedienung gewöhnt.
Warum der Pencil nicht mitkommt
Ein MacBook Pro* bietet nicht dieselbe horizontale Auflagefläche wie ein iPad*. Nach Einschätzung von Xataka benötigt der Pencil diese Fläche, um die Hand abzustützen. Deshalb hat Apple den Stift bislang nicht in den Mac übernommen.
Der Touchscreen hat einen deutlichen Preisaufschlag
Der Preisabstand von mehr als 1.000 Euro zur Variante ohne Touchscreen ist beträchtlich. Er macht deutlich, dass Apple den Touchscreen nicht als gewöhnliche Zusatzfunktion behandelt. Zugleich verändert der deutliche Preisaufschlag die ursprüngliche Argumentation: Das iPad* war nicht mehr nur das Gerät für Touch, während der Mac lediglich das Modell mit Tastatur blieb.
Damit fällt zugleich die einstige Sonderrolle des iPads als touchbarer Computer schlechthin weg. Das iPad* behält den Pencil, aber nicht mehr das wichtigste Bedienungsmerkmal, das das ursprüngliche Produktkonzept von Apple ausmachte.
Der größere Widerspruch betrifft nicht Steve Jobs
Oft wird der neue Touchscreen-Mac mit Steve Jobs und seiner Keynote von 2010 in Verbindung gebracht. Jobs hatte einen touchbaren Laptop damals als ergonomischen Fehler bezeichnet. Dieser Widerspruch ist auffällig, erklärt den aktuellen Schritt aber nur teilweise.
Der tiefgreifendere Bruch liegt in Apples eigener Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt. Das Unternehmen hatte Mac und iPad* bewusst getrennt gehalten, während Funktionen stetig vom iPad* zum Mac wanderten. Nun verschwindet mit dem Touchscreen die sichtbarste Grenze zwischen beiden Welten.
Die entscheidende Verschiebung
Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das vor allem eine klare Entscheidungshilfe: Wer Touch braucht, findet es nun auch im MacBook Pro*, muss dafür in Spanien aber mit mindestens 3.349 Euro rechnen. Wer nur tippen und scrollen möchte, kann beim günstigeren Modell ohne Touchscreen bleiben. Das iPad* wiederum ist nicht verschwunden, verliert aber seine Rolle als alleiniger Apple-Rechner mit direktem Zugriff auf den Bildschirm.
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