Trumps Zölle belasten Kanada: Der Gipfel in Montreal im Überblick
Beim Gipfel, der in Montreal beginnt, geht es auch um die künftige Zusammenarbeit der EU mit Kanada. Die Folgen von Trumps Zöllen sind dort bereits spürbar, und große Erwartungen richten sich an den Gipfel.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Trumps Zölle treffen Kanada: Montreal rückt die Zusammenarbeit mit der EU in den Fokus.
An dem Tag, an dem in Montreal der EU-Kanada-Gipfel beginnt, rückt die Zusammenarbeit zwischen Kanada und der Europäischen Union in den Mittelpunkt. Der Bericht von Giselle Ucar für Le Monde beziehungsweise ARD New York vom 29.10.2026 beschreibt eine Situation, in der der amerikanische Handelsdruck bereits im kanadischen Alltag angekommen ist.
Für viele Kanadier sitzt der Schock nach wie vor tief. Jay, der in Montreal lebt, spricht vor allem darüber, wie verstörend die Situation mit den USA wirkt: Als ehemals engster Verbündeter und Nachbar enthalte sich das Land plötzlich ständig neuen US-Strafzöllen. Das betrifft nicht nur exportorientierte Unternehmen. Auch Einkäufe im Supermarkt werden teurer. So stiegen die monatlichen Ausgaben von Elaine und ihrem Mann von zuvor 500 auf inzwischen 800 Kanadische Dollar.
Damit ist der Gipfel in Montreal keine abstrakte Debatte über Handelspolitik. Die Zölle verändern bereits Preise und Geschäftsaussichten. Gleichzeitig sucht Kanada nach zusätzlichen Handelsbeziehungen, um weniger von den USA abhängig zu sein.
Warum 50-Prozent-Zölle kleine Unternehmen treffen
Der Schock trifft besonders kleine und mittelgroße Betriebe. Dan Kelly, Präsident des kanadischen Verbands für unabhängige Unternehmen CFIB, sagt, dass viele dieser Unternehmen wegen der Handelszölle seit Monaten ums Überleben kämpfen. Besonders hart treffe Betriebe mit einem Kundenstamm in den USA.
Ein kanadischer Honigproduzent schrieb Kelly, er habe Angst, einen wichtigen US-Kunden zu verlieren, den er seit Jahrzehnten beliefert. Seit August wird kanadischer Honig in den USA mit 50 % Strafzoll belegt. Dasselbe gilt laut Bericht für Teile für Modelleisenbahnen aus dem 3D-Drucker, die ein anderes kanadisches Kleinunternehmen fast ausschließlich in die USA verkaufte.
Die unmittelbare Reaktion der Kunden war laut Kelly eindeutig: Sobald die Zölle in Kraft traten, legten Kunden genau diese Waren beim Onlineshopping wieder zurück. Der zusätzliche Preis machte den Kauf unattraktiv. Aus der seit Jahren bestehenden Kundenbeziehung kann so kurzfristig ein Umsatzverlust werden.
Die Zollwirkung ist damit nicht nur eine Zahl auf einer Statistik. Sie entscheidet, ob ein langjähriger Großkunde bleibt, ob Exporte ins Nachbarland noch funktionieren und ob ein Kleinbetrieb seine bisherige Rolle am Markt halten kann.
Warum viele kleine Firmen keine staatliche Hilfe bekommen
Die Unterstützungsgrenze liegt laut CFIB bei einer Million Kanadischer Dollar Umsatz. Kelly sagt, dass viele seiner mehr als 100.000 Verbandsmitglieder keine staatliche Unterstützung erhalten. Die Hilfsmaßnahmen der kanadischen Regierung kämen überwiegend großen Unternehmen zugute.
„Wenn man nicht die Umsatzschwelle von einer Million kanadischen Dollar überschreitet, dann hat man zu keinem der Hilfsprogramme Zugang“, sagte Kelly. Er nannte diese Ausrichtung gegenüber den kleinen Unternehmen seiner Ansicht nach beschämend: Der Staat unterstütze große Unternehmen, während kleinere Betriebe ohne Zugang zu den Programmen auskommen müssten.
Damit entsteht eine konkrete Lücke zwischen den Betroffenen und den vorhandenen Hilfsprogrammen. Gerade die Unternehmen, die laut Kelly seit Monaten ums Überleben kämpfen, können von den Maßnahmen für große Firmen häufig nicht profitieren.
Das CETA soll mehr können als bisher
Kelly setzt auf mehr Handel mit der EU. Kanadas Absicht, künftig mehr mit der Europäischen Union zu handeln und unabhängiger von den USA zu werden, begrüßt er ausdrücklich. Er hofft, dass das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA dadurch endlich von allen EU-Staaten ratifiziert wird.
Das reicht ihm aber noch nicht. CETA habe bisher kein Kapitel, das den Handel zwischen kleineren Unternehmen in Europa und kleineren Unternehmen in Kanada fördere. Kelly wünscht sich ein solches zusätzliches Kapitel. Außerdem müsse das Abkommen um weitere Handelserleichterungen erweitert werden, etwa durch den Abbau von bürokratischen Hürden, die nach wie vor bestünden.
Genau hier liegt die Verbindung zum Gipfel in Montreal. Die Zölle der USA verschärfen den Druck auf kanadische Betriebe. Gleichzeitig entsteht mit der EU die Chance, Handelsbeziehungen auszubauen. Wie eng diese Zusammenarbeit werden soll, ist deshalb eine Frage mit unmittelbaren Folgen für Hersteller, kleine Unternehmen und die Preise, die Kanadier im Supermarkt bezahlen.
Die zentrale Einordnung des Gipfels
Die Meldung nennt keine detaillierten Beschlüsse des Gipfels. Sie beschreibt aber klar, was auf dem Spiel steht: 50 % Strafzoll auf bestimmte Waren, gestiegene Einkaufspreise in Kanada und fehlende staatliche Hilfe für viele kleine Betriebe. Der EU-Kanada-Gipfel findet damit zu einem Zeitpunkt statt, an dem der ökonomische Druck bereits konkret sichtbar ist.
Aus Sicht von Kelly wäre eine engere Verbindung zur EU dennoch mehr als ein politisches Signal. Ein zusätzliches Kapitel für kleinere Unternehmen, der Abbau bürokratischer Hürden und die vollständige Ratifizierung von CETA könnten den kanadischen Firmen einen anderen Markt öffnen. Wie weit die Regierungen dieses Ziel in Montreal tatsächlich erreichen, lässt sich aus dem vorliegenden Bericht nicht ablesen.
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