John Coltrane wird 100: Was trieb den Saxofon-Mystiker?
Vor 100 Jahren wurde Jazz-Saxofonist John Coltrane geboren. Die ZEIT zeichnet ihn in einem neuen Essay als „Mystiker" und „Kraft des Guten" – und stellt überraschende Verbindungen zu Frank Kofsky und Malcolm X her.
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100 Jahre nach John Coltranes Geburt ist eine einfache Frage noch offen: Was wollte dieser Mann eigentlich? Die ZEIT versucht in einem aktuellen Essay eine Antwort – und liefert gleich eine starke These mit.
Denn Coltrane war mehr als ein begnadeter Instrumentalist. Die ZEIT charakterisiert ihn als „Mystiker" und „Neuerer des Jazz". Eine ungewöhnliche Zuschreibung – sie zeigt: Wer Coltrane verstehen will, muss mehr hören als nur die Töne.
Was suchte er in seiner „grenzenüberschreitenden Musik", wie die ZEIT schreibt? Der Essay trägt den Titel „John Coltrane: Eine Kraft des Guten" und schlägt einen weiten Bogen. Schon die URL verrät die Richtung: Frank Kofsky, ein Musikwissenschaftler, der Coltrane als politisch denkenden Künstler porträtierte, und Malcolm X, eine Schlüsselfigur der Bürgerrechtsbewegung, mit dessen Welt Coltrane in Berührung kam. Der Text ordnet Coltrane damit bewusst in größere Zusammenhänge ein.
Saxofonist, Mystiker, Neuerer – drei Rollen, ein Mensch
Diese drei Begriffe passen kaum zusammen – und genau deshalb beschreiben sie Coltrane. Als Saxofonist war er ein Ton-Gestalter, dessen Klang sofort erkennbar ist. Als Mystiker suchte er Antworten, die über das Notenblatt hinausgingen. Als Neuerer hat er das, was Jazz sein konnte, neu definiert. Die ZEIT bündelt all das in einer einzigen Figur – und macht damit klar, dass sich Coltrane nicht auf einen dieser Begriffe reduzieren lässt.
Was bedeutet „grenzenüberschreitend"?
Die ZEIT spricht von „grenzenüberschreitender Musik". Das ist kein Zufall, kein leeres Adjektiv. Coltrane brach mit Konventionen – klanglich, formal und wohl auch intellektuell. Wer ihn einordnen will, kommt mit der üblichen Jazz-Schablone nicht weit. Gerade das macht die Beschäftigung mit ihm bis heute spannend.
Eine Kraft des Guten – was steckt dahinter?
Der Titel „Eine Kraft des Guten" klingt erstmal pathetisch. Ist aber eine klare These: Coltrane war, so legt die ZEIT nahe, kein neutraler Unterhalter. Er nutzte seine Musik, um etwas in die Welt zu tragen, das über den Konzertsaal hinauswirkte. 100 Jahre nach seiner Geburt ist das eine Einordnung, die sich lohnt, genauer zu prüfen – gerade weil sie nicht selbstverständlich ist.
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