LIVE
13,5 Millionen Euro: EU hilft Afrika bei der El-Niño-VorbereitungErneuter Streikaufruf in der Bildung: Was die Gewerkschaften am Dienstag planenAmazon Flex: Lohnt sich ein 75-€-Block? 12 wichtige AntwortenZolgensma und Krebsverdacht: Was die US-Arzneimittelbehörde bei Kindern prüftDigitale Produkte verkaufen: Was der 3-Stunden-Test mit 75 $ Bruttoumsatz zeigt – und was nicht (Update 2026)Florenz-Packguide: 13 praxisgetestete Tipps – lohnt sich das?Home Office vor Gericht: Streit um 1.500 EU-BürgerSurveillance Pricing: Dürfen Händler Preise personalisieren?Hunderttausende AfD-E-Mails: Hubig will sie für die Verbotsprüfung nutzenPrinz Harry fordert Daily-Mail-Urteil heraus: Mehr als 50 Mio. £ Kosten auf dem PrüfstandMehr als 200 Autorinnen prangern Sexismus bei Literaturpreisen anBundespräsidentenwahl: Aigners ungeplanter Weg ganz nach oben

US-Arzneimittelbehörde prüft Verdacht auf Krebs nach Zolgensma-Gentherapie

Nach einer Behandlung mit der Gentherapie Zolgensma prüft die US-Arzneimittelbehörde einen Verdacht auf Krebs. Nach den vorliegenden Berichten könnten dabei die eingesetzten Viren eine Rolle spielen.

4 Min. Lesezeit
US-Arzneimittelbehörde prüft Verdacht auf Krebs nach Zolgensma-GentherapieAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Zolgensma und Krebsverdacht: Was die US-Arzneimittelbehörde bei Kindern prüft.

Vor wenigen Jahren kostete Zolgensma rund zwei Millionen Euro und galt damit als teuerstes Medikament der Welt. Jetzt rückt eine andere Zahl in den Mittelpunkt: Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft Berichte über Krebserkrankungen bei mehreren Kindern, die mit dieser Therapie behandelt worden waren.

Die Meldung betrifft eine einmalige Gentherapie, die seit etwa 2020 in den USA und Europa für Kinder unter zwei Jahren zugelassen ist. Zolgensma behandelt die spinale Muskelatrophie, eine seltene Erbkrankheit, die unter anderem Muskelschwund verursacht und oft vor dem zweiten Lebensjahr zum Tod führt.

Für Familien und behandelnde Teams ist die zentrale Unterscheidung wichtig: Die FDA untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen der Behandlung und den gemeldeten Tumoren. Ein solcher Zusammenhang ist nach den vorliegenden Angaben nicht bestätigt. Zugleich hält die Behörde fest, dass der erwartete Nutzen von Zolgensma die möglichen Risiken insgesamt übersteigt.

Drei Tumorfälle rücken das Onkogen GLI1 in den Fokus

Die bisherigen Erkenntnisse

Nach Angaben der FDA betrafen die nach der Therapie aufgetretenen Tumore das zentrale und periphere Nervensystem, den Wirbelsäulenbereich sowie die Niere. Bei drei Fällen war das Onkogen GLI1 beteiligt. Dieses Gen kann zur Entstehung von Krebs beitragen.

Die Behörde prüft damit einen konkreten biologischen Ansatz, statt lediglich allgemein nach Nebenwirkungen zu suchen. In zwei der drei Fälle fanden Analysen im Tumorgewebe DNA des bei der Therapie eingesetzten Virus. Der dritte Fall werde noch geprüft.

Das bedeutet nicht, dass die Behandlung den Auslöser der Tumore abschließend erklärt. Es zeigt lediglich, wo die DNA des Therapievirus im Tumorgewebe nachgewiesen wurde. Der genaue Zusammenhang zwischen dieser DNA, der Integration in das Erbgut und der Tumorbildung bleibt Gegenstand der Prüfung.

So funktioniert Zolgensma

Zolgensma soll die genetische Ursache der spinalen Muskelatrophie behandeln. Dafür wird dem Kind einmalig eine intravenöse Infusion verabreicht. Dabei ersetzt die Therapie die Funktion des fehlenden oder nicht funktionierenden SMN1-Gens.

