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288.000 Tonnen Diesel aus Russland: Sieben Tanker steuern in Richtung USA

Sieben Tanker mit geschätzt 288.000 Tonnen russischem Diesel fahren in Richtung USA. Greenpeace verfolgt die Lieferung. Wegen eines politischen Streits um die Legalität der Lieferung bleibt jedoch offen, ob die Schiffe überhaupt entladen werden können.

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288.000 Tonnen Diesel aus Russland: Sieben Tanker steuern in Richtung USAAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Sieben Öltanker steuern mit 288.000 Tonnen russischem Diesel in Richtung USA.

Sieben Tanker, 288.000 Tonnen und ein Ziel, das schon auf See unter Beschuss steht: Die Schiffe transportieren russischen Diesel in Richtung USA. Die Umweltorganisation Greenpeace hat die Bewegung dokumentiert. Nach dem Bericht des Guardian ist dieser Transport die erste Phase eines umstrittenen Lieferabkommens, das zwischen den Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin ausgehandelt wurde.

Damit geht es um mehr als die Bewegung von Schiffen. Die Sendungen würden die jahrelange Sanktionierung russischen Öls umkehren. Gleichzeitig ist unklar, ob die sieben Schiffe ihre Fracht überhaupt an US-Häfen übergeben können. Die harte Zahl steht fest: Die Ladung wird auf 288.000 Tonnen geschätzt. Ob daraus ein tatsächlich abgeschlossener Handel wird, entscheidet sich erst bei der Entladung.

Die Ladung ist der erste Schritt eines 1,8-Millionen-Tonnen-Abkommens

Wladimir Putin hatte dem US-Präsidenten Trump in einem überraschend angekündigten Abkommen am 9. Oktober zugesagt, 1,8 Millionen Tonnen Diesel zu liefern. 300.000 Tonnen sollten sofort folgen. Trump kündigte daraufhin eine sechsmonatige Ausnahme von bestehenden Sanktionen an, damit die Transporte fortgesetzt werden können.

Die sieben Tanker, die Greenpeace jetzt verfolgt, gehören zu dieser ersten Phase. Das Volumen von 288.000 Tonnen liegt knapp unter den zunächst angekündigten 300.000 Tonnen. Die Zahl ist nach Angaben des Guardian jedoch eine Schätzung. Sie beschreibt die Ladung der beobachteten Schiffe, nicht automatisch das gesamte Liefervolumen des Abkommens.

Bis dahin waren nur drei Tanker gezählt worden, die russische Ölterminals in der Ostsee verlassen hatten. Für die neu dokumentierte Gruppe nutzte Greenpeace nach eigenen Angaben eine Reihe von Quellen, darunter verschiedene Websites zur Schiffsverfolgung. Nach Einschätzung der Umweltorganisation ist diese Beobachtung deshalb die bislang vollständigste.

Die erste Phase ist damit klar abgegrenzt. Aus sieben dokumentierten Schiffen lässt sich nicht ohne Weiteres das Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Tonnen ableiten. Ebenso wenig nennt der Bericht einzelne Liefertermine oder eine vollständige Liste aller Häfen, die die späteren Sendungen anlaufen sollen.

Die Schiffe sind schon unterwegs – die Entladung bleibt der politische Knackpunkt

Beim ersten Blick wirkt die Nachricht einfach: Russischer Diesel bewegt sich Richtung US-Markt. Der entscheidende Zusatz betrifft die Rechtslage. Greenpeace- Energiespezialist Shaun Burnie argues, dass die Sendungen gestoppt werden sollten, wenn die Standorte der Tanker auf einer Karte verfolgt werden können. Nach seiner Einschätzung könnten der Kongress oder örtliche Behörden in den USA die Transporte anhalten.

Seine Begründung ist politisch deutlich: „Statt Russland für seinen grausamen Krieg gegen die Ukraine zu belohnen, braucht es härtere Sanktionen. Diese Sendungen können gestoppt werden.“ Damit steht die Forderung nicht nur gegen die Lieferung selbst, sondern auch gegen die politische Entscheidung, sie überhaupt zuzulassen.

Die Blockade ist bisher nicht abgeschlossen. Berichte zufolge hat das Weiße Haus versucht, US-Unternehmen zu ermutigen, das Öl zu übernehmen. Käufer sind nach den Angaben des Guardian jedoch nicht in Sicht, weil die rechtlichen Risiken unmittelbar vor den Zwischenwahlen am nächsten Dienstag besonders hoch sind.

Eine Gruppe US-Abgeordneter, angeführt von mehreren demokratischen Senatoren, warnte Banken und Hafenbehörden davor, den russischen Diesel anzunehmen. Sie müssten mit kongressischen Untersuchungen und weiteren rechtlichen Schritten rechnen, wenn sie die Ladung abfertigen. Mikie Sherrill, demokratische Gouverneurin von New Jersey, sagte, sie prüfe Möglichkeiten, eine Entladung in ihrem Bundesstaat zu verhindern. Sie bezeichnete das Abkommen als „korrupt und illegal“.

