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Fast ganz Afrika beim Gipfel: Wie stark ist Putins Einfluss?

Beim dritten Afrika-Russland-Gipfel waren fast alle afrikanischen Länder dabei. Moskau versucht, seinen Einfluss auf dem Kontinent auszubauen, während China und die EU beim Handel weit vorn liegen.

4 Min. Lesezeit
Fast ganz Afrika beim Gipfel: Wie stark ist Putins Einfluss?AI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Afrika-Gipfel: Putin erreicht fast alle afrikanischen Länder.

Als William Rutos Blaulicht-Konvoi nach Moskau einfährt, begrüßt ihn der Gastgeber schon auf dem Weg: Auf den Leuchtwänden steht in Englisch und Russisch „Willkommen, Ihre Exzellenz William Samoei Ruto, Präsident der Republik Kenia!“. Das ist mehr als ein Empfang für einen einzelnen Staatschef. Es ist die Botschaft an mehr als 20 Staats- und Regierungschefs und 48 Delegationen, die zum dritten Afrika-Russland-Gipfel in Moskau angereist sind. Fast ganz Afrika war dabei.

Für Wladimir Putin ist das ein Signal nach innen und außen: Russland ist international nicht isoliert. Die breite Teilnahme zeigt, dass Moskau mit Afrika in einem großen Rahmen sprechen kann. Wirtschaftlich steht die Bilanz allerdings deutlich schlechter aus. Beim Handelsvolumen liegen China und die EU weit vor Russland – uneinholbar.

Die Aussage des Xataka-Berichts lautet:

Beim Handel mit Afrika liegen China und die EU weit vor Russland. Doch Moskau versucht, seinen Einfluss auf dem Kontinent zu stärken – beim dritten Afrika-Russland-Gipfel waren fast alle afrikanischen Länder dabei.

Quelle: Xataka

48 Delegationen machen den Gipfel zum politischen Signal

Die Zahl der Delegationen macht deutlich, wie breit Russland seine afrikanische Kontaktfläche an diesem Gipfel aufgebaut hat. Fast alle afrikanischen Staaten waren vertreten. Für Putin ist das ein sichtbarer Beleg dafür, dass Russland auf dem Kontinent nicht allein steht. Das dürfte auch innenpolitisch nützen, weil Moskau den Kontinent als Gefahrenraum für seine internationale Isolierung darstellen kann.

Die politische Breite bedeutet jedoch nicht, dass alle Teilnehmerstaaten denselben wirtschaftlichen Nutzen erwarten. Der Bericht nennt zwar Diskussionsrunden zu Energie und Ernährung, außerdem zu Gesundheit, Bevölkerungswachstum und künstlicher Intelligenz. Konkrete Ergebnisse nennt die Quelle für die Beteiligung allein aber nicht. Am Ende des Gipfels wird es Deklarationen und vermutlich auch Handelsabkommen geben. Wie bedeutsam diese sind, zeigt sich laut Bericht erst später an ihrer Umsetzung.

Die Delegationen kommen also nicht nur zu einer gemeinsamen Erklärung. Sie bilden einen breiten Kreis, in dem Moskau seine afrikanischen Ansprechpartner sichtbar machen kann. Das stärkt Putins Ziel, den politischen Einfluss auf der Weltbühne auszubauen. Um den wirtschaftlichen Abstand zu China und der EU zu verkürzen, reicht die Zahl der Gäste allein nicht.

13 Millionen Tonnen Agrarprodukte: Das stärkste wirtschaftliche Argument

Beim Thema Ernährung hat Russland für viele Teilnehmerstaaten ein greifbares Angebot. Putin erklärte auf dem Gipfel, Russland habe in den ersten neun Monaten des Jahres 13 Millionen Tonnen Agrarprodukte nach Afrika exportiert. Besonders wichtig sei dabei die Lieferung von Weizen. Das kommt laut Bericht bei den meisten Teilnehmerstaaten gut an.

