USA-Wirtschaft wächst im dritten Quartal stärker als erwartet

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Laut Spiegel gingen die Exporte zurück, während die Konsumfreude der Amerikaner trotz steigender Inflation den Wachstumsmotor bildete.

3 Min. Lesezeit
USA-Wirtschaft wächst im dritten Quartal stärker als erwartetAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert USA-Wachstum im dritten Quartal: Warum der Außenhandel nicht das ganze Bild erzählt.

3,4 Prozent statt 3,2 Prozent – so viel optimismierte der Start in den Herbst. Nach einer ersten Erhebung des US-Handelsministeriums aus Washington wuchs das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 3,4 Prozent annualisiert gegenüber dem Vorquartal. Ökonomen hatten im Durchschnitt mit 3,2 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal waren es noch 2,2 Prozent gewesen. Der Spiegel berichtet von einer spürbaren Beschleunigung, die vor allem die heimische Nachfrage trug.

Der private Konsum trug das dritte Quartal

Die Verbraucherausgaben stiegen im September um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Einen Monat zuvor hatte der Anstieg sogar 0,9 Prozent betragen. Damit blieb der private Konsum nicht nur in den Wirtschaftsdaten ein wichtiger Motor, sondern auch in der monatlichen Entwicklung der Nachfrage messbar stark.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Preise gleichzeitig weiter stiegen. Trotz steigender Inflation gaben die Haushalte mehr Geld aus. Stephan Bales von KfW Research begründet die Robustheit der US-Wirtschaft mit dieser Entwicklung: Der private Konsum bleibe trotz Inflation, hoher Spritpreise und steigender Zinsen eine Stütze.

Zusätzlichen Schub habe der KI-Investitionsboom geliefert, der seit mehreren Monaten das Wachstum antreibe. Damit standen im dritten Quartal zwei Nachfragequellen im Zentrum: die Ausgaben der Verbraucher und die Investitionen rund um künstliche Intelligenz. Die schwierigen Bedingungen seien laut dem Bericht nicht verschwunden. Er spricht sogar von Belastungen durch den Irakrieg im Sommer.

Warum die 3,4 Prozent mit Europa nicht direkt vergleichbar sind

Die US-Zahlen werden annualisiert, europäische Wachstumsraten dagegen nicht. Deshalb kannst du 3,4 Prozent in den USA nicht unverändert mit einer europäischen Rate gleichsetzen. Der Bericht nennt dafür eine einfache Umrechnung: Um eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu erhalten, muss die US-Rate durch vier geteilt werden. Aus 3,4 Prozent werden so 0,85 Prozent.

Die Aussage bleibt trotzdem eindeutig. Die US-Wirtschaft legte im dritten Quartal stärker zu als von den meisten Ökonomen erwartet. Der Anstieg gegenüber dem zweiten Quartal, der noch mit 2,2 Prozent annualisiert ausgewiesen wurde, zeigt zugleich, wie stark sich das Tempo innerhalb eines Jahres verbessert hat.

Robust ist nicht risikofrei

Das stärkste Gegenargument zur guten Nachrichtlieferung nennt Bales selbst. Der KI-Investitionsboom werde zunehmend über Schulden finanziert. Dadurch könne das Wachstum anfälliger für plötzliche Liquiditätskrisen werden. Ohne den Stoßdämpfer des Eigenkapitals führten ausbleibende Gewinne bei hohen Zinsen schnell zu Zahlungsproblemen.

Damit liegt hinter den 3,4 Prozent ein zweigeteiltes Bild. Der Konsum zeigt, dass die Haushalte trotz Inflation weiter kaufen. Die investitionsgetriebene Nachfrage kann das Wachstum anheben, ist laut Bales aber mit einem wachsenden Finanzierungsrisiko verbunden. Die Expansion ist also kräftig, aber nicht von den Belastungen der Finanzierung frei.

Der Außenhandel bleibt eine Lücke in der Bilanz

Der vorliegende Bericht nennt zwar 3,4 Prozent Wachstum, 3,2 Prozent Erwartung und die Verbraucherausgaben von September und August. Er enthält jedoch keine konkreten Zahlen zu Exporten, Importen oder zum Außenhandelsbeitrag. Deshalb lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten, wie stark oder schwach der Außenhandel das dritte Quartal tatsächlich geprägt hat.

Belastbar ist dagegen die andere Seite der Geschichte: Die US-Wirtschaft beschleunigte ihr Wachstum, obwohl die Inflation stieg. Getragen wurde der Aufschwung von privatem Konsum und KI-Investitionen. In einer Wahlphase fünf Tage vor den US-Zwischenwahlen deuteten diese Daten laut Bales auf eine widerstandsfähige US-Wirtschaft hin. Für den Außenhandel bleibt die Antwort in den vorliegenden Daten allerdings eine offene Frage statt einer klaren Zahl.

Quellen

Was denkst du?

AI-unterstützt · redaktionell betreut

Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.