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Schaeffler baut Stellen ab: 300 Millionen Euro pro Jahr

Der bayerische Autozulieferer Schaeffler streicht Tausende Stellen in Deutschland und schließt vier Werke. Das Programm soll jährlich 300 Millionen Euro sparen.

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Schaeffler baut Stellen ab: 300 Millionen Euro pro JahrAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Schaeffler baut Tausende Stellen ab: Die Fakten.

Schaeffler streicht nicht nur einzelne Stellen: Der Auto- und Industriezulieferer plant in Europa den Abbau von 3.460 Arbeitsplätzen, davon 2.660 in Deutschland. In der Bundesrepublik sollen vier Werke geschlossen werden – in Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach. Die Informationen stammen aus den Berichten von Handelsblatt und Spiegel.

Damit verschärft Schaeffler seinen Sparkurs erheblich. Die geplanten Schritte treffen nicht nur einzelne Teams oder Funktionen, sondern verändern die Produktionsstruktur des Konzerns. Beschäftigte müssen mit Jobverlust, dem Wegfall ganzer Standorte oder Gehaltsverzichten rechnen.

2.660 deutsche Stellen bedeuten einen tiefen Einschnitt

2.660 der knapp 32.000 Beschäftigten in Deutschland sind von den neuen Kürzungen betroffen. Das entspricht rund neun Prozent der aktuellen deutschen Belegschaft. Rechnet man bereits beschlossene Programme hinzu, will Schaeffler nach Unternehmensangaben rund 18 Prozent seiner deutschen Arbeitsplätze abbauen.

Die Zahl bekommt ihre Dimension durch den Vergleich: Es geht nicht um einzelne Schließstellen oder eine begrenzte Umstrukturierung einzelner Bereiche. Schaeffler reduziert die Beschäftigung in Deutschland in einem Umfang, der auch die regionale Arbeitsmarkt- und Produktionssituation der betroffenen Gebiete berührt.

Wo die Stellen entfallen

Für zwei der vier Schließungen nennt die Mitteilung konkrete Zahlen. In Dortmund sind 430 Beschäftigte betroffen. Das Werk in Morchbach beschäftigt 160 Mitarbeitende. An beiden Standorten werden Produkte für Verbrennungsmotoren hergestellt.

Die Standorte Berlin und Schwalbach sollen ebenfalls geschlossen werden. In Berlin fallen dadurch 270 Stellen weg. In Schwalbach plant Schaeffler, den Großteil der rund 385 Beschäftigten in das Werk nach Frankfurt zu verlagern. Der relocating-Teil dieser Maßnahme bedeutet deshalb nicht, dass alle dortigen Arbeitsplätze ersatzlos gestrichen werden.

Vier Schließungen und sieben Produktionsstandorte im Umbau

Die vier geschlossenen Werke sind nur ein Teil des Vorhabens. Schaeffler will außerdem die Produktion in Höchstadt, Erlangen, Schweinfurt, Herzogenaurach, Bühl, Nürnberg und Regensburg umstrukturieren und teilweise reduzieren.

Damit reicht der Einschnitt über die als geschlossen gemeldeten Standorte hinaus. In den sieben genannten Werken wird die künftige Produktionsmenge verändert, auch wenn die Mitteilung für diese Standorte keine detaillierten Beschäftigtenzahlen nennt. Damit lässt sich besser einordnen, warum die Kürzungen über das Rhein-Ruhr-Gebiet hinaus beachtet werden.

Die betroffene Produktion hat zudem einen klaren technischen Bezug: In Dortmund und Morbach entstehen Produkte für Verbrennungsmotoren. Schaeffler begründet seine weiteren Einschnitte mit der Automobilkrise in Europa, die weitere Gegenmaßnahmen und strukturelle Anpassungen erfordere. Der Konzern räumt damit selbst ein, dass es sich um mehr als eine kurzfristige Kostensenkung handelt.

300 Millionen Euro ab 2030 gegen hohe Einmalkosten

Das wirtschaftliche Ziel des Programms ist eine Verbesserung des jährlichen Ergebnisses um 300 Millionen Euro ab 2030. Diese Angabe bezieht sich auf die Wirkung der Maßnahmen im Jahr 2030, nicht auf eine einmalige Kostensenkung in der Ankündigung.

Dieses Ziel erreicht Schaeffler auf mehreren Wegen: durch weniger Stellen, den Abbau von Produktionskapazität, die Verlagerung eines Teils der Beschäftigung von Schwalbach nach Frankfurt und Gehaltsverzichte. Die Kombination zeigt, wie stark das Sparprogramm auch die noch verbleibende Belegschaft belastet.

Die Rechnung des Konzerns

Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld veranschlagt für das Sparprogramm Einmalkosten von rund 480 Millionen Euro. Der langfristige Effekt liegt in der jährlichen Ergebnisverbesserung, während zunächst die Umstellung von Standorten, die Verlagerung von Beschäftigten und die Personalmaßnahmen finanziert werden müssen.

Gehaltsverzichte sollen den Stellenabbau abmildern

Die verbleibende Belegschaft soll in den kommenden beiden Jahren freiwillig auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Das Unternehmen begründet diesen Schritt direkt mit den Stellenkürzungen: „Ohne den Solidaritätsbeitrag wäre der Stellenabbau nochmals größer ausgefallen.“

Damit sollen Gehaltsverzichte nicht nur zusätzliches Sparen bringen, sondern den erwarteten Jobverlust begrenzen. Gleichzeitig bedeuten sie für Beschäftigte, deren Stellen erhalten bleiben, eine unmittelbare Verringerung des Einkommens. Wie hoch die freiwilligen Verzichte ausfallen und wie viele Beschäftigte tatsächlich teilnehmen, nennt die Mitteilung nicht.

Für die Bilanz zählt am Ende eine harte Mischung: 2.660 zusätzliche Stellenabbauten in Deutschland, vier Werksschließungen, 7 weitere Standorte in der Umstrukturierung und freiwillige Gehaltsverzichte über zwei Jahre. Das Ergebnis soll sich ab 2030 um 300 Millionen Euro pro Jahr verbessern. Für die Beschäftigten ist die wichtigste offene Frage deshalb, welche konkreten Standorte und Gruppen die Maßnahmen treffen und ab wann die Umsetzung beginnt.

Quellen

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