277.500 Dollar aus vier Kinos: Netflix wagt den Kinostart
Netflix hat erstmals Kinoumsätze eines eigenen Films veröffentlicht. 'La Bola Negra' spielt 277.500 Dollar aus nur vier Kinos ein – der zweithöchste Schnitt pro Leinwand aller nicht-englischsprachigen Filme nach 'Parasite'.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Netflix verrät erstmals Box-Office: 'La Bola Negra' spielt 277.500 Dollar ein.
277.500 Dollar aus vier Kinos. So viel hat "La Bola Negra" an seinem Startwochenende eingespielt – im Schnitt 69.375 Dollar pro Leinwand. Was wie eine gewöhnliche Branchenmeldung klingt, ist tatsächlich eine Premiere: Netflix hat zum ersten Mal überhaupt Kinoumsätze eines eigenen Films veröffentlicht.
Rekord-Schnitt nur hinter "Parasite"
Die 277.500 Dollar stammen aus lediglich vier Vorführräumen. Damit landet der spanischsprachige Film nach Angaben des Branchenmagazins Variety auf Platz zwei der höchsten Schnittwerte pro Leinwand für nicht-englischsprachige Titel überhaupt. Nur "Parasite" aus dem Jahr 2019 hat einen besseren Schnitt erzielt – damals 393.216 Dollar aus drei Kinos, also 131.072 Dollar pro Standort.
"La Bola Negra" ist zudem der erste spanischsprachige Film überhaupt mit dem höchsten Per-Screen-Average (PSA), dem Schlüsselwert für Arthouse-Starts. Zum Vergleich: Neons mehrsprachiger Justiz-Thriller "Fjord", ebenfalls ein Oscar-Anwärter, startete am vergangenen Wochenende mit 124.000 Dollar aus vier Kinos – umgerechnet nur 31.000 Dollar pro Leinwand.
Für dich heißt das: Aus einem schmalen Vier-Leinwand-Start wird ein Wert, der sonst nur Oscar-Favoriten oder kulturellen Ausnahmeerscheinungen gelingt. Variety beschreibt "La Bola Negra" ausdrücklich als "awards hopeful" des Streamingdienstes.
16 Minuten Standing Ovation in Cannes und fünf Millionen Dollar
Hinter den Zahlen steht ein Film mit einer beachtlichen Festival-Vita: Regie führen Javier Calvo und Javier Ambrossi, gemeinsam bekannt als Los Javis. Ihr "La Bola Negra" ist ein generationenübergreifendes, queeres Epos über die verflochtenen Schicksale dreier Männer. Bei den Filmfestspielen in Cannes erhielt das Drama eine 16-minütige Standing Ovation; Netflix sicherte sich den Titel anschließend für rund fünf Millionen Dollar. In Cannes teilten sich Los Javis den Regiepreis, beim Toronto Film Festival gewann "La Bola Negra" den People's Choice Award – ein Preis, der in der Vergangenheit immer wieder als verlässlicher Indikator für Oscar-Aufmerksamkeit galt.
Netflix spricht – und bricht damit sein eigenes Schweigen
Dass Netflix überhaupt Zahlen nennt, ist ungewöhnlich. Jahrelang hatte der Konzern Kinoumsätze und Zuschauerzahlen eher wie ein internes Detail behandelt – trotz vereinzelter Kinostarts wie "Glass Onion: A Knives Out Story" (2022), der Wiederveröffentlichung von "Kpop Demon Hunters" und dem "Stranger Things"-Serienfinale. Co-CEO Ted Sarandos hatte Kinos wiederholt als "outmoded idea" bezeichnet. Variety spricht nun von einem "major shift in the theatrical tides" – einem deutlichen Wandel in der Haltung des Streamers zum klassischen Kinomarkt.
Für Netflix ist die Offenlegung nicht nur PR. Anders als Streaming-Metriken, die sich nach Belieben drehen und deuten lassen, sind Kinoumsätze einheitlich berichtet – ein Hit oder ein Flop lässt sich schlicht nicht wegdiskutieren. Genau diese Messbarkeit ist für einen Konzern interessant, der bisher nie den Oscar für den besten Film gewonnen hat.
45 Tage auf der Leinwand – und dann am 2. Dezember auf Netflix
Netflix will "La Bola Negra" 45 Tage in den Kinos halten, bevor der Film am 2. Dezember auf der Plattform erscheint. 45 Tage gelten in der Post-Pandemie-Ära als traditionelles Fenster – und es ist die längste Kinorolle, die Netflix je gefahren ist. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Film das Niveau halten kann, wenn Netflix die Zahl der Spielstätten langsam ausweitet.
Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Netflix vor großen Umbrüchen steht: Vergangene Woche hat der Konzern 1.000 Mitarbeiter entlassen und Chief Content Officer Bela Bajaria durch den Disney-Veteranen Peter Rice ersetzt. Die Netflix-Aktie schwächelt seit Wochen. Mit "La Bola Negra" liefert der Konzern aber den ersten belastbaren Hinweis, dass er auch auf der großen Leinwand liefern kann – zumindest pro Kopie.
Was als Nächstes kommt: Fincher, Gerwig und Waititi mit Zahlen
Die Premiere ist offenbar kein Einzelfall. Netflix kündigt an, künftig auch die Kinoumsätze weiterer Titel offenzulegen – darunter David Finchers "The Further Mis-Adventures of Cliff Booth" rund um Thanksgiving, Greta Gerwigs "Narnia: The Magician's Nephew" und Taika Waititis Animationsfilm "Charlie vs. the Chocolate Factory" im Jahr 2027. Für die Kinobranche, die Variety zufolge bereits das umsatzstärkste Jahr nach COVID feiert, ist das eine gute Nachricht – selbst wenn nicht jeder dieser Titel zum Hit wird.
Passend dazu

Panorama
Barcelona-Kosten: 12 Tipps und Erfahrungsberichte – lohnt sich das?

Panorama
Mykonos-Erlebnisse: Lohnt es sich? 12 praktische Tipps für Erstbesucher

Panorama
Reise-Gadgets für Wien: 13 getestete Optionen und welche sich lohnen

Panorama
Kopenhagen: 12 Tipps für Einsteiger, echte Erfahrungen und lohnt sich der Besuch?
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.