Damit liegen zwei Ebenen nebeneinander: Die Schiffe fahren bereits in Richtung USA, doch die eigentliche Entscheidung fällt erst bei der Annahme der Fracht. Ohne Entladung würde die dokumentierte Anfahrt keinen unmittelbaren Zugang der geschätzten Dieselmenge zum US-Markt belegen. Aus der politischen Kontroverse folgt aber ebenfalls nicht, dass die Lieferung endgültig verhindert wird.

Von den Ölterminals bis in die English Channel

Greenpeace konnte die Positionen der sieben Schiffe auf einer Karte zeigen. Das soll die Beobachtung nachvollziehbar machen und die Forderung nach einem Stopp der Transporte unterstützen. Zu Beginn der veröffentlichten Karte lag der Tanker Taurus bereits relativ nah an den USA. Fünf der übrigen Schiffe befanden sich in der Nähe des Vereinigten Königreichs, drei fuhren durch die English Channel oder in sie hinein.

Damit verteilen sich die Schiffe auf verschiedene Routen und Regionen. Der Bericht nennt außerdem die PVT Azura als eines der beobachteten Schiffe. Greenpeace verweist für dasBegleitbild auf eine Dateiaufnahme der PVT Azura. Es handelt sich dabei um ein Abbild, nicht um eine Aufnahme, die den aktuellen Stand der gesamten Lieferung zeigen würde.

Die bisherigen Meldungen zu den ersten drei Tankern bezogen sich auf Abfahrten von russischen Ölterminals in der Ostsee. Für die sieben nun verfolgten Schiffe nennt der Guardian in der Zusammenfassung keine einzelnen Abfahrtsorte und keine vollständigen Routen. Die Positionsangaben zeigen den Stand, als die Karte erstmals veröffentlicht wurde.

Greenpeace liefert damit die Verbindung zwischen den sieben Schiffen und der politischen Vereinbarung. Die Organisation verfolgt nicht nur die Frachtmenge, sondern verknüpft die dokumentierte Bewegung mit der Forderung, die Sendungen in den USA stoppen zu lassen.

Trump verspricht niedrigere Dieselpreise – der Markt zeigt eine andere Entwicklung

Trump hatte das Abkommen damit begründet, den Dieselpreis in den USA senken zu können. Nach den Angaben der American Automobile Association lag der Preis je Gallone bei 6,28 US-Dollar, als die Vereinbarung angekündigt wurde. Später stieg er auf 6,33 US-Dollar.

Damit zeigt die im Bericht genannte Preisentwicklung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht die erhoffte Senkung. Der politische Nutzen, den Trump mit dem Deal verband, traf auf steigende Kraftstoffpreise. Zugleich waren seine Zustimmungswerte nach dem Angriff auf Iran im Frühjahr gesunken. Die Zwischenwahlen versprechen deshalb eine zusätzliche Belastung für die Durchsetzung des Lieferabkommens.

Auch die Abwägung innerhalb der US-Regierung fällt eindeutig aus. Offizielle Stellen wollen offenbar verhindern, dass Banken, Hafenbetreiber oder Unternehmen die rechtlich umstrittene Lieferung annehmen. Die_loadung selbst ist damit nicht automatisch vom Tisch: Die Tanker bewegen sich, die US-Behörden prüfen die Annahme und die politische Zuordnung bleibt umstritten.

Die Sanktionslage kehrt sich unter sechsmonatiger Ausnahme um

Russland war seit dem Beginn der vollständigen Invasion der Ukraine im Februar 2022 von Wirtschaftssanktionen der USA, der EU, des Vereinigten Königreichs und weiterer westlicher Volkswirtschaften betroffen. Trump hatte im Herbst seinen Kurs geändert und versucht, enger mit Putin zusammenzuarbeiten, obwohl Russland die Ukraine weiterhin angreift.

Die sechsmonatige Sanktionsausnahme bildet nun den rechtlichen Rahmen für die ersten Sendungen. Gleichzeitig beschränkte ein Präsidialerlass aus der Ende September die Veröffentlichung von Informationen über russische Ölexporte. Nach den Angaben des Guardian wollte das Kremlium damit die neuesten Exportmengen geheim halten und internationale Sanktionen umgehen.

Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte das Abkommen, weil das eingenommene Geld dem Kremlium helfen könnte, den Krieg weiter zu finanzieren. Seine Kritik richtete sich besonders an „Hinterzimmerdeals“, die Putin mehr Chancen auf dem Schlachtfeld geben würden.

Der politische Gegenpol bleibt scharf: Trump sieht in der Lieferung ein Instrument zur Senkung der Dieselpreise, während Greenpeace und ukrainische Kritiker das Abkommen als Unterstützung für Russlands Kriegsführung verstehen. Belegt sind sieben Tanker, eine geschätzte Ladung von 288.000 Tonnen, die Richtung USA, die erste Phase des Abkommens und die offene Frage der Entladung.

Quellen

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