WTA verbietet Quevedos Geste – ATP erlaubt Jódars Band
Kaitlin Quevedo darf bei ihrem Viertelfinale in Guangzhou kein schwarzes Band für die Opfer des Zugunglücks in Urda tragen. Die WTA erlaubt solche Botschaften nur bei offiziell unterstützten Kampagnen. Bei der ATP war es Rafa Jódar dagegen erlaubt, in Basel ein schwarzes Band zu tragen.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Kaitlin Quevedo: WTA verbietet schwarzes Trauerband.
Am Freitag steht für Kaitlin Quevedo das Viertelfinale beim Turnier in Guangzhou an. Gegnerin ist die Schweizerin Jil Teichmann. Die 20-jährige Spielerin von den Kanarischen Inseln hatte geplant, bei diesem Spiel ein schwarzes Band zu tragen. Ihre Botschaft sollte an die Opfer des Zugunglücks in Urda bei Toledo erinnern.
Der Plan scheiterte jedoch nicht an Quevedo selbst, sondern an den Regeln der Women's Tennis Association. Die WTA untersagte ihr, das Trauerzeichen während des Turniers zu zeigen. Für dich als Tennisfan bedeutet das: Eine persönliche Solidaritätserklärung kann bei einer Geste während eines Turniers gegen strenge Vorgaben für Kleidung und Ausrüstung verstoßen.
Die Entscheidung wirkt zunächst eng begrenzt. Dahinter steckt aber die zentrale Frage des Falls: Wann darf eine Spielerin ein politisches oder gesellschaftliches Zeichen zeigen? Die WTA sieht dafür eine Ausnahme für offiziell unterstützte Initiativen vor. Ein Wunsch wie der von Quevedo, aus eigener Initiative an die Opfer eines Unglücks zu erinnern, fällt damit nicht automatisch unter diese Erlaubnis.
Warum die WTA das schwarze Band bei Quevedo verbot
Der Anlass
Quevedo wollte das schwarze Band anlässlich des Eisenbahnunglücks in Urda in der Provinz Toledo zeigen. Ihre Absicht war ausdrücklich, der Opfer zu gedenken. Die WTA erlaubte die Geste trotzdem nicht, weil ihre Kleidungs- und Ausrüstungsregeln persönliche Symbole an eine strenge Bedingung knüpfen.
Die Regel richtet sich nicht allein auf das sichtbare Zeichen selbst. Sie untersagt Symbole oder Slogans, die mit einer Wohlfahrtsorganisation, einer Ursache, einer Bewegung oder einer politischen Partei verbunden sind. Das Verbot gilt laut ABC.es für die Zeit vor, während und nach einem Match und erfasst sowohl die Kleidung der Spielerin als auch deren Ausrüstung.
Die WTA untersagt Symbole oder Slogans, die mit einer Wohlfahrtsorganisation, einer Ursache, einer Bewegung oder einer politischen Partei verbunden sind, auf der Kleidung oder Ausrüstung der Spielerinnen.
Die offizielle Kampagne ist der entscheidende Unterschied
Die Ausnahme der WTA
Es gibt nach dem Bericht eine wichtige Ausnahme: Die WTA erlaubt vergleichbare Gesten oder Nachrichten, wenn sie Teil einer offiziellen Initiative oder Kampagne sind, die von der Organisation unterstützt wird. Genau diese Voraussetzung ist bei Quevedos geplanter Geste nicht erfüllt.
Damit liegt der Unterschied nicht in Quevedos Wunsch, auf ein Unglück aufmerksam zu machen, sondern in der Form der Verbindung zwischen Spielerin und Kampagne. Quevedo durfte ihre Solidarität nicht durch ein Band an ihrer Kleidung oder Ausrüstung zeigen. Nach Angaben von ABC.es bleibt ihr aber ein anderer Weg: Sie kann ihre Solidarität durch Statements oder Beiträge auf ihren Profilen in sozialen Medien zeigen, ohne dass die WTA diese Form der Äußerung untersagt.
Damit bleibt die persönliche Botschaft möglich, wird aber aus dem sichtbaren Zeichen am Matchtag eine Äußerung vor oder nach dem Auftritt. Für das Spiel gegen Teichmann bedeutet das konkret: Quevedo kann Unterstützung zeigen, aber nicht in Form eines schwarzen Bandes während des Wettkampfs.
Rafa Jódars schwarzes Band zeigt den Unterschied zur ATP
Der Gegenvergleich
Besonders auffällig ist der Vergleich mit der männlichen Profi-Tour. Im Gegensatz zur WTA erlaubte die ATP dem Madrilenen Rafa Jódar am Donnerstag in Basel, bei einem Turnier in der Schweiz, ein schwarzes Band als Gedenken an die Tragödie zu tragen.
Die beiden Verbände gingen mit demselben sichtbaren Zeichen nach den vorliegenden Informationen unterschiedlich um. Bei der ATP war es Jódar gestattet, bei der WTA wurde Quevedo die Geste untersagt. Der Vergleich betrifft dabei das jeweilige Turnier und die konkrete Geste; die Quellen liefern keine weitere Aufschlüsselung einzelner Regelunterschiede.
Für das Viertelfinale in Guangzhou bleibt Quevedos Ausweichweg die Erklärung oder ein Beitrag in ihren eigenen Profilen. Der Wunsch, die Opfer des Zugunglücks in Urda nicht zu vergessen, ist damit nicht verschwunden – nur die ursprünglich geplante Form des Gedenkens wird durch die WTA nicht zugelassen.
Was der Fall über Turnierregeln verrät
Ein persönliches Zeichen braucht eine institutionelle Bindung
Quevedos Fall macht deutlich, dass sichtbare Solidarität in professionellen Turnieren an feste Regeln gebunden ist. Eine persönlich gemeinte Geste ist nicht automatisch Teil einer erlaubten Kampagne. Das kann für Betroffene enttäuschend sein, besonders wenn das Zeichen unmittelbar nach einem Unglück verwendet werden soll.
Die konkrete Folge für Quevedo ist denkbar einfach: Kein schwarzes Band beim Spiel gegen Teichmann. Ihre Erklärung oder ein Social-Media-Beitrag bleiben laut der Quelle möglich. Und wenn Rafa Jódar in Basel mit einer Geste zeigt, wie unterschiedlich die beiden Touren mit einem vergleichbaren Zeichen umgehen, bleibt die Solidarität selbst unabhängig von der jeweiligen Kleidungsvorschrift bestehen.
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