Cisco und Israel: Was die geleakten Dokumente zeigen
Geleakte Dokumente zeigen, wie Cisco seine Geschäftsbeziehung zu israelischen Militär- und Geheimdienststrukturen während des Gaza-Krieges ausgebaut hat – während die technische Zuverlässigkeit und interne Proteste das Unternehmen belasteten.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Cisco rückt israelische Militärgeschäfte in den Fokus: Was die Leaks zeigen.
Cisco baute die Militärbeziehung aus, obwohl die Belegschaft protestierte
Die entscheidende Spur liegt in internen Dokumenten, die Beschäftigte des Konzerns泄露 haben. Sie zeigen, wie Cisco seine Beziehung zum israelischen Militär ausbaute, während der Krieg in Gaza andauerte. Das Unternehmen-lebte dabei nicht nur auf bestehende Verträge: In den Unterlagen ist von „customer success story“ die Rede, von einem internen Präsentationstitel, mit dem Cisco eine erfolgreiche Kundenbetreuung würdigte.
Die Zeitlinie reicht weit zurück. Verträge mit der militärischen Geheimdienststruktur Israels brachten Cisco laut einem 2025 geprüften Dokument in drei Jahren rund 67 Millionen US-Dollar ein. Die internen Unterlagen belegen darüber hinaus, dass Cisco bereits vor 2023 und auch während des Krieges mit dem israelischen Sicherheitsstaat zusammenarbeitete.
Das Unternehmen geriet dabei unter Druck von innen. Aktuelle und ehemalige Beschäftigte kritisierten Ciscos Rolle im Gaza-Krieg als „schocking and complete contradiction of values“. Die Gruppe „Bridge to Humanity“ schrieb, der Konzern sei zum Instrument des Genozids geworden und unterscheide sich nicht von einem Rüstungsunternehmen, das Bomben und Kampfjets liefere.
Cisco reagierte nicht mit einem öffentlichen Kommentar auf die Anfrage von The Guardian. Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte, die Israel Defense Forces würden von Dienstleistungen zahlreicher Unternehmen unterstützt, wollte sich zu einzelnen Verträgen mit anderen Firmen jedoch nicht äußern.
Mehrstündige Ausfälle brachten kritische Geheimdienstnetze unter Druck
Die technischen Probleme begannen ein Jahr nach Beginn des Gaza-Krieges. Damals waren die Netzwerke der israelischen militärischen Geheimdienstgemeinschaft von mehrstündigen Ausfällen und wiederholten Abstürzen betroffen. Eingebaute Mechanismen zur Fehlersuche versagten. Die Störungen traten auf, während die Geheimdienste ihre digitale Infrastruktur aktualisierten.
Ein vertrauliches Memo von Cisco aus dem September 2025 beschreibt die Folgen deutlich: Die wiederholten Ausfälle hätten kritische Abläufe während des Krieges schwer beeinträchtigt und das Kundensentiment nachhaltig beschädigt. Die Probleme seien so hartnäckig geworden, dass sie das Vertrauen der Geheimdienststellen in einen der wichtigsten Netzwerkanbieter schwächten.
Nach Angaben von Cisco-Mitarbeitern gefährdeten die Ausfälle und Blackouts den Zugriff der Geheimdienstkräfte auf militärische Daten. In den internen Unterlagen erscheint dafür die Bezeichnung „Israel Intelligence Force“ beziehungsweise IIF. Gemeint ist damit offenbar die militärische Geheimdienstdirektion Aman, die innerhalb des israelischen Verteidigungsministeriums für mehrere Geheimdienstabteilungen kritische Netzwerkinfrastruktur bereitstellt.
Cisco reagierte auf das Ausfallrisiko mit einer Krisenreaktion. Mehrere interne Teams arbeiteten über mehrere Monate an der Behebung der Fehler. Führungskräfte wurden aktiviert, um das als „kritisch“ eingestufte Kundenkonto zu retten. Nach der Stabilisierung der Systeme und der Unterstützung der Einheit Sapir vermerkte Cisco für den Zeitraum zwischen 2024 und dem Sommer 2025, der Kunde sei zufrieden gewesen. Die Aufarbeitung sei als „customer success story“ in eine interne Präsentation eingeflossen.
Cisco schickte dafür Mitarbeiter während des Krieges unter „extremen Sicherheitsbedingungen“ zu Besuchen vor Ort. Ziel war, die Probleme zu beheben, die Einheit zu schulen, das Vertrauen wiederherzustellen und die Stimmung gegenüber dem Kunden umzukehren. Sapir war laut Bericht seit dem 7. Oktober dafür verantwortlich, Israels Geheimdienstapparat unter die Erde zu verlagern.
Von der Stabilisierung alter Netze zu neuen KI-Verträgen
Die Leaks enden nicht bei der Reparatur bestehender Infrastruktur. Sie zeigen einen Konzern, der weitere Chancen systematisch verfolgte. Die Unterlagen belegen Dutzende von Geschäften, an denen Cisco im Jahr 2026 mit verschiedenen israelischen Regierungsstellen arbeitete – darunter Geheimdienstgemeinschaft, Luftwaffe und Marine. Viele Angebote waren mit „AI“ gekennzeichnet.
Besonders auffällig ist der Versuch von Splunk, einer Cisco-Plattform zur Verarbeitung und Analyse großer Mengen maschinell erzeugter Daten, sich an Project Nimbus zu beteiligen. Der umstrittene Cloud-Vertrag läuft zwischen der israelischen Regierung sowie Google und Amazon. Die Unterlagen belegen die Bemühung von Splunk-Executives, dort einzusteigen. Ob der Deal tatsächlich zustande kam, ist nicht klar.
Damit ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen den Vorfällen im Netzwerk und der Geschäftsstrategie. Cisco versuchte nicht nur, einen bestehenden militärischen Kunden zufriedenzustellen. Das Unternehmen wollte die Beziehung sichern, weitere Aufträge erschließen und seine Rolle als Anbieter der technischen „Plumbing“ des digitalen Datenaustauschs ausbauen.
Der militärische Auftritt trifft Cisco an mehreren Fronten
Die Reaktionen innerhalb des Konzerns waren nicht auf technische Kritik beschränkt. Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC kam zu dem Ergebnis, dass es reasonable cause gebe: Nach den 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg in Gaza habe Cisco unter palästinensischen, arabischen und muslimischen Beschäftigten ein feindseliges Arbeitsumfeld mit rassistischen Äußerungen beaufsichtigt, das ihre Rechte verletzte. Cisco widersprach dieser Feststellung und erklärte, sich der Gleichbehandlung am Arbeitsplatz verpflichtet zu fühlen.
Auch die Kapitalseite will das Thema nicht ignorieren. Eine Gruppe von Investoren fordert Cisco dazu auf, eine unabhängige Menschenrechtsprüfung der Geschäfte mit dem israelischen Militär in Auftrag zu geben. Bei der kommenden Hauptversammlung sollen die Aktionäre über einen entsprechenden Antrag abstimmen. Das datierte Projekt Nimbus, die dokumentierten Ausfälle und die internen „customer success story“-Präsentationen machen aus dem Vorwurf eine konkrete Prüffrage: Wie eng ist Ciscos Infrastruktur tatsächlich mit militärischen Abläufen verbunden, und welche Folgen hat das für Beschäftigte, Kunden und das Unternehmen selbst?
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