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Orbán vor UN-Spitze? Trump setzt Europa unter Druck

Laut Handelsblatt bringt die Trump-Regierung den ehemaligen ungarischen Regierungschef Viktor Orbán für das Amt des UN-Generalsekretärs ins Spiel. Eine offizielle Kandidatur würde Großbritannien und Frankreich stark unter Druck setzen.

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Orbán vor UN-Spitze? Trump setzt Europa unter DruckAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Trump bringt Orbán offenbar für die UN-Spitze ins Spiel – wie belastbar ist die Meldung.

Die Vereinten Nationen haben am Freitagabend den siebten Abstimmungstag im Ringen um ihren nächsten Generalsekretär erreicht. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat in New York nach sechs Runden noch keinen Kandidaten für die Nachfolge von António Guterres festgelegt. Die 15 Mitglieder des Rates sollen erneut ihre Präferenzen für oder gegen jeden der sieben offiziellen Kandidaten kundtun.

Der spektakulärste Name steht dabei noch nicht auf dem offiziellen Kandidatenfeld: Viktor Orbán. Der ehemalige ungarische Ministerpräsident könnte nach den Informationen im Bericht im weiteren Verlauf des Rennens antreten – und zwar als gemeinsamer Kandidat der USA, Russland und China. Das macht die Meldung zu mehr als einer Personalfrage aus Washington. Sie würde die Suche nach dem UN-Chefdiplomaten direkt mit den Beziehungen zwischen den drei Großmächten verbinden.

Orbán ist noch kein offizieller Kandidat

Der entscheidende Hinweis

Das Wall Street Journal berichtete erstmals von einem Orbán-Projekt, das die Trump-Administration eingefädelt habe. Die USA hätten den ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten dazu ermutigt, sich zur Wahl zu stellen. Das wiederholt die US-Regierung nicht offiziell, sondern in einer Form, die den Standpunkt klar macht: Ein US-Beamter räumte ein, der Plan klinge auf den ersten Blick verrückt, müsse aber noch endgültig genehmigt werden.

Eine Anfrage an das US-Außenministerium blieb unbeantwortet. Deshalb ist die Formulierung „im Gespräch“ belastbarer als „nominiert“ oder „kandidiert“. Orbán ist ein Name, mit dem Washington rechnet. Eine formale Kandidatur ist damit noch nicht bewiesen.

Die Kandidaten

Offiziell bewerben sich derzeit sieben Frauen und Männer: Ivonne A-Baki aus Ecuador und Libanon, María Fernanda Espinosa Garcés aus Ecuador, Rafael Grossi aus Argentinien, Rebeca Grynspan aus Costa Rica, Lana Nusseibeh aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Olara Otunnu aus Uganda und Carolyn Rodrigues Birkett aus Guyana. Orbán steht in dieser Liste nicht.

Warum Frankreich und Großbritannien besonders wichtig sind

Eine Kandidatur von Orbán würde nach Darstellung des Berichts den Druck auf die beiden europäischen Vetomächte deutlich erhöhen. Der Diplomat, auf den sich die Meldung beruft, bringt die Falle so auf den Punkt: „Letztlich könnten Frankreich oder Großbritannien ihn per Veto stoppen.“

Die beiden Staaten können eine Kandidatur nicht nur mit ihren Stimmen verhindern. Ein einziges Veto eines der fünf ständigen Mitglieder reicht aus. Neben Frankreich und Großbritannien gehören China, Russland und die USA zu diesen Vetomächten. Für eine Kandidatur braucht es also Konsens unter allen fünf.

Die USA wollen ihren Kandidaten nach der Meldung durchbringen, während viele andere Staaten – darunter mehrere aus Europa – eine offizielle Nominierung verhindern wollen. Ein Nein von Paris oder London würde allerdings den Zorn der Trump-Regierung auf die beiden Länder ziehen. Genau darin liegt die besondere Belastung: Ein Veto wäre rechtlich wirksam, aber politisch gegenüber Washington riskant.

Was die Meldung nicht belegt

Der Bericht nennt keine offiziellen Erklärungen aus London oder Paris und keine konkreten Gegenmaßnahmen oder Verhandlungen. Auch die Frage, ob Washington, Moskau und Peking Orbán tatsächlich gemeinsam unterstützen, ist damit nicht abschließend geklärt. Belegt sind vor allem die mögliche Kandidatur, die Rolle der Trump-Regierung und der zu erwartende Druck auf die beiden europäischen Vetomächte.

Die UN wartet – und der bisherige Ablauf zeigt, warum

Die Suche ist seit knapp einem Jahr nicht abgeschlossen. In der sechsten Probeabstimmung lag Ivonne A-Baki weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Auch die drei aussichtsreichsten Kandidaten erreichten die nötigen neun Stimmen nicht oder erhielten mindestens zwei Vetos. Damit scheiterten sie nicht nur an der Unterstützung der Generalversammlung, sondern am Konsens der fünf ständigen Ratsmitglieder.

Die Ursache liegt laut der Quelle in Rivalität und Misstrauen zwischen den Vetomächten. Diplomaten verweisen außerdem auf die Zwischenwahlen in den USA, die Trump und sein außenpolitisches Team abwarten wollten. Daniel Safran-Hon vom International Peace Institute rechnet damit, dass sich der Wahlkampf bis in den Dezember oder darüber hinaus hinziehen könnte.

Ein weiterer struktureller Faktor: Der bisherige Generalsekretär António Guterres gibt sein Amt am 31. Dezember ab. Nach ungeschriebenen UN-Regeln sollte der nächste Generalsekretär aus Lateinamerika kommen; mehrere Mitgliedsländer fordern außerdem eine Frau. Orbán würde mit seiner europäischen und rechtsnationalen Vergangenheit beide Erwartungen nicht bedienen. Das macht ihn zu einer taktischen Option, nicht automatisch zu einem plausiblen Nachfolger.

Einriskantes Manöver statt einer fertigen Kandidatur

Die stärkste Einschätzung im Bericht kommt von Richard Gowan, Programmdirektor der International Crisis Group. Er bezeichnet den Orbán-Vorstoß als taktisches Manöver der US-Regierung und sagt, das Ganze sei „nicht sehr ernsthaft“. Diese Gegenposition passt zum offiziellen Stand: Washington hat Orbán offenbar ermutigt, aber der Plan ist noch nicht endgültig genehmigt.

Damit bleibt die Meldung zweistufig. Die harte Neuigkeit ist, dass Orbán als möglicher gemeinsamer Kandidat der USA, Russlands und Chinas diskutiert wird. Die ebenso wichtige Einschränkung: Formale Kandidatur, Unterstützung der drei Regierungen und eine Nominierung sind noch nicht bestätigt. Beobachte deshalb den nächsten Schritt im Sicherheitsrat. Genau dort, beim Abstimmungsprozess in New York, würde sich zeigen, ob aus dem Washingtoner Projekt eine echte Kandidatur wird.

Quellen

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