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Weniger Teuerung im Oktober – der Tankrabatt wirkt nur kurz

Die Teuerungsrate in Deutschland ist im Oktober leicht zurückgegangen. Laut Handelsblatt liegt das vor allem am befristeten Tankrabatt, dessen Effekt in Europa als Sonderfall gilt.

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Weniger Teuerung im Oktober – der Tankrabatt wirkt nur kurzAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Inflation im Oktober: Tankrabatt dämpft Teuerung – nur vorübergehend.

Die entscheidende Zahl steht schon im Titel dieser Meldung: In Deutschland sind Waren und Dienstleistungen im Oktober 2,8 Prozent teurer geworden als im Vorjahresmonat. Das ist weniger als die von Ökonomen erwartete Entwicklung. Sie hatten mit einem Rückgang der Inflationsrate von 3,3 Prozent im September auf 3,0 Prozent gerechnet. Die Schätzung des Statistischen Bundesamts vom Freitag fällt damit besser aus als prognostiziert.

Für dich ist das kurzfristig eine gute Nachricht, aber keine Entwarnung. Der Rückgang hängt laut den vorliegenden Informationen wesentlich mit dem zeitlich befristeten Tankrabatt zusammen. Die staatliche Entlastung beim Treibstoff senkt den Preisdruck, während sie aktiv ist. Sobald ihre Wirkung nachlässt, fällt dieser eine Treiber weg. Deshalb sagt der Oktoberwert vor allem etwas über die Wirkung der Maßnahme aus – nicht darüber, dass sich die Preisentwicklung dauerhaft beruhigt.

Der Tankrabatt drückt den Oktoberwert nach unten

Die Bundesregierung hat die Energiesteuer erneut um 14 Cent pro Liter gesenkt. Dazu kommen drei Cent weniger Mehrwertsteuer. Als Reaktion auf den starken Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des Irankriegs gilt diese Maßnahme zunächst bis Ende Dezember.

Damit liegt ein konkreter zeitlicher Rahmen vor. Bis dahin wird der Rabatt den Energiepreis und damit die gemessene Teuerung beeinflussen. Die Wirkung ist allerdings nicht unbegrenzt. Der Tankrabatt kann die Preisentwicklung im Oktober abmildern, aber nicht garantieren, dass der Rückgang über das Ende der Maßnahme hinaus anhält.

Besonders deutlich wird das beim Energieanteil. Energie war im Oktober mit 12,2 Prozent der stärkste Preistreiber. Im September lag der Wert noch bei 14,9 Prozent. Der Rückgang ist also mit dem nachlassenden Energiedruck verbunden. Bei Dienstleistungen gab es ebenfalls eine Entspannung: Der Preisdruck sank von 2,7 auf 2,5 Prozent. Bei Waren ging er von 3,8 auf 3,0 Prozent zurück.

Ein noch klareres Bild liefert die/coreohne Energie und Lebensmittel. Die Kerninflation fiel von 2,4 auf 2,1 Prozent. Der Rückgang ist also nicht ausschließlich auf die niedrigeren Energiepreise zurückzuführen. Allerdings bleibt der Tankrabatt der zentrale Faktor, den das Handelsblatt für die Entlastung im Oktober hervorhebt. Der sinkende Druck bei Dienstleistungen und Waren stabilisiert das Bild, reicht aber nicht aus, um die befristete Maßnahme als dauerhafte Wende zu behandeln.

Europäische Vergleichswerte zeigen, wie außergewöhnlich Deutschland ist

Der deutsche Rückgang ist innerhalb der Euro-Zone die Ausnahme. Schätzungen anderer Statistikämter vom Freitag zeigen in den übrigen Ländern eine andere Entwicklung.

  • Italien: Die Inflation stieg von 4,2 auf 5,6 Prozent – stärker als erwartet.
  • Frankreich: Die Inflation erreichte mit 3,8 Prozent ein Drei-Jahres-Hoch.
  • Spanien: Mit 4,9 Prozent blieb die Inflation fast unvermindert hoch.

Damit lässt sich die deutsche Entwicklung nicht einfach auf den gesamten Euroraum übertragen. Der Tankrabatt verschafft Deutschland einen Vorteil, den die anderen Länder in dieser Form nicht haben. Für die Einordnung heißt das: Der gesunkene deutsche Oktoberwert ist auch deshalb so niedrig, weil eine politische Maßnahme die Energiekosten senkt.

Der stärkste Gegenpunkt zur vorsichtigen Einordnung ist, dass auch eine befristete Entlastung für Haushalte spürbar ist. Das stimmt. Weniger Kosten beim Tanken reduzieren die Belastung direkt und sichtbar. Der entscheidende Unterschied liegt im zeitlichen Rahmen: Die Wirkung der Maßnahme ist bis Ende Dezember angelegt, während die Preisniveaus bei Waren und Dienstleistungen weiterhin von den vorangegangenen Kostenentwicklungen geprägt bleiben.

Mehr Unternehmen planen Preiserhöhungen

Der Ifo-Institut-Index liefert einen zweiten Hinweis darauf, warum der Oktober nicht als Wendepunkt gelesen werden sollte. Nach einer monatlichen Erhebung planen in Deutschland mehr Unternehmen als vor einem Monat, ihre Preise anzuheben.

Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erklärte, die Inflation werde „sowohl bei den Erzeuger- als auch bei den Verbraucherpreisen weiter zunehmen“. Er fügte hinzu: „Die Richtung ist ziemlich klar“.

Das passt zu den Daten. Der Tankrabatt dämpft den aktuellen Preisdruck, und die Teuerungsrate im Oktober fällt stärker als erwartet. Zugleich planen Unternehmen weitere Preissteigerungen, und der Energiedruck bleibt mit 12,2 Prozent der größte einzelne Treiber. Die Entlastung beim Tanken ist damit greifbar und kurzfristig wirksam. Sie ersetzt aber keine Antwort auf die Frage, wie sich die Preise nach dem 31. Dezember entwickeln.

Die Meldung lässt sich deshalb nüchtern zusammenfassen: Der Tankrabatt verschafft Deutschland im Oktober eine sichtbare Dämpfung der Teuerung, von 2,8 Prozent statt der erwarteten 3,0 Prozent. Europa entwickelt sich gegenläufig, und die Hinweise auf geplante Preiserhöhungen sprechen gegen eine Entwarnung. Für deine Orientierung zählt deshalb beides: Jetzt weniger Druck an der Zapfsäule – aber ein Oktoberwert, dessen Entlastung wesentlich an eine politische Maßnahme mit befristetem Ende gebunden ist. Die vollständige Einordnung des Handelsblatts ordnet diese Entwicklung in den Zusammenhang mit der EZB-Politik und einer möglichen dritten Zinserhöhung im Dezember ein.

Quellen

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