Bayern und Südbaden fordern Zimmermann heraus
Bayern und Südbaden stellen beim Verbandstag des Süddeutschen Fußballverbandes in Augsburg einen gemeinsamen Gegenkandidaten gegen Amtsinhaber Ronny Zimmermann auf. Der Ausgang ist nach Angaben der Frankfurter Rundschau völlig offen.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert Zimmermann wackelt: Showdown beim Süddeutschen Fußballverband in Augsburg.
Showdown im Atrium der Handwerkskammer
Im „Atrium" der Handwerkskammer Schwaben in Augsburg kommt es zur Kampfabstimmung um die Führung des Süddeutschen Fußballverbands: Amtsinhaber Ronald „Ronny" Zimmermann (65), seit 13 Jahren DFB-Vizepräsident und einst gefürchteter Mittelstürmer des VfB Wiesloch, tritt gegen Reinhold Brandt (63) aus Südbaden an – einen überregional bislang unbekannten Herausforderer.
Für dich heißt das: Wenn du in einem Verein im Süden spielst, trainierst oder ehrenamtlich arbeitest, geht es nicht um ein Randthema. Wer oben sitzt, entscheidet mit, wie DFB-Gelder fließen und wie die Regionalligen reformiert werden.
Warum niemand den Ausgang planen kann
Die Rechnung scheint auf den ersten Blick klar. Rechnet man nur die fünf Landesverbände zusammen, liegen Bayern (45 Stimmen) und Südbaden mit Brandt (7) vorne – zusammen 52 Stimmen gegen Württemberg (18), Hessen (21) und Zimmermanns eigenes Baden (7) mit zusammen 46 Stimmen.
Aber: 34 weitere Stimmen werden von Klubs verteilt – darunter Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98, die sich auf Nachfrage nicht zu ihrem Stimmverhalten äußern. Hinzu kommen 13 Stimmen der Vorstände des Südverbands. Niemand weiß, wie sich diese Blöcke am Wahltag sortieren.
Bayern gibt den Takt vor – nicht Brandt
Die eigentliche Opposition kommt nicht aus Südbaden, sondern aus München. Der 43-jährige Christoph Kern, Präsident des mitgliederstärksten Landesverbands Bayern, hat sich laut internem Teamskanal klar gegen Zimmermann positioniert. Sein Vorwurf: Der Amtsinhaber kümmere sich zu wenig engagiert um die Amateurbelange – obwohl er laut Satzung genau dafür im DFB-Präsidium sitzen sollte.
Tatsächlich ist Zimmermann eng an DFB-Präsident Bernd Neuendorf und als ständiger Delegationsleiter auch an die U21-Nationalmannschaft gebunden – so nah dran, dass in den Regionalligen Bayern und Südwest (mit Kickers Offenbach und FSV Frankfurt) erwartet wird, er werde sich gegen Neuendorfs Regionalligareform stellen. Über diese Reform entscheidet ein außerordentlicher DFB-Bundestag am 18. Dezember – Ausgang ungewiss.
Der Ton wird rauer
Die Fronten sind verhetzt. Ende September ging „böse elektronische Post" an den Südbadischen Verband: Brandt wird vorgeworfen, seine Kandidatur nicht transparent kommuniziert zu haben. Aus Württemberg und Baden heißt es, ein solcher Umgang sei „bisher nicht" dagewesen – Zimmermann würde „in seiner Funktion als 1. Vizepräsident Amateure des DFB geschwächt". Südbaden wehrt sich, die Vorhaltungen seien „völlig inakzeptabel": Bereits Anfang August sei mit Zimmermann, Anfang September mit den Kollegen der anderen Landesverbände gesprochen worden. Brandt selbst äußert sich auf Anfrage nicht.
Hessen gibt Zimmermann einen kleinen Bonus – hält sich aber bedeckt
Der Hessische Fußballverband unter Präsidentin Silke Sinning hat sich am Montagabend digital beide Programme vorgestellt lassen. Sinning sitzt seit vier Jahren mit Zimmermann im DFB-Präsidium und sagt: „Im DFB-Präsidium haben wir in den vergangenen Jahren gemeinsam wichtige Themen für den Amateurfußball vorangebracht. Diese Entwicklung sehe ich positiv. Auf einer solchen Zusammenarbeit lässt sich aufbauen." Ein Punktsieg für Zimmermann. Doch Sinning betont zugleich, ihre hessischen Kollegen seien frei in der Entscheidung. Ob alle 21 Stimmen aus Hessen an Zimmermann gehen, bleibt offen.
Was Zimmermann entgegnet – und was ihm droht
In Augsburg wird vom Amtsinhaber eine selbstkritische Bewerbungsrede erwartet. Auf Nachfrage gibt er sich reumütig: „Ich hätte früher mit den Landesverbänden das Gespräch suchen sollen, das gilt es zu korrigieren." Künftig solle „jeder Landesverband sich darauf verlassen können, dass seine Anliegen bei mir Gehör finden". Verweisen kann er auf eine konkrete Zahl: Das Amateurfußballbudget des DFB ist in den vergangenen vier Jahren um rund 50 Prozent gestiegen.
Verliert er trotzdem, drohen ihm drei Jahre als „lame duck" – ohne Spitzenamt im Süden, aber im DFB-Vizeamt. So oder so wird dieser Verbandstag im deutschen Fußball kein ruhiger Termin.
Quelle: Frankfurter Rundschau, Jan Christian Müller (14.10.2026, 17:59 Uhr)
Passend dazu
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.



