Aus als Staatskonzern: Bund will Sefe offenbar loswerden
Drei Jahre nach der Verstaatlichung mit rund sechs Milliarden Euro will der Bund den Gaskonzern Sefe offenbar wieder verkaufen – ein Termin soll laut Handelsblatt bereits feststehen.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Sefe-Reprivatisierung: Bund steuert offenbar auf Verkauf.
Berlin. Die Bundesregierung will den Gaskonzern Sefe offenbar wieder loswerden – knapp drei Jahre, nachdem der Bund das Unternehmen mit rund sechs Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt und verstaatlicht hatte. Klingt nach kurzem Intermezzo? Ist es auch. Nach Informationen des Handelsblatts steht für einen Verkauf offenbar schon ein Termin fest.
Sefe ist die ehemalige Gazprom Germania. Bis zum russischen Angriff auf die Ukraine im Frühjahr 2022 war das Unternehmen als deutsche Tochter des russischen Energieriesen aktiv – einer der wichtigsten Gasgroßhändler Europas.
Nach dem Einmarsch Russlands geriet Sefe unter Druck: Die Bundesregierung fürchtete, dass ein Ausfall die Energieversorgung in Europa mit erschüttern könnte, und griff mit einer Verstaatlichung durch. Mit Bürgschaften und Kapitaleinlagen stemmte der Steuerzahler rund sechs Milliarden Euro – einer der größten Eingriffe des Staates in die deutsche Wirtschaft seit Jahrzehnten.
Was bisher über einen Verkauf feststeht
Nach Handelsblatt-Angaben ist der Verkaufsprozess offenbar bereits in Gang gesetzt. Für einen Verkauf gibt es dem Bericht zufolge wohl schon ein Datum. Konkrete Interessenten, Preisvorstellungen oder Verfahrensdetails nennt der Bericht bisher allerdings nicht.
Was eine Reprivatisierung bedeuten würde
Mit einem Verkauf würde die Phase als Staatsunternehmen nach knapp drei Jahren enden. Politisch wäre das vor allem ein Signal: Der Notfall-Eingriff in den Gasmarkt wäre offiziell beendet, die Bundesrepublik ginge aus dieser Episode wieder als normaler Marktteilnehmer hervor. Du zahlst als Steuerzahler also weiter mit – nur eben indirekt, falls das Wirtschaftsende der Staatsbeteiligung am Ende doch nicht so reibungslos läuft wie erhofft.
Warum gerade jetzt?
Die Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg hat sich deutlich entspannt. Großhandelspreise für Gas sind gefallen, die Speicher voll, die Versorgung gilt als gesichert. Was 2022 als Notoperation begann, kann unter diesen Bedingungen wieder in Markthände überführt werden – so die Logik hinter dem jetzigen Vorstoß.
Was du zum Hintergrund wissen musst
Sefe sitzt in Hamburg, handelt mit Erdgas auf dem Großhandelsmarkt und betreibt Speicher- und Handelsinfrastruktur in Europa. Für mögliche Käufer bleibt also ein strategisch relevantes Unternehmen übrig – selbst nach dem Ende der Bewältigung der akuten Gaskrise. Welche Interessenten infrage kommen und zu welchem Preis der Bund sein Kriseninvestment wieder abstoßen will, ist die große offene Frage.
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