Als Genfähre dienen veränderte Viren, sogenannte AAV-Vektoren. Sie schleusen eine gesunde Kopie des SMN1-Gens in die Körperzellen. Genau diese AAV-Vektoren stehen im Zentrum der aktuellen Sicherheitsfrage. Sie werden nach den Angaben im Quelltext auch bei anderen Gentherapien als Genfähren eingesetzt.

Mehr als 6.000 behandelte Patienten und neun Tumormeldungen

Der Umfang der Erfahrung

Die Patientenorganisation SMA Europe zitiert aus einem Schreiben von Novartis, seit 2019 seien mehr als 6.000 Patienten mit Zolgensma behandelt worden. Bei insgesamt neun Patienten seien dem Unternehmen Tumormeldungen zugegangen.

Damit lassen sich die Berichte in einen größeren Behandlungskontext einordnen. Der Quelltext nennt neun Tumormeldungen und drei Fälle, in denen GLI1 beteiligt war. Er macht daraus jedoch keine bestätigte Zahl von neun durch Zolgensma verursachten Krebserkrankungen. Die Meldungen, untersuchten Fälle und das Onkogen GLI1 werden deshalb getrennt betrachtet.

Bei zwei Betroffenen wurde laut dem zitierten Novartis-Schreiben Vektor-DNA in das Erbgut integriert. Sie seien behandelt worden und würden weiterhin überwacht. Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass die Fachinformation auf das potenzielle Risiko von Tumoren durch Vektorintegration hinweist.

Was die FDA bereits zusätzlich prüft

Die Arzneimittelbehörde verweist ausdrücklich auf zwei Fachberichte zu Krebsfällen im Rahmen anderer, vergleichbarer AAV-basierter Gentherapien. Sie überwacht deshalb nicht nur Zolgensma, sondern das Risiko von Neoplasien einschließlich bösartiger Tumoren auch bei ähnlichen Gentherapie-Programmen.

Ob daraus regulatorische Maßnahmen folgen müssen, wird geprüft. Gegenwärtig kommt die FDA zu dem Ergebnis, dass der Nutzen von Zolgensma die möglichen Risiken übersteigt. Diese Bewertung ersetzt keine abschließende Untersuchung der gemeldeten Fälle, zeigt aber, welche Position die Behörde derzeit publicly einnimmt.

Die Meldung ist ein Prüfauftrag, kein bewiesener Schaden

Was feststeht

Feststeht, dass die FDA Berichte über Krebserkrankungen bei mehreren mit Zolgensma behandelten Kindern prüft. Die Tumore betrafen das zentrale und periphere Nervensystem, die Wirbelsäule und die Niere. In zwei Fällen wurde DNA des bei der Therapie eingesetzten AAV-Vektors im Tumorgewebe gefunden.

Ebenso deutlich ist, was noch offen ist: Der dritte GLI1-Fall wird noch geprüft. Eine bestätigte Ursache, eine abschließende Zahl untersuchter Fälle oder ein Termin für das Ergebnis werden im Quelltext nicht genannt.

Die faire Einordnung

Die Nachricht verdient Aufmerksamkeit, weil sie einen möglichen机制ismus und konkrete molekulare Befunde nennt. Das stärkste Gegenargument gegen vorschnelle Schlüsse ist die große behandelte Gruppe von mehr als 6.000 Patienten bei lediglich neun Tumormeldungen – wobei diese Meldungen nicht automatisch eine bestätigte Kausalität darstellen.

Zugleich bewertet die FDA den möglichen Nutzen von Zolgensma weiterhin höher als die möglichen Risiken. Familien müssen die Meldung also weder als Entwarnung noch als bewiesenen Schaden lesen. Sie ist der Beginn einer behördlichen Prüfung, deren wichtigste Fragen sich an den drei GLI1-Fällen, den zwei Virus-DNA-Nachweisen und der weiteren Überwachung ähnlicher Gentherapien zeigen.

Quellen

Was denkst du?

AI-unterstützt · redaktionell betreut

Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.