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Ausgangssperren in Frankreich – was Lecornu jetzt plant

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat nach schweren Ausschreitungen am vergangenen Wochenende Ausgangssperren angekündigt. Was über die Maßnahmen bislang bekannt ist.

2 Min. Lesezeit
Ausgangssperren in Frankreich – was Lecornu jetzt plantAI MODIFIED

TVS News KI redaktionell betreut präsentiert Frankreich am Limit – Lecornu kündigt Ausgangssperren an.

Über 2000 Festnahmen, mehr als 600 verletzte Beamte, Hunderte geplünderte Geschäfte: Nach den schweren Ausschreitungen vom Wochenende zieht Frankreich die Reißleine. Premierminister Sébastien Lecornu hat am Montag vor Journalisten lokale Ausgangssperren angekündigt und die zuständigen Behörden angewiesen, noch am Abend entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Was Lecornu angekündigt hat – und was nicht

Die Ansage ist deutlich. »Diese Ausgangssperren müssen lokal und begrenzt sein«, sagte der Premierminister. Er sei fest entschlossen, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Gleichzeitig schloss er eine flächendeckende Sperre für Paris ausdrücklich aus: »Es steht nicht zur Debatte, ganz Paris unter eine Ausgangssperre zu stellen.« Welche Städte genau betroffen sein sollen, ließ er zunächst offen. Sollte die Gewalt weiter eskalieren, hält die Regierung auch die Ausrufung des Ausnahmezustands für möglich – aktuell seien Teil-Ausgangssperren aber das Mittel der Wahl.

Eine kleine Entwarnung für Fußballfans: Das Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Barcelona am Dienstagabend soll wie geplant stattfinden.

Das Wochenende in Zahlen

Die offizielle Bilanz nach den Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten ist hart. Laut Innenministerium wurden mehr als 2000 Personen festgenommen, über 600 Beamte wurden verletzt. In mehreren französischen Städten lieferten sich Demonstranten und Polizei Straßenschlachten, Randalierer plünderten Hunderte Geschäfte.

In Paris nahm die Polizei am Sonntag und in der Nacht zum Montag nach Angaben von Innenminister Nuñez 351 Menschen fest. Bürgermeister Emmanuel Grégoire sprach von »unerträglichen Szenen« und sagte dem Sender France Inter: »Es hatte nicht das Ausmaß wie am Samstag, aber es gab Gruppen von Plünderern, die sich auf mehrere Stadtteile verteilt haben.« In Marseille reagierten die Behörden noch am Montag mit einem vorübergehenden Versammlungsverbot.

Schwächen eingeräumt – Macron hält an Nuñez fest

Justizminister Gérald Darmanin hat im Sender France 2 ungewöhnlich offen Schwächen im Sicherheitsapparat benannt: »Ganz offensichtlich gehen sie nicht effektiv gegen die extreme Linke vor.« Die Behörden seien gegen Terrorismus erfolgreich, gegen linksextreme Demonstranten jedoch nicht.

Präsident Emmanuel Macron lehnte derweil ein Rücktrittsangebot von Innenminister Laurent Nuñez ab, um die Befehlskette nicht zu unterbrechen. Stattdessen wies er Nuñez an, neue Konzepte gegen Plünderer auszuarbeiten. Die Botschaft hinter der Entscheidung: Niemand tritt ab, aber liefern müssen alle.

Was am Samstag auf Frankreich wartet – und was du jetzt wissen solltest

Die Protestbewegung der Gelbwesten hat für Samstag, den 24. Oktober, einen »2. Akt« angekündigt – mit Demonstrationen in Dutzenden Orten. Es ist die gleiche Bewegung, die Frankreich schon zwischen November 2018 und Frühjahr 2019 monatelang in Atem gehalten hatte, angetrieben von der Wut über hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit. Die lokalen Ausgangssperren müssen sich also innerhalb weniger Tage an einem neuen Protestwochenende bewähren.

Für dich konkret: Das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Frankreich am Montag angepasst. Wenn du eine Reise planst oder Angehörige vor Ort hast, ist das die Seite, die du jetzt im Blick haben solltest – konkrete Uhrzeiten und Geltungsbereiche der lokalen Sperren werden voraussichtlich erst über die Präfekturen vor Ort bekanntgegeben.

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