Zugkollision in Urda: Was Óscar Puente jetzt erklärt
Nach der schweren Zugkollision in Urda mit 69 Toten erklärt Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente am Freitag um 11:30 Uhr die bisher bekannten Umstände des Unfalls.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Zugkollision in Urda: 69 Tote – Puente spricht um 11:30 Uhr.
Am vergangenen Mittwoch um 8:53 Uhr kollidierte in Urda ein Iryo-Zug mit dem Heck eines AVE-Zugs der Renfe. Damit ist nach den vorliegenden Angaben nicht nur der Schweregrad der Kollision klar: Die AITAT führt eine Untersuchung mit allen Ursachen als offene Hypothesen, während Minister Óscar Puente am Freitag öffentlich Stellung nehmen will.
Ein Iryo stand vor der Einfahrt zum Bahnhof
Der Unfallhergang
Die Kollision geschah nach den Angaben der AITAT am 8:53 Uhr bei Kilometer 118+800 der Hochgeschwindigkeitstrecke 010 Madrid–Sevilla. Sie ereignete sich auf Gleis 2 an der Einfahrt zum Bahnhof Urda. Es war eine Kollision von hinten: Der Iryo stand vor dem Signals des Bahnhofs und wurde vom AVE von hinten erreicht.
Im Iryo befanden sich 147 Passagiere und fünf Crewmitglieder. Der AVE hatte 379 Reisende und sieben Crewmitglieder an Bord. Laut Schätzung der Untersuchungsbehörde fuhr der AVE mit 160 bis 200 km/h. Die genaue Geschwindigkeit lässt sich erst bestimmen, wenn die Daten des gesetzlich zugelassenen Streckendatenspeichers ausgewertet worden sind.
Der Iryo hatte acht Wagen, der AVE acht Wagen. Durch den Aufprall wurde der AVE-Kopfwagen – Wagen 8 – im Iryo-Schlusswagen – Wagen 1 – verkeilt. Beide Wagen stürzten und drehten sich am Fuß des Gleisdamms. Auch die übrigen AVE-Wagen gerieten vollständig von den Schienen: Die letzten sechs Wagen lagen auf der Bahnsteigplattform, Wagen 7 fiel vom Damm, und Wagen 3 wurde von einem durch den Aufprall verformten Schienenfragment durchstoßen.
Beim Iryo kam der größte Teil des Zuges vom Gleis
Beim Iryo(descarrilados) blieben nach dem Bericht der AITAT nur die Wagen 7 und 8 nicht von den Schienen. Die übrigen Wagen fielen vom Damm. Damit war der Iryo nicht nur das getroffene Fahrzeug: Er stand zwar am Signals des Bahnhofs, wurde aber mit hoher Geschwindigkeit von einem zweiten Zug auf derselben Strecke erfasst.
Die AITAT lässt keine Ursache vorwegnehmen
Alle Hypothesen bleiben offen
Die Autoridad Administrativa Independiente para la Investigación Técnica de Accidentes e Incidentes Ferroviarios, Marítimos y de Aviación Civil eröffnete am Donnerstag das Untersuchungsverfahren. Sie stufte den Unfall als „grave“ ein. In einer Informationsnotiz erklärte sie, die Untersuchung befinde sich in einer frühen Phase. Deshalb könnten Ursachen und beeinflussende Faktoren nicht benannt werden, ohne über die bereits festgestellten Daten hinaus zu spekulieren.
Die Behörde verwies damit ausdrücklich darauf, dass der endgültige Bericht die Schlussfolgerungen der Untersuchung enthalten wird. Eine technische Ursache, ein Fehler im Signal- oder Sicherheitssystem oder ein betrieblicher Ablauf wird in der veröffentlichten Information bislang nicht benannt.
So kam die Behörde zu ihren Feststellungen
Dieteams der AITAT inspizierten den Kollisionsort, die Infrastruktur und die beteiligten Fahrzeuge. Außerdem prüften sie das Telefonembuch sowie die Aufzeichnungen der Kommunikationen, die im Moment des Zusammenstoßes stattfanden. Damit stützt sich die Behörde auf die Situation am Unfallort sowie auf die Kommunikationsdaten der Beteiligten.
Puente spricht nach nur zwei Tagen
Der Pressetermin
Verkehrsminister Óscar Puente wird am Freitag um 11:30 Uhr im Ministerium eine Pressekonferenz abhalten. Wie El País berichtet, war dieser Termin nicht zuvor für diesen Freitag auf der Regierungsagenda vermerkt.
Zwischen dem Unfall am Mittwoch und dem Auftritt am Freitag liegen damit zwei Tage. Die angekündigte Erklärung folgt auf die Eröffnung des AITAT-Verfahrens und die Erklärung, dass sämtliche Ursachenhypothesen offen bleiben. Für eine Einordnung der Kollision bleiben nach den vorliegenden Angaben vor allem der Ablauf auf der Strecke, die Zugbesetzungen, die Schätzung der Geschwindigkeit des AVE und die bislang untersuchten Beweismittel.
Die Behörden haben nach dem Unfall ihre Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen ausgedrückt. Wie die AITAT betont, stehen die Schlussfolgerungen noch aus; der angekündigte Pressetermin ändert daran nichts. Er macht den aktuellen Ermittlungsstand öffentlich, ohne dass aus den vorliegenden Quellen bereits eine Ursache hervorgeht.
Was feststeht – und was noch offen ist
Die bestätigten Fakten
Feststehen sind der Ort und die Uhrzeit des Zusammenstoßes, die Strecke Madrid–Sevilla, der Stillstand des Iryo vor dem Bahnhofssignal, das Aufprassen des AVE von hinten sowie die Schätzung von 160 bis 200 km/h. Außerdem hat die AITAT den Ablauf der Entgleisung sowie die Anzahl der Passagiere und Crewmitglieder in beiden Zügen dokumentiert.
Die offenen Fragen
Offen bleiben Ursache und Einflussfaktoren, die genaue Geschwindigkeit des AVE und die Schlussfolgerungen des Untersuchungsberichts. Auch die in der AITAT-Mitteilung verwendete Einstufung als schwerer Unfall ersetzt keine Ursachenklärung. Sie ordnet den bisher bekannten Unfallhergang ein, während die Behörde ausdrücklich davor warnt, Erklärungen vorwegzunehmen.
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