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Harter Kriegswinter für Ukraine: Merz kündigt mehr Hilfe an

Bundeskanzler Merz sagt der Ukraine weitere Unterstützung zu und fordert zugleich mehr Engagement der europäischen Partner. Hintergrund ist die Gefahr eines harten Kriegswinters.

4 Min. Lesezeit
Harter Kriegswinter für Ukraine: Merz kündigt mehr Hilfe anAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Merz sagt Ukraine-Hilfe zu: Europa soll jetzt mehr liefern.

Am 3. November 2026 sichert Bundeskanzler Friedrich Merz der Ukraine in Berlin zusätzliche Winterhilfe von 200 Millionen Euro zu. Die Hälfte soll aus dem Etat des Auswärtigen Amtes kommen, die andere Hälfte über die Entwicklungspolitik finanziert werden. Das Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj fand am selben Tag statt.

Merz begründet die Zusage mit der unmittelbaren Lage in der Ukraine: Russische Angriffe treffen die Energieversorgung, während Raketeneinschläge Städte bedrohen. Zugleich verschiebt er Verantwortung nicht allein zu Berlin, sondern fordert von allen europäischen Partnern mehr Unterstützung.

Russische Angriffe auf die Energie-Infrastruktur, Raketeneinschläge in den Städten: Der Ukraine droht ein harter Kriegswinter.

Quelle: El País Cultura

200 Millionen Euro sollen den harten Winter abfedern

Die zusätzliche Hilfe richtet sich ausdrücklich an die Folgen des bevorstehenden Winters. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa umfasst das Paket 200 Millionen Euro: 100 Millionen Euro sollen im Etat des Auswärtigen Amtes und weitere 100 Millionen Euro im Bereich der Entwicklungspolitik vorgesehen sein.

Merz knüpfte die Zusage nicht nur an die aktuelle Kriegslage, sondern an den gesamten Kriegsverlauf. „Wir werden unsere Hilfe fortsetzen, bis dieser Krieg beendet ist“, sagte er nach dem Gespräch mit Selenskyj. Deutschland unterstütze die Ukraine dabei aus eigenem Interesse, weil der Ausgang des Krieges die europäische Sicherheit „für lange Zeit prägen“ werde.

Auch die deutsche Wirtschaft spielt für Merz eine Rolle. Er dankte ihr für die Unterstützung der Ukraine und erklärte, kein Unternehmen habe seit Beginn des Krieges das Land verlassen. Mit dieser Aussage verknüpfte er die öffentliche Zusage der Bundesregierung mit der wirtschaftlichen Präsenz vor Ort.

70 Milliarden Euro machen den Druck auf Europa sichtbar

Der_appell an Europa hat einen konkreten finanziellen Hintergrund. In der NATO habe man sich laut Merz auf eine militärische Unterstützung der Ukraine von 70 Milliarden Euro für das Jahr 2026 verständigt. Seine Erwartung ist eindeutig: „Wir müssen auch dafür sorgen, dass alle Partner dieser Verpflichtung nachkommen“.

Merz erinnerte zugleich daran, dass die Unterstützung nicht allein bei den Deutschen liege. „Alle Europäer tragen Verantwortung, nicht nur die Deutschen“, sagte er. Damit verband er die unmittelbar zugesagten Winterhilfen mit der Frage, wie die europäischen Partner ihre bereits übernommene Verpflichtung erfüllen.

Die nächste Gelegenheit für eine gemeinsame Abstimmung soll am 19. November in Berlin kommen. Merz kündigte ein Treffen der in der „Koalition der Willigen“ vereinten Unterstützer der Ukraine an. Eine große Zahl von Staats- und Regierungschefs werde teilnehmen. Für 2027 sollen dort neue Abredungen zum Umfang der weiteren Hilfe getroffen werden, wobei es nach Merz vor allem um militärische Unterstützung gehen solle.

Materialmangel bei der Luftabwehr verschärft die Wintergefahr

Russland hatte seine Angriffe in den vorangegangenen Monaten intensiviert. Zugleich stieg die Zahl der zivilen Opfer deutlich. Viele Angriffe richten sich auf die ukrainische Energie-Infrastruktur; deshalb droht dem Land ein besonders harter Kriegswinter.

Die ukrainische Luftabwehr kann die Angriffe nach Angaben der Quelle nicht ausreichend abwehren, weil ihr Material fehlt. Das erklärt, weshalb die angekündigten 200 Millionen Euro für den Winter in einem Kontext stehen, in dem gleichzeitig die militärische Unterstützung für 2027 neu festgelegt werden soll.

Merz kritisierte zudem die jüngsten Angriffe auf Frachtschiffe im Schwarzen Meer. Russland schüre damit nach seiner Einschätzung eine weltweite Nahrungsmittelkrise, „zu Lasten der ärmsten Staaten und der ärmsten Länder der Welt“. Für die Ukraine ist dieser maritime Angriffsraum Teil derselben Belastung: Angriffe auf die Energieversorgung treffen die Bevölkerung unmittelbar, während Russland zusätzlich die Versorgungssicherheit für Getreide und andere Güter gefährdet.

Am 19. November soll aus Zusagen eine gemeinsame Aufgabe werden

Bis zum Treffen der „Koalition der Willigen“ bleibt die praktische Aufteilung offen. Die Meldung nennt keine einzelnen europäischen Länder, Programme oder Beträge für die Unterstützung nach 2027. Sicher ist lediglich, dass Deutschland seine Hilfe unverändert fortsetzt und dass Merz von den Partnern die Einhaltung ihrer Verpflichtung verlangt.

Der Kanzler knüpfte die militärische Unterstützung zugleich an die Suche nach einem Ende des Krieges. Russland habe nach seiner Einschätzung bislang keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft gezeigt. Nötig sei, dass Russland wirklich Verhandlungen über einen Waffenstillstand und ein nachfolgendes Friedensabkommen führt.

Für den Ukraine-Konflikt sind parallel Gespräche auf mehreren Ebenen vorgesehen. US-Sondergesandter Steve Witkoff kündigte für den 10. und 11. November Gespräche mit Russland und der Ukraine in Abu Dhabi an. Im Zentrum stehen nach US-Angaben Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Maßnahmen und weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden. Selenskyj nannte außerdem die Energiewirtschaft, die kritische Infrastruktur, Getreide, das Ende der Blockade von Transporten über das Schwarze Meer und einen Gefangenenaustausch aller gegen alle.

Für den G20-Gipfel in Florida forderte Merz, dass zuerst über die Ukraine gesprochen wird und Selenskyj selbst am Tisch sitzt. Selenskyj und Merz waren sich einig, dass ein stabiler Frieden eine Beteiligung Europas braucht. Der Kanzler sagte: „Europa muss und will in diesem Prozess eine Rolle spielen.“

Damit ist aus der zunächst öffentlich zugesagten Winterhilfe eine engere europäische Aufgabe geworden. 200 Millionen Euro sollen die unmittelbare Winterlage adressieren, während die bereits vereinbarten 70 Milliarden Euro für militärische Unterstützung im Jahr 2026 sowie die Verhandlungen für 2027 den nächsten Prüfpunkt setzen. Wie stark Europa gemeinsam mit Deutschland einspringt, soll spätestens beim Treffen am 19. November in Berlin sichtbar werden.

Quellen

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