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30 Millionen Euro, über 4 Millionen Zuschauer – diesen Stand erreicht „La bola negra" an diesem Montag an den spanischen Kinokassen. Damit übertrifft der Film von Los Javis sogar die kühnsten Prognosen, die beim Festival von San Sebastián noch zwischen 22 und 25 Millionen Euro (konservativ) beziehungsweise über 28 Millionen Euro (ambitioniert) lagen.

Was als sicherer Erfolg galt, ist zur Sensation geworden. „La bola negra" ist inzwischen der umsatzstärkste spanische Film des laufenden Kinojahres – auch wenn die beiden größten Hits der Saison, „Spider-Man: Brand New Day" (39 Millionen Euro) und „La odisea" (38 Millionen Euro), weiterhin außer Reichweite bleiben.

Platz vier in der spanischen Kinogeschichte

Im historischen Vergleich hat sich der Film bereits auf Rang vier der meistverkauften spanischen Filme aller Zeiten geschoben. Vor ihm stehen nur drei Titel:

  • „Ocho apellidos vascos" – 55.380.420 Euro und 9.397.758 Zuschauer (2014)
  • „Lo imposible" – 42.415.931 Euro und 6.130.003 Zuschauer (2012)
  • „Ocho apellidos catalanes" – 35.481.520 Euro und 5.693.198 Zuschauer (2015)

Der Sprung in diese Liste ist auch deshalb bemerkenswert, weil „La bola negra" gerade erst in seine viertinale Woche im Verleih geht. Von Montag bis Donnerstag läuft in Spanien „La fiesta del cine", eine Aktion mit verbilligten Tickets – die wird die Zuschauerzahlen weiter nach oben treiben, weniger allerdings die Gesamteinnahmen.

US-Premiere mit historischer Zahl

Parallel zum spanischen Erfolg läuft die internationale Vermarktung auf Hochtouren. Am vergangenen Wochenende feierte der Film in vier Kinos in Los Angeles und New York Premiere – die Vorstellungen waren praktisch ausverkauft und spielten 277.500 US-Dollar ein. Diese Zahl hat gleich doppelt historischen Charakter: Zum ersten Mal hat Netflix als internationaler Verleiher überhaupt Kinoumsätze eines eigenen Films offengelegt. Und gleichzeitig handelt es sich um den zweitbesten Umsatz pro Leinwand für einen nicht-englischsprachigen Film überhaupt – nur Bong Joon-hos Oscar-Gewinner „Parasite" schnitt besser ab.

Im Schatten von „Parasite" – und im Rennen um den Oscar

Genau dieser Vergleich bringt die Fantasie der US-Branche in Schwung. Spezialmedien wie Variety sehen in „La bola negra" den einzigen Film, der es ernsthaft mit „La odisea" um die Goldenehaustrophäe in Hollywood aufnehmen könnte. Soweit ist es freilich noch nicht – der Weg zur Oscar-Nominierung ist lang. Was man sieht, ist aber: Es gibt derzeit kein cineastisches Event in den USA, auf dem Los Javis und ihr Team nicht auftauchen. Netflix investiert in eine beispiellose Promotion-Kampagne für den Film – mit Sondervorführungen und Events, bei denen etwa Guitarricadelafuente vor Filmbeginn auf der Bühne singt.

Was als Nächstes kommt

Nach dem limitierten US-Start bleibt abzuwarten, ob der Film seine Zugkraft hält, während Netflix die Auszahlung in weiteren Bundesstaaten ausweitet. Das Zeitfenster ist ambitioniert: Mit 45 Tagen zwischen Kinostart und Streaming-Verfügbarkeit handelt es sich um die längste Kino-Leinwand in der Geschichte von Netflix. Am 2. Dezember ist der Film dann auf der Plattform verfügbar. In Spanien dauert es länger bis zum Heimkino-Start – dort übernimmt die Produzentin Movistar Plus+.

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