Ältestes Reptil der Erde: Cambridge-Forscher entschlüsseln Jonathans Gene
Jonathan, 194 Jahre alt, lebt auf St. Helena. Sein Epigenom ähnelt dem jüngerer Schildkröten – Forscher rätseln, was das über das Altern verrät.
AI MODIFIEDTVS News KI redaktionell betreut präsentiert 194 Jahre alt und fit: Was Jonathan über das Altern verrät.
Du fühlst dich mit 35 alt? Jonathan würde dich milde anblicken. Die Aldabra-Riesenschildkröte ist nach Schätzungen 194 Jahre alt und lebt auf der südatlantischen Insel St. Helena – genauer: im Garten des Plantation House. Damit gilt sie als vermutlich ältestes lebendes Reptil der Erde.
Was kann ein Tier, das fast zwei Jahrhunderte auf dem Rücken trägt, der Wissenschaft über das Altern erzählen? Genau das haben sich Forschende in Cambridge gefragt – und Jonathans Erbgut unter die Lupe genommen.
Warum Jonathan für die Alternsforschung so spannend ist
Wissenschaftler versprechen sich von dem Urzeitriesen Aufschluss darüber, wie der Alterungsprozess bei einem Lebewesen abläuft, das ein so extremes Alter erreicht. Dafür haben sie Jonathans Erbgut entschlüsselt und mit dem anderer Schildkröten verglichen – darunter ein etwa 100 Jahre altes Tier und Galápagos-Riesenschildkröten.
Das Ergebnis: Jonathans sogenanntes Epigenom ähnelt stark jenem der deutlich jüngeren Artgenossen. Das Epigenom funktioniert wie eine Art Schaltzentrale über den Genen – es bestimmt, welche Gene aktiv sind und welche stumm bleiben. Wenn diese Steuerung bei einem 194 Jahre alten Tier noch so funktioniert wie bei jungen Tieren, dann machen Riesenschildkröten auf molekularer Ebene etwas grundlegend anders als wir Menschen.
Erstaunlicherweise ähnelte das sogenannte Epigenom von Jonathan stark jenem der jüngeren Schildkröten.
Ein Zoo-Bewohner als Modellfall
Jonathan steht mit seiner Langlebigkeit nicht allein. Aber: Alle sehr alten Schildkröten, die in die Studien einbezogen wurden, leben nicht in freier Wildbahn – sondern in Zoos oder ähnlichen Einrichtungen. Für dich heißt das: Die Forschung findet unter geschützten Bedingungen statt, weit weg von den Seychellen, wo Jonathan um 1832 das Licht der Welt erblickte.
Das macht die Ergebnisse spannend, aber auch schwer einzuordnen. Welche Rolle spielen Haltung, Futter, Bewegung? Welche Rolle spielen die Gene selbst? Die Wissenschaft steht hier noch ziemlich am Anfang.
Was bleibt – und was noch offen ist
Klar ist: Riesenschildkröten besitzen biologische Tricks, die das Altern verlangsamen. Unklar ist, ob und wie sich daraus etwas für den Menschen ableiten lässt. Für dich heißt das: Jonathan bleibt vorerst ein faszinierender Einzelfall – ein lebendes Fenster in eine Biologie, die wir noch nicht vollständig verstehen.
Die dpa-Originalmeldung findest du bei Stern und Handelsblatt. Hintergrund zu Jonathan liefert Wikipedia.
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