Ironman-WM: Hamburger Ex-Ruderweltmeister tritt nach Sturz an
Lars Wichert aus Hamburg stürzte vor fünf Wochen schwer im Radtraining – und steht jetzt bei der Ironman-WM auf Hawaii an der Startlinie. Der Ex-Ruderweltmeister kämpft um den Titel.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Lars Wichert: Hamburger Ex-Ruderweltmeister greift fünf Wochen nach Horror-Sturz bei Ironman-WM auf Hawaii an.
Lars Wichert fuhr mit 55 Kilometern pro Stunde bergab, als ihn ein Motorradfahrer touchierte und zu Fall brachte. Fünf Wochen nach diesem Sturz steht der 39-Jährige an diesem Sonnabend um 19 Uhr an der Startlinie der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii – zu sehen im Livestream des ZDF.
Was nach dem Crash folgte, klingt im Rückblick fast zu glimpflich für das, was hätte passieren können: Wichert zog sich „nur" Prellungen und schwere Hautabschürfungen zu. Eine Nacht blieb er im Krankenhaus in Winsen, dann ging es zurück nach Hause. „Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können", sagt er. Sein Helm zerbrach bei dem Aufprall – möglicherweise rettete ihm das Stück das Leben. Auch sein 18.000 Euro teures Rennrad wurde beschädigt. „Ein paar Schürfwunden sieht man noch", berichtet er. „Am Ellenbogen ist noch eine, die durch die Bewegung immer wieder aufgeht. Das ist vor allem beim Schwimmen noch nicht optimal."
Vierfacher Ruderweltmeister, zweifacher Ironman-Sieger
Wichert ist gebürtiger Berliner, lebt heute in Asendorf in Niedersachsen. Viermal wurde er Ruderweltmeister im Leichtgewicht, war Olympionike. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wechselte er auf die Langdistanz im Triathlon: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen. 2021 und 2024 gewann er den Ironman in Hamburg. In diesem Jahr ist er nicht nur als Sportler vor Ort: Als Mitarbeiter der Firma Topteam, die Sportreisen für Triathleten organisiert, hat er in den vergangenen Tagen 30 Athleten des Unternehmens auf Hawaii betreut. „Dadurch war echt viel los, aber jetzt kurz vor dem Rennen ist es etwas ruhiger geworden."
Zurück ins Training – mit geliehenem Rad und offenem Verfahren
Nach einer kurzen Zwangspause stieg Wichert langsam wieder ins Training ein. Sein eigenes Rennrad ist Teil eines noch laufenden rechtlichen Verfahrens – Wichert hat einen Anwalt eingeschaltet, weil er den Motorradfahrer für den Unfall verantwortlich macht, der ihn nach seiner Schilderung mit zu geringem Abstand überholt hatte. Damit er überhaupt trainieren kann, hat ihm ein Hersteller ein Ersatzrad gestellt. „Die Vorbereitung lief natürlich nicht optimal, aber ich bin froh, halbwegs gesund hier zu sein", sagt er.
Zweitbeste Agegrouper-Zeit aller Zeiten
Wichert startet zum vierten Mal bei der Ironman-WM, zum dritten Mal auf Hawaii. In diesem Jahr wird das Rennen wieder als gemeinsames Rennen der Männer und Frauen ausgetragen – in den Vorjahren war die WM abwechselnd in Nizza für ein Geschlecht gelaufen. Bei den Amateuren, den sogenannten Agegroupern, gehört Wichert trotz der verkürzten Vorbereitung zum Favoritenkreis: Mit seiner Zeit von 7:50:42 Stunden hält er die zweitbeste je erzielte Zielzeit eines Agegroupers. Manche Prognosen zählen ihn sogar zu den Topanwärtern auf den WM-Titel.
Wichert selbst bremst: „Es schmeichelt mir, aber ich sehe mich nicht als Favoriten. Mein Ziel ist es, unter die besten fünf zu kommen. Das wäre in diesem Jahr ein riesiger Erfolg für mich. Jeder weitere Schritt nach oben wäre dann umso schöner. Ich möchte ein Rennen machen, auf das ich hinterher zufrieden zurückblicken kann."
Stürmische Bedingungen – der Titelverteidiger ist schon raus
Was die Aufgabe zusätzlich erschwert: Auf Hawaii herrschen extrem stürmische Bedingungen. „Die Windbedingungen sind aktuell extrem, das macht die Abfahrten wirklich gefährlich", sagt Wichert. Die Böen haben in den vergangenen Tagen bereits für mehrere Stürze auf der Insel gesorgt. Der prominenteste Ausfall: Casper Stornes, der Titelverteidiger aus Norwegen, brach sich ein Schlüsselbein und einen Lendenwirbel.
Pasta, Pizza Diavola und dann ab nach Hause
Sein letzter Tag vor dem Rennen steht ganz im Zeichen der Kohlenhydrate. „Die Kohlenhydratspeicher müssen gefüllt werden", sagt Wichert, der bei der Ernährung weniger auf Wissenschaft als auf eine Mischung aus Gefühl und Erfahrung setzt. Auf dem Teller landen vor allem Nudeln. „Eigentlich esse ich am Abend vor einem Rennen immer eine Pizza Diavola. Mal gucken, ob ich die hier auch bekomme", sagt er und lacht.
Einen Tag nach dem Rennen steigt er schon wieder ins Flugzeug nach Hause – nach Niedersachsen, wo am Montag die Herbstferien beginnen. „Da freuen sich meine drei Kinder auf ihren Papa."
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