EU-Beitritt: 2028 ist Montenegros möglicher Zeitpunkt
Montenegro könnte laut Tagesschau bereits 2028 in die EU aufgenommen werden und wäre dann das 28. Mitglied. Bei anderen Beitrittskandidaten ist die Perspektive derzeit deutlich schlechter.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Montenegro vor dem EU-Beitritt: 2028 wird ausdrücklich diskutiert.
Montenegro ist der weit fortgeschrittenste Beitrittskandidat in der neuen Analyse der EU-Kommission. Brüssel hält es für möglich, dass das kleine Land an der Adriaküste bereits 2028 in die Europäische Union aufgenommen wird. Dann hätte die Union nach dem Weggang Großbritanniens 28 Mitgliedstaaten.
Die Meldung ist deshalb mehr als eine Aufzählung europäischer Beitrittswünsche. Sie zeigt eine klare Staffelung: Für Montenegro gibt es einen konkreten zeitlichen Ablauf, für Albanien und Moldau zumindest erreichbare nächste Schritte, während mehrere andere Länder derzeit nicht einmal einen verbindlichen Fahrplan vorweisen. Zugleich ist 2028 noch keine Zusage. Die Kommission knüpft ihre Einschätzung an die Umsetzung der Reformen.
Von Reformen zum Beitrittsvertrag: Montenegros Zeitplan
Die kommenden Wochen sind laut der Analyse entscheidend. Montenegro muss die bereits beschlossenen Reformen nachhaltig umsetzen. Wenn das gelingt, könnte das Land die Beitrittsverhandlungen bereits Ende des Jahres erfolgreich abschließen.
Danach würde die Kommission eine Unterzeichnung des Beitrittsvertrags im Juni 2027 für möglich halten. Das Dokument muss anschließend noch ausgehandelt und von allen bisherigen 27 Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Erst danach wäre eine Aufnahme im Jahr 2028 realistisch. Die Zeile „2028“ beschreibt also das mögliche Ende des Verfahrens, nicht einen bereits entschiedenen Beitrittstermin.
Montenegro hat rund 620.000 Einwohner. Zum Vergleich: Das ist etwa so viel wie in Düsseldorf. Der Umstand ist in diesem Zusammenhang vor allem ein Größenvergleich. Der eigentliche zeitliche Maßstab für die Aufnahme ist die Dauer des Verfahrens: Beim jüngsten EU-Mitglied Kroatien dauerte der gesamte Prozess rund zwei Jahre. Kroatien trat am 1. Juli 2013 bei. Seitdem gab es keine weiteren EU-Zugänge, bis der Austritt Großbritanniens die Mitgliederzahl 2020 wieder auf 27 senkte.
Albanien und Moldau haben ebenfalls konkrete nächste Termine
Albanien könnte nach Einschätzung der Kommission seine Beitrittsverhandlungen Ende 2027 abschließen. Bei Moldau wird ein Abschluss Anfang 2028 für möglich gehalten. Bei beiden Ländern würde bis zur tatsächlichen Aufnahme jedoch noch viele Monate vergehen.
Der Ablauf ist ähnlich wie bei Montenegro: Zuerst muss ein Beitrittsvertrag fertig ausgehandelt und unterzeichnet werden. Danach ratifizieren ihn die Mitgliedstaaten und das jeweilige Kandidatenland. Die genannten Termine markieren deshalb den möglichen Abschluss der Verhandlungen, nicht den Tag der Aufnahme.
Die Kommission betont für alle Länder dieselbe Bedingung: Die Beitrittsziele lassen sich nur erreichen, wenn sämtliche Aufnahmebedingungen erfüllt werden. Montenegros Vormachung ist deshalb vor allem eine Einschätzung der bisherigen Fortschritte. Albanien und Moldau haben laut Analyse ebenfalls gute Aussichten, liegen beim Verhandlungsabschluss aber zeitlich hinter Montenegro.
Die Ukraine will beschleunigen: 2028 ist ihr Ziel
Bei der Ukraine unterstützt die Kommission das ambitionierte Ziel, die Beitrittsverhandlungen Ende 2028 abzuschließen. Dafür müsse das Tempo der Reformen erhöht werden. Als schwierig nennt die Analyse die Rechtsstaatlichkeit und die Korruptionsbekämpfung.
Die Umsetzung muss zudem während des russischen Angriffskriegs gelingen. Bei der Landwirtschaft schlägt die Kommission Übergangsregelungen vor, die finanzielle Unterstützung und den Zugang zum EU-Markt für bestimmte Agrarprodukte deutlich einschränken könnten. Eine Aufnahme während des Krieges gilt laut Quelle als politisch kaum vorstellbar.
Die Ukraine ist mit rund 39 Millionen Einwohnern bei weitem das größte der vier genannten Beitrittskandidatenländer. Ihre Fläche von rund 604.000 Quadratkilometern entspricht fast dem 1,7-Fachen der Größe Deutschlands. Wirtschaftlich und politisch würde eine Mitgliedschaft das Land enger an den Westen binden und zusätzliche Sicherheit durch die Beistandsklausel im EU-Vertrag bieten.
Bei sechs Ländern fehlt derzeit der Fahrplan
Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Kosovo haben laut Analyse bislang nicht genug Fortschritte gemacht, um einen Beitrittsfahrplan zu erhalten. Bei der Türkei und Georgien liegt der Prozess wegen demokratischer und rechtsstaatlicher Defizite sogar „ganz auf Eis“.
Die EU-Kommission verfolgt mit der Erweiterung zugleich ein strategisches Ziel. Neue Mitglieder sollen den europäischen Einfluss stärken und verhindern, dass Länder aus Enttäuschung über fehlende Beitrittsperspektiven engere Partnerschaften mit Russland oder China aufbauen. Besonders wichtig ist der Kommission der Westbalkan, weil die Region für europäische Sicherheit, Energieversorgung und Migrationspolitik eine zentrale Rolle spielt.
Für die Einordnung der Meldung ist deshalb eine Unterscheidung wichtig: Montenegro besitzt bereits einen plausiblen Zeitplan bis 2028. Albanien und Moldau haben belastbare nächste Verhandlungstermine. Bei der Ukraine unterstützt Brüssel ein ehrgeiziges Ziel, verlangt aber mehr Tempo. Für die übrigen genannten Länder fehlt derzeit eine vergleichbare Perspektive.
Quelle: Tagesschau.
Passend dazu
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.



