Saracens-Boss Venter: 'Prem Rugby ist eine Autokratie'
Saracens-Technikchef Brendan Venter hat die englische Prem Rugby bei einem seltenen Auftritt am Trainingsgelände als 'autokratisch' kritisiert. Seinen Frust über die Interview-Pflichten machte er ungewöhnlich deutlich – und sprach auch über Wein, Ukraine und Gaza.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Brendan Venter nennt Prem Rugby eine 'Autokratie'.
Er kam mit gesenktem Kopf, gab einsilbige Antworten und wirkte, als wäre er lieber woanders. Brendan Venter, Technischer Direktor und "Head of Culture" der Saracens, hat bei einem lange erwarteten öffentlichen Auftritt am Trainingsgelände des Clubs kaum einen Hehl daraus gemacht, dass er Presserunden nicht gerade liebt. Am Ende hatte er trotzdem reichlich zu sagen – über die Prem Rugby, über Weinmachen und über die Weltlage.
Was als Pflichttermin begann, entwickelte sich schnell zu einer Generalabrechnung mit der englischen Profiliga.
Was Venter der Liga vorwirft
Im Zentrum seiner Kritik stand die Prem Rugby selbst. Die Liga, so Venter, agiere wie eine "Autokratie". Auslöser für den Rundumschlag war offenbar der wachsende Druck zu Medienauftritten, den der Ligabetrieb den Clubs auferlegt. Wie sehr ihn diese Pflicht belastet, machte der Südafrikaner ungewöhnlich direkt klar.
Interviews stehlen mir meine Freude.
Worte, die in der englischen Rugby-Szene für Aufsehen sorgen dürften. Venter gilt seit Jahren als einer der prägendsten Köpfe hinter der Saracens-Maschinerie – und als einer der öffentlichkeitsscheuesten Trainerprofile der Liga.
Wein, Ukraine und Gaza – der weite Bogen
Wer bei Venter mit rein sportlichen Themen rechnet, wird regelmäßig enttäuscht. Auch diesmal schlug er einen Bogen, der weit über den Platz hinausreichte: Er verglich Rugby mit dem Weinmachen, erwähnte den Ukraine-Krieg und den Gaza-Konflikt und sprach ausführlich über einen Vortrag, den er kürzlich an einer Schule gehalten hatte.
Der Guardian ordnete den Auftritt mit einer Mischung aus Respekt und Augenzwinkern ein: Wer mit Venter zu tun habe, wisse, dass diese Begegnungen selten langweilig seien – und die jüngste sei das Warten wert gewesen.
Was vom Auftritt bleibt
Venters mediale Zurückhaltung ist in der englischen Rugby-Szene kein Geheimnis. Neu ist, dass er sie so offen benennt und die Ligastruktur direkt angreift. Für die Saracens, unter deren Trainer-Ikone Venter und einer Reihe namhafter Spieler zu den prägenden Teams der letzten Jahre gehörten, bedeutet das: Der Kopf hinter der Vereinskultur steht zwar weiterhin zur Mannschaft, übt aber spürbar Distanz zur Vermarktungsmaschinerie der Liga aus.
Wie Prem Rugby auf den "Autokratie"-Vorwurf reagiert, war zunächst nicht bekannt. Klar ist nach diesem Auftritt: Venter hat keine Lust mehr, sich zu verbiegen – und sagt es jetzt auch.
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