Das Angebot richtet sich an ein konkretes Problem: Wegen des russischen Angriffskrieges ist das Angebot an ukrainischem und russischem Getreide geschrumpft, zugleich sind die Preise gestiegen. Anders als bei humanitärer Nahrungsmittelhilfe, in der „Putins Kornkammer keine vergleichbare Rolle“ spielt, kann Russland bei kommerziellen Getreidelieferungen punkten.

Russlands Vize-Außenminister kündigte außerdem ein „logistisches Drehkreuz“ an, das beim großen Getreideabnehmer Ägypten für Afrika entstehen soll. Damit liegt auf dem Tisch, wie Moskau seine Rolle als Lieferant ausbauen will. Der Gipfel liefert also ein konkretes Thema und eine konkrete Handelsidee, auch wenn der Bericht noch keine Umsetzungszahlen nennt.

Energie und Rüstung: Dort ist Russlands Rolle konkreter

Noch mehr Interesse gab es laut Bericht an Energielieferungen. Russland könne nicht nur Öl und Gas exportieren, sondern afrikanischen Staaten auch helfen, sich selbst zu versorgen. NJ Ayuk von der African Energy Chamber sieht darin eine Unabhängigkeit von europäischer Hilfe: Afrika solle Gas und Petrochemie selbst produzieren, statt weiter auf europäische Unterstützung angewiesen zu sein.

Auch die Rüstung präsentierte Russland deutlich sichtbarer. Auf dem Ausstellungsgelände standen Schusswaffen und Kampfdrohnen. Emmanuel Sorgho aus Burkina Faso sagte, das Land habe viele Sicherheitsprobleme, und bezeichnete Russland als besseren Partner als Frankreich.

Diese Beziehung stützt sich nicht nur auf Waffenlieferungen. Burkina Faso, Mali und Niger schlossen sich nach dem Bericht zu einer Allianz zusammen und arbeiteten mit Russland zusammen. Auch für die Zentralafrikanische Republik seien russische Waffen, Kämpfer und Ausbilder ohne Unterstützung durch Russland kaum zu ersetzen. Bezahlt werde je nach Vereinbarung mit Geld, Gold, Diamanten oder Rohstoffen.

Genau diese Beziehungen machen den Einsatz afrikanischer Unterstützer für Russland attraktiv. Zugleich weist der Bericht darauf hin, dass internationalen Organisationen zufolge russische Kämpfer in Afrika schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. In den afrikanischen Delegationen werde dies zur Kenntnis genommen, hieß es in der Quelle.

Putins Reichweite wächst, während die Handelsbilanz bleibt

Russlands Afrikapolitik reicht weit über Getreide und Energie hinaus. Bei den Themen Gesundheit und Bevölkerungswachstum kann Moskau auf wirtschaftliche und wissenschaftliche Kompetenz setzen, bei der künstlichen Intelligenz auf technische Angebote. Zugleich nutzt Putin den Kontinent, um seinen politischen Einfluss auf der Weltbühne zu stärken.

Das erklärt, warum der dritte Gipfel für den Kreml wichtig ist. Afrika gilt dank seiner Bodenschätze und seiner erwarteten Bevölkerungsentwicklung als Kontinent der Zukunft. Putin zitiert dafür die UN und sagt: „Nicht umsonst wird Afrika als Kontinent der Zukunft bezeichnet.“

Die stärkste Gegenargumentation zur Breite dieser Strategie liefert derselbe Bericht: China und die EU liegen beim Handel mit Afrika uneinholbar vorn. Die hohe Teilnahmezahl beweist daher Moskaus politische Zugkraft, aber keinen wirtschaftlichen Durchbruch. Putins Afrika-Offensive ist bislang vor allem eine Reichweitenstrategie. Ob die 48 Delegationen daraus mehr machen als aus Deklarationen und geplanten Abkommen, entscheidet sich an deren Umsetzung.

Quellen

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