Box-WM im 90er, jetzt Bingogang: „Locomotora" Castro tot
Ehemaliger Box-Weltmeister Jorge „Locomotora" Castro ist am Mittwoch im Alter von 59 Jahren in einer Spielhalle im Großraum Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Die Polizei behandelt den Fall als natürlichen Tod.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Vom WM-Ring ins Bingo: „Locomotora" Castro stirbt mit 59 an Herzinfarkt.
Der ehemalige Boxweltmeister Jorge „Locomotora" Castro ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt – mitten in einer Spielhalle im Großraum Buenos Aires. Für den argentinischen Boxsport ist sein Tod ein herber Verlust: Castro gehörte in den 90er Jahren zu den prägendsten Kämpfern seines Landes, holte einen WM-Gürtel und lieferte eine der denkwürdigsten Runden der jüngeren Box-Geschichte.
Was am Mittwoch im Bingo von Morón passierte
Castro hielt sich im Bingo de Morón auf, westlich von Buenos Aires, im Bereich der Spielautomaten. Dort bekam er plötzlich Brustschmerzen und brach zusammen. Seine Tochter Quimey war an seiner Seite und schilderte den dramatischen Verlauf: „Le empezó a doler el pecho y no lo pudo resistir, fue cuestión de 15 minutos. Tuvo un infarto." Das Personal alarmierte den Rettungsdienst, doch jede Hilfe kam zu spät – die eintreffenden Sanitäter konnten nur noch den Tod feststellen.
Wie die Kriminalpolizei vor Ort mitteilte, handelt es sich um einen natürlichen Tod. Ersten Ermittlungen zufolge litt Castro an Diabetes; möglicherweise spielte eine Störung seines Insulinspiegels eine Rolle. Eine offizielle Todesursache steht aber noch aus, bis die entsprechenden Untersuchungen abgeschlossen sind.
Ein Weltmeister aus der patagonischen Provinz
Geboren wurde Castro in Santa Cruz, im tiefen Süden Argentiniens. Über Jahre arbeitete er sich durch die regionalen Titel – argentinischer Meister, Südamerika-Meister, Lateinamerika-Meister. Im August 1994 erreichte er den Gipfel: Durch einen Sieg über den US-Amerikaner Reggie Johnson holte er sich den Gürtel der World Boxing Association (WBA).
Dass er wirklich zur Weltelite gehörte, bewies er nur wenige Monate später in Mexiko. Gegen Julian Jackson lag er klar nach Punkten zurück, hatte bereits etliche harte Treffer bezogen – und schlug seinen Gegner in der neunten Runde k. o. Die Fachzeitschrift The Ring erklärte diesen Kampf zum „Fight of the Year 1994". Den WBA-Titel verlor Castro im Dezember 1995 an den Japaner Shinji Takehara.
130 Siege, ein letzter Gruß auf Instagram
Seine Karriere beendete Castro 2007. Seine Bilanz: 130 Siege, davon 90 durch Knockout, bei 11 Niederlagen – Zahlen, die ihn als echten Publikumsliebling verewigen. Auf seinem Instagram-Konto findet sich ein Eintrag, der in den Stunden nach seinem Tod wieder und wieder geteilt wird. Er klingt wie ein Abschied, der nie einer sein sollte:
„Obtuve todos los títulos habidos, en el deporte de los puños, fui Campeón Argentino, Sudamericano, Latinoamericano, Fib, hasta que toque el cielo con la mano. Fui Campeón del Mundo. Pero el mejor título que obtuve es el cariño de mi pueblo Argentino. Les mando un cariño, se los quiere, 'El Roña'."
„El Roña" – der Schmutzige – war sein zweiter Spitzname. Für viele Fans verkörpert gerade dieser Beiname das, was Castro auf und neben dem Ring ausgemacht hat: ein Kämpfer, der sich nie wirklich um Konventionen scherte. Am Ende bleibt eine Lücke im argentinischen Boxsport, die so schnell nicht zu füllen sein wird.
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