Feuerpause in Oleschky: Erste Bewohner kommen heraus
Während einer Feuerpause verlassen die ersten Einwohner die von Russland besetzte ukrainische Stadt Oleschky. Die Ukraine hofft, dass weitere Städte in der Region auf ähnlichem Weg versorgt werden können.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Oleschky-Evakuierung: Erste Einwohner verlassen die besetzte Stadt.
Am Nachmittag des 30. Oktober 2026 rollte der erste Hilfskonvoi aus Oleschky heraus. Die Stadt im besetzten Süden der Ukraine war monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Jetzt bringen 25 Busse und ein zusätzliches Fahrzeug für Menschen, die liegen müssen, insgesamt bis zu etwa 800 Menschen aus dem umkämpften Gebiet heraus.
Der Konvoi war am Morgen auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim gestartet. Die Menschen an Bord können in nicht besetzte Teile der Ukraine ausreisen. Wer bleiben möchte, kann nach Angaben des Berichts alternativ in russisch kontrolliertem Gebiet bleiben. Für die Bewohner Oleschkys, die auf Hilfe warteten, kamen parallel die ersten Lieferungen an.
25 Busse und ein Lautsprecherwagen bringen Hilfe in Oleschky an
Der erste Schritt
Die entscheidende Voraussetzung war eine Feuerpause für Oleschky und die unmittelbare Umgebung. Sie gilt noch bis Sonntag. Nach Angaben des ARD-Korrespondenten Florian Kellermann hielten weder die Ukraine noch Russland die Vereinbarung während der Evakuierung gebrochen.
In den vorangegangenen Tagen wurde die Feuerpause bereits genutzt, um die Zufahrtswege nach Oleschky von Minen freizuräumen. Erst dadurch wurde es möglich, Menschen und Hilfsgüter in die seit Langem abgeschnittene Stadt zu bringen. Die Versorgungslage war zuvor dramatisch: Der letzte Lebensmitteltransport erreichte Oleschky im Mai. Über den Sommer lebten die Bewohner von dem, was sie in ihren Gärten angebaut hatten. Diese Vorräte waren inzwischen aufgebraucht.
„Die Menschen haben schon gehungert. Es sei höchste Zeit für Hilfe gewesen“, sagte Kellermann.
Was mitkommt
Der Konvoi bestand aus 25 Bussen und einem Fahrzeug, in dem Menschen transportiert werden können, die liegen müssen. Insgesamt könnten damit etwa 800 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Laut Kellermann wird jedoch erwartet, dass etwa die Hälfte der Menschen auch evakuiert werden möchte. Der andere Teil kann in russisch kontrolliertem Gebiet bleiben und wird dort durch die eingetroffenen Hilfslieferungen versorgt.
Zu den ersten Lieferungen gehören Mehl, Getreide, Zucker, Speiseöl sowie Fleisch- und Fischkonserven. Außerdem kamen Hygienemittel und Treibstoff für Notstromgeräte an. Das zentrale Krankenhaus erhielt Medikamente wie Antibiotika und Insulin.
Erstmals seit Kriegsbeginn arbeiten beide Seiten an einer gemeinsamen Hilfsaktion
Ein einmaliger Versuch
Die Evakuierung und Versorgung Oleschkys war nach Angaben des Berichts Teil einer gemeinsamen Hilfsaktion von Ukrainianern und Russen. Sie sei die erste dieser Art seit Kriegsbeginn vor vier Jahren und acht Monaten gewesen.
Am Konvoi beteiligt waren Dmytro Lubinez, ukrainischer Ombudsmann für Menschenrechte, und Jana Lantratowa, russische Menschenrechtsbeauftragte. Lubinez bezeichnete den Vorgang als Erfolg. Laut dem Bericht hatte er sich mit Lantratowa darüber abgesprochen, dass das Vorgehen in Oleschky zum Modell für weitere Städte in der Region werden könnte.
Die Vermittlung
Aus dem Weißen Haus hieß es, die Feuerpause sei maßgeblich von First Lady Melania Trump vermittelt worden. Eine Verbindung zwischen der politischen Vermittlung und dem Transport berichteten die Beteiligten nicht in jedem Detail. Fest steht: Die begrenzte Waffenruhe wurde für die Minenräumung, die Lieferungen und den Abtransport genutzt.
Die eigentliche Herausforderung liegt für Lubinez darin, das Modell auf weitere Städte zu übertragen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden. Die Ukraine hofft, dass auch diese Orte auf ähnlichem Weg versorgt werden können. Konkrete Zahlen zu weiteren Konvois, Routen oder Zielorten nennt der Bericht nicht.
Der Dnipro trennt Oleschky von Cherson
Die Frontstadt
Oleschky liegt am Ufer des Dnipro in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine. Seit 2022 steht die Stadt unter russischer Kontrolle. Der Dnipro gilt als Frontlinie, weshalb Oleschky zu den schwer umkämpften Gebieten gehört.
Die Berichterstattung beschreibt, wie stark die Versorgungslage zuvor war: Die Stadt war über Monate weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, der letzte registrierte Lebensmitteltransport datiert vom Mai. Erst die Lieferungen während der Feuerpause brachten wieder Grundnahrungsmittel und Medikamente in die Stadt.
Die Feuerpause öffnet einen Weg – doch die Front bleibt gefährlich
Das Risiko für Cherson
Die Hilfe für Oleschky bringt zugleich eine taktische Gefahr mit sich. Von Oleschky aus schießen ukrainische Drohnenpiloten seit Jahren auf die Großstadt Cherson auf der anderen Seite des Dnipro. Beobachter fürchten, dass Russland seine Chance nutzen könnte, seine militärische Lage dort zu verbessern.
An anderen Orten setzte Russland seine Angriffe während der lokal begrenzten Feuerpause mit unverminderter Härte fort. Der Bericht nennt zuletzt Angriffe auf Kiew und den Bahnhof in Dnipro, bei denen zahlreiche Menschen getötet wurden. Die Waffenruhe für Oleschky galt daher nur für die Stadt und ihre Umgebung.
Für die Bewohner ist der Unterschied dennoch greifbar: Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn verließen in diesem Umfang Menschen das umkämpfte Gebiet, während zugleich Lebensmittel, Hygieneartikel, Treibstoff und Medikamente eintrafen. Ob weitere Städte auf diesem Weg versorgt werden können, hängt nun davon ab, ob Lubinez und Lantratowa das Verfahren erneut organisieren können.
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