High School Musical in London: Süß, glatt, zu sauber?
Das High School Musical läuft mit Harry Judd und KayCee Stroh im Troubadour Wembley Park Theatre in London. Die Guardian-Kritik rückt den Grease-Vergleich und den nostalgischen Charme in den Mittelpunkt. Zu den zentralen Kritikpunkten gehören die äußerst zweidimensionalen Figuren.
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Das High School Musical steht jetzt im Troubadour Wembley Park Theatre in London. Harry Judd übernimmt die Rolle des Coachs. KayCee Stroh, bekannt aus den Originalfilmen, spielt eine Lehrerrolle. Wenn du den Disney-Channel-Klassiker magst, wartet die Show mit vertrauten Elementen auf dich. Die spannendere Frage ist, ob die Londoner Bühnenfassung der bekannten Liebesgeschichte mehr als nur Charme zu bieten hat.
Die Handlung ist schnell erfassbar: Troy Bolton und Gabriella Montez erleben zunächst eine Feiertagsromanze und treffen sich im darauffolgenden Schuljahr an ihrer Schule wieder. Dort hält die soziale Rangordnung die beiden zunächst auseinander. Schließlich bringt ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Singen die beiden zusammen, und sie stellen sich gegen die Konventionen.
Warum Troy und Gabriella trotz fester Rollen zusammenkommen
Die Handlung
Die Grundidee des Musicals funktioniert, weil sie die Figuren schnell in eine vertraute Situation bringt. Troy und Gabriella lernen sich an einem Feiertag kennen, verbringen also Zeit miteinander und sehen sich anschließend unter den ganz anderen Bedingungen der Schule wieder. Der Kontrast zwischen privater Nähe und öffentlicher Rangordnung erzeugt den Konflikt.
Bis dahin wirkt die Geschichte angenehm direkt. Die soziale Ordnung an der Schule trennt die beiden, während ihre Leidenschaft fürs Singen sie bereits verbindet. Genau dieser Widerspruch trägt die Handlung: Erst das gemeinsame Interesse macht es möglich, sich gegen die Erwartungen ihres Umfelds zu stellen.
Was dadurch funktioniert
Die Handlung lebt vom Kontrast zwischen Feiertagsromanze und Schulalltag. Die Figuren müssen keine lange Erklärung für ihre Verbindung liefern. Der Guardian hebt deshalb hervor, dass Troy und Gabriella sich schließlich gemeinsam gegen die Konventionen stellen. Der schlichte emotionale Kern ist schnell erfassbar – und genau das macht die Show sowohl zugänglich als auch angrenzbar.
Der Grease-Vergleich sitzt – doch die Figuren bleiben eindimensional
Die Parallelen
Der Vergleich mit Grease geht über die beiden Musicalformate hinaus. Ebenso wie Danny und Sandy erleben Troy Bolton und Gabriella Montez eine Feiertagsromanze und finden sich im folgenden Schuljahr an derselben Schule wieder. Der Guardian sieht das High School Musical deshalb als geliebten Abkömmling von Grease – mit einem herzlichen und zugleich makellos sauberen Ton.
Die Grenze
Die Show kann die Grenzen der Geschichte jedoch nicht verbergen. Die Figuren sind laut Kritiker äußerst zweidimensional und werden in drei Rollenlager sortiert: „Jock“, „Brainiac“ und „Drama Kid“. Auch das Buch von David Simpatico spielt die schematischen Züge dieser Figuren noch aus. Damit bleibt die neue Inszenierung zwar sofort verständlich, bietet aber wenig Raum für widersprüchliche Motive oder unerwartete Entwicklungen.
Das Fazit der Kritik
Trotzdem fällt das Urteil nicht bloß vernichtend aus. Für den Guardian wirkt die Inszenierung hell und energisch. Genau in diesem Spannungsfeld liegt ihre Wirkung: Sie liefert den Charme eines sauberen, beliebten Disney-Vorbilds, ohne die oberflächlichen Figuren leugnen zu können. Die Harmonie trägt die Show, aber gerade sie begrenzt auch ihre Tiefe.
Harry Judd als Coach, KayCee Stroh in der Lehrerrolle
Die Besetzung
Die Londoner Besetzung verbindet vertraute Namen mit neuen Rollen. Harry Judd ist der Coach, KayCee Stroh, bekannt aus den Originalfilmen, kehrt zurück und spielt eine Lehrerin. Bei Stroh sorgt allein die Verbindung zu den Filmen für einen sofortigen Wiedererkennungseffekt. Judd ist Teil der neuen Besetzung; eine gesonderte Bewertung seiner Leistung nimmt der Rezensent nicht vor.
Die Produktionsgeschichte
Die neue Bühnenproduktion war zunächst im Lowry in Salford zu sehen. Regie führen Joseph Houston und William Whelton, die zugleich die Gründer des Hope Mill Theatre sind. Die Londoner Aufführung im Troubadour Wembley Park Theatre schließt sich an den ersten Auftritt der Produktion in Salford an.
Für den Guardian entsteht genau hier die Mischung aus vertrauter Wiedererkennung und der Faszination klassischer Musicalfilme: KayCee Stroh verbindet die Londoner Inszenierung direkt mit den Originalfilmen, während die Figuren selbst so bleiben, wie man sie kennt.
Lohnt sich der Besuch? Die Erwartung entscheidet
Für eingefleischte Fans
Wenn du das Disney-Channel-Vorbild liebst, ist die Produktion inhaltlich naheliegend: Sie setzt auf die Feiertagsromanze, die Singbegeisterung, den Konflikt mit der schulischen Rangordnung und die Rückkehr von KayCee Stroh. Der Guardian beschreibt die Show als geliebten Grease-Abkömmling, der weiterhin charmant und enthusiastisch wirkt.
Für Fans komplexer Figuren
Wenn du dagegen subtile Charakterarbeit suchst, wird die Enttäuschung größer. Die Rollen „Jock“, „Brainiac“ und „Drama Kid“ sind klar abgesteckt; ihre typischen Züge werden nicht wirklich gebrochen. Die Inszenierung wirkt hell und energisch, aber nicht komplex.
Dein Fazit
Die ehrliche Einordnung des Guardian lautet: „Süß, glatt und makellos sauber“. Klar bleibt die Schwäche bei den Figuren. Inhaltlich lohnt sich der Besuch vor allem dann, wenn du die Vorlage magst und das Wiedererkennen einen Großteil des Reizes ausmacht. Erwartest du dagegen neue Konflikte und plastische Figuren? Die Kritik an der Show, die „spectacularly two-dimensional“ ist, trifft dich dann unmittelbar.
Mehrwert für dich
Die ausführliche Guardian-Kritik beleuchtet die Londoner Produktion noch einmal umfassend – mit Blick auf den Grease-Vergleich, die Besetzung und die Figurenkritik.
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Quellen
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