Zelenskyy in Berlin: 29 Tote – und eine dringende Forderung
Ukrainischer Präsident Wolodymyr Zelenskyy reist unerwartet nach Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Parallel schildert er schwere russische Angriffe auf ukrainische Infrastruktur.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Zelenskyy in Berlin: Unerwarteter Besuch bei Merz – was die Ukraine jetzt braucht.
Warum Zelenskyy nach Berlin kommt
Der Besuch von Wolodymyr Zelenskyy in Berlin ist für die ukrainische Delegation offiziell unangekündigt. Er soll mit Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen. In den Vordergrund rückt damit die militärische Unterstützung für die Ukraine – und die Frage, wie Deutschland den Druck zur Steigerung der Verteidigungsausgaben aufrechterhält.
Merz sagte laut dem Liveblog, der deutsche Vorstoß zur Steigerung der Verteidigungsausgaben sei durch das Treffen von Zelenskyy und US-Präsident Trump im vergangenen Jahr ausgelöst worden. Damit verknüpft er die deutsche Politik direkt mit den Signalen, die Zelenskyy und Trump gemeinsam gesetzt hatten.
Für dich wird der Besuch vor allem dann interessant, wenn aus dem Gespräch konkrete Hilfen, Absprachen oder weitere finanzielle Zusagen hervorgehen. Eine belastbare Bilanz gibt es im vorliegenden Liveblog noch nicht. Klar ist: Berlin ist zu einem weiteren Schauplatz der ukrainischen Verteidigungsfrage geworden.
Die Nachtangriffe: 365 Raketen und Drohnen
Noch vor seiner Ankunft in Berlin hat Zelenskyy die russischen Angriffe auf kritische Infrastruktur in der Ukraine angeprangert. Nach seinen Angaben verursachten die Angriffe „Not- und unplanmäßige Stromausfälle“.
Die Angriffe umfassten 289 Drohnen, 59 Marschflugkörper und 17 ballistische Raketen. Sie trafen demnach nicht ausschließlich militärische Ziele, sondern auch zivile Gebäude. In einem Krankenhaus in Charkiw wurden dabei nach Angaben von Zelenskyy 73 Menschen verletzt.
Besonders dramatisch schildert er die Lage in Komyschuwacha im Gebiet Saporizschja. Dort läuft seit dem Vortag eine Rettungsaktion. Die Zahl der Todesopfer ist laut Zelenskyy inzwischen auf 29 gestiegen.
„Die Rettungsaktion läuft seit gestern in Komyschuwacha. Tragischerweise ist die Zahl der Todesopfer gestiegen. Russland hat 29 Menschen getötet.“
Zelenskyys Warnung an Washington
Zelenskyy bringt die Angriffe ausdrücklich mit dem Tag der US-Kongresswahlen in Verbindung. Er spricht damit eine Botschaft an Washington: Die USA könnten das Signal der Raketen- und Drohnenangriffe übersehen.
Seine Forderung ist eindeutig: Die Ukraine müsse beim Schutz ihrer Luftverteidigung unterstützt werden, weil Russland sonst die Raketenangriffe fortsetzen werde. Gleichzeitig verlangt er von Washington eine verlässliche Unterstützung bei der Schaffung eines echten Friedens.
„Es ist sehr aufschlussreich, dass all dies am Tag der US-Kongresswahlen passiert. Die Russen glauben, dass Amerika dieses Signal von ihnen nicht bemerken wird. Aber ein solcher Terror muss bemerkt und gestoppt werden. Die Ukraine muss beim Schutz ihrer Himmel unterstützt werden, sonst wird Russland nie aufhören, Raketen abzufeuern.“
Was die Berliner Gespräche entscheiden können
Die Verbindung zwischen dem Besuch in Berlin und der Eskalation in der Ukraine ist schnell hergestellt: Zelenskyy kommt in eine Hauptstadt, in der über die Ausstattung und den Schutz ukrainischer Luftverteidigung gestritten wird. Die russischen Angriffe liefern zugleich einen konkreten Anlass, die Unterstützung zu diskutieren.
Was daraus folgt, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nur begrenzt ableiten. Das Liveblog nennt noch keine Vereinbarungen, keine Namen für neue Waffenlieferungen und keine Details zu einer möglichen Finanzierung. Es dokumentiert vor allem den Besuch, Merz’ Einordnung der deutschen Verteidigungsausgaben und Zelenskyys Bericht über die Angriffe.
Für eine belastbare Einordnung bleibt deshalb eine nüchterne Feststellung: Der Termin bündelt militärische Sicherheitsfragen und die ukrainische Bitte um Unterstützung, liefert aber noch kein greifbares Ergebnis. Was in Berlin konkret vereinbart wird, dürfte der eigentliche Maßstab für den Erfolg des Besuchs sein.
Weiterlesen: Die Liveblog-Meldungen von The Guardian zu Zelenskyy, Merz und den Angriffen auf die Ukraine.
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