Sora-Comeback als Hollywood-Werkzeug: OpenAI plant die Wiederbelebung seiner Video-KI
OpenAI hat seine Video-KI Sora im März 2025 eingestellt - jetzt plant das Unternehmen offenbar ein Comeback, aber nicht als Endkunden-Produkt, sondern als Werkzeug für die Filmindustrie. Verhandlungen mit einem Startup um Ex-Disney-Chef Jeffrey Katzenberg laufen.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Sora-Comeback als Hollywood-Werkzeug: OpenAI plant die Wiederbelebung seiner Video-KI.
Eine Milliarde Dollar mit Disney, dann plötzlich Funkstille: Im März 2025 hat OpenAI seine Video-KI Sora still abgeschaltet - und die Filmbranche stand mit einer offenen Rechnung da. Sieben Monate später deutet sich an, was die Pause wirklich sollte: Sora soll zurück, aber nicht in dein Smartphone, sondern ins Hollywood-Studio.
Den Anfang macht The Information; die spanische Tech-Plattform Xataka hat den Bericht eingeordnet und mit Details aus der Branche unterfüttert. Demnach verhandelt OpenAI mit einem noch jungen Startup, an dessen Spitze zwei Vertraute des alten Sora-Programms stehen: Bill Peebles, bis vor Kurzem Forschungsleiter für Sora, und Jeffrey Katzenberg, der 1994 als Disney-Chef gehen musste und anschließend DreamWorks mit aufgebaut hat.
Das ist ein Strategiewechsel mit Folgen. Wer in Hollywood künftig Szenen, Hintergründe oder Animation per KI erzeugen will, könnte in zwei, drei Jahren mit OpenAI-Technologie im Hintergrund arbeiten - ohne dass im Abspann "Sora" stehen muss.
Warum Sora überhaupt verschwand
Anfang 2024 hatte Sora die Welle der KI-Video-Generierung losgetreten. Erste Clips waren so flüssig, dass sie das berühmte "Will-Smith-isst-Spaghetti"-Meme früherer Modelle wie eine Diashow wirken ließen. Doch dann geriet OpenAI gleichzeitig an mehrere Fronten unter Druck: Anthropic auf der einen Seite, eine ganze Reihe chinesischer Modelle auf der anderen, dazu der ständige Vorwurf, zu viel auf einmal zu machen und nichts richtig.
Also wurde Sora geopfert - nicht aus Schwäche, sondern als Rechenleistungs-Rochade. Wie Xataka den damaligen Schritt zusammenfasst, sollte die Schließung Ressourcen "freigeben für weniger Produkte, aber stärkere Modelle". Mit auf der Strecke blieb eine 1-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Disney, die zuvor als größter Sora-Deal gegolten hatte. Dass selbst dieser Deal auf Eis gelegt wurde, zeigt, wie ernst es OpenAI mit dem Strategiewechsel war.
Ein Startup, zwei Hollywood-Veteranen
Seit Soras Aus hat sich die KI-Video-Landschaft kräftig verschoben. Apps zur Video-Erstellung, "mit den chinesischen an der Spitze", sind Xataka zufolge explodiert; inzwischen tauchen erste Produktionen auf, die komplett mit KI gedreht wurden. OpenAI drohte den Anschluss zu verlieren - Grund genug für den Gegenangriff, nur mit anderer Logik als 2024.
Konkret geht es laut The Information um ein Startup, das überwiegend im Verborgenen arbeitet. Gegründet wurde es von Bill Peebles - der bei OpenAI bis vor Kurzem die Sora-Forschung geleitet hatte - und Jeffrey Katzenberg, der 1994 als Präsident von Disney ausschied und später DreamWorks mit aufbaute. Das Startup soll nach den verfügbaren Beschreibungen eigene Werkzeuge für die Filmindustrie trainieren, also nicht das Videomodell selbst an Endkunden verkaufen, sondern die nötige Software drumherum.
Der Deal ist nach Angaben von The Information noch nicht abgeschlossen. Sollte er zustande kommen, würde OpenAI im Gegenzug eine Beteiligung an dem Startup erhalten - also kein direktes Geld für Sora-Lizenzen, sondern Anteile am künftigen Geschäft. Was genau OpenAI einbringt, ist offen: Trainingsdaten, Rechenleistung, Forschung oder Modell-Gewichte - alles ist denkbar.
Was das für dich und die Branche bedeutet
Wer Sora selbst ausprobieren wollte oder es bereits getan hat, schaut erstmal in die Röhre. Eine Rückkehr als öffentliches Endkunden-Produkt steht nach den heutigen Berichten nicht zur Debatte - eher liest sich der Schritt wie das Eingeständnis, dass der Massenmarkt für Video-KI aktuell in chinesischer Hand liegt.
Anders sieht es für die Industrie aus. Wenn die Katzenberg-Peebles-Werkzeuge marktreif werden, könnten US-Studios in den nächsten Jahren Filme und Serien mit deutlichem KI-Anteil veröffentlichen, ohne dass dies im Abspann sichtbar sein muss. Was das langfristig für Drehbuchautor:innen, Animator:innen und Effekt-Abteilungen bedeutet, hängt davon ab, welche Arbeitsschritte tatsächlich automatisiert werden - und an welchen Stellen weiterhin Menschen Hand anlegen.
Stand jetzt ist Sora selbst tot, der Sora-Kurs lebt weiter. Die spannende Frage ist, ob Hollywood zugreift, bevor China mit dem nächsten Modellzug vorbeizieht.
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