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Expertenkommission soll das überlastete Bahnnetz retten

Die Bahn setzt eine Expertenkommission ein, um das überlastete Schienennetz zuverlässiger zu machen. Neben technischen Lösungen könnte auch ein reduziertes Angebot in die Debatte kommen.

4 Min. Lesezeit
Expertenkommission soll das überlastete Bahnnetz rettenAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Bahn-Expertenkommission: Muss das Angebot jetzt kleiner werden.

Am 3. November nimmt das neue Gremium „Robuster Fahrplan“ seine Arbeit in Berlin auf. Die von der DB InfraGo einberufene Expertenkommission soll untersuchen, wie die Bahn ihre Züge auf einem überalterten und überlasteten Schienennetz schneller wieder pünktlicher machen kann. Vorschläge für mehr Verlässlichkeit sollen im neuen Jahr vorliegen.

Ein möglicher Baustein ist bereits konkret: Der frühere Bahnbeauftragte der Bundesregierung und Mitglied im Aufsichtsrat der DB InfraGo, Enak Ferlemann, bringt weniger Verkehr auf der Schiene ins Spiel. Seine Idee: Zwischen Berlin und Hamburg könnte nur noch einmal pro Stunde ein Fernzug fahren statt wie bisher alle 30 Minuten – dafür sollten die Züge zuverlässiger unterwegs sein. Ferlemann soll selbst zur Kommission gehören.

Damit steht nicht nur die technische Ausstattung der Bahn im Mittelpunkt. Die Experten sollen auch diskutieren, wie sich das Fahrplanangebot verändern müsste, damit Züge im Betrieb stabiler fahren können. Die Handelsblatt-Meldung und die ebenfalls unter diesem Titel verfügbare Financial-Times-Meldung auf der ZEIT-Online-Seite greifen denselben Ausgangspunkt auf.

Warum weniger Züge nicht automatisch mehr Pünktlichkeit bringen

Die Infrastruktur ist nach Angaben der Bahn der Hauptgrund für die hohe Unpünktlichkeit. Hinzu kommt eine Überlastung vor allem in den Verkehrsknoten. In den Informationen für den Verkehrsausschuss heißt es, dass im Jahr 2025 mehr als 10 Prozent der Züge auf Strecken mit einer Auslastung von über 115 Prozent verkehrten.

Die Folgen reichen inzwischen weit über einzelne überfüllte Strecken hinaus. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre nahmen die Stau-Verspätungen um 150 Prozent zu. Bei den Fernzügen ist die Bilanz ebenfalls deutlich: Im laufenden Jahr war in den meisten Monaten nahezu jeder zweite Fernzug unpünktlich. Im Vorjahr kamen lediglich 60 Prozent aller Fernzüge ohne größere Verzögerung ans Ziel.

Die Bahn ist so unpünktlich wie nie – das liegt am maroden und überlasteten Netz.

Quelle: Handelsblatt

Der Zielkonflikt

Gerade die vorgeschlagene Taktverlängerung zwischen Berlin und Hamburg trifft den Kern des Problems. Weniger Züge auf einer überlasteten Strecke könnten kurzfristig mehr Platz schaffen. Die Branchenverbände halten diesen Ansatz jedoch für zu einfach. „Weniger Züge fahren zu lassen, bedeutet vollere Züge und nicht automatisch pünktlichere Züge“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer des Lobbyverbands Allianz pro Schiene.

Seine Kritik richtet sich vor allem auf die Abfahrtsmöglichkeiten. Wenn die verbleibenden Züge wegen Überfüllung nicht abfahren können, könnten sie sogar noch unpünktlicher werden. Auch Peter Westenberger, Geschäftsführer des Wettbewerberverbands Die Güterbahnen, lehnt eine pauschale Reduzierung des Angebots ab. Die Branche habe dem Ansatz „weniger statt mehr“ bereits vor einem Jahr in der „Taskforce zuverlässige Bahn“ eine Absage erteilt. Stattdessen fordern beide Verbände mehr Kapazität auf der Schiene.

Was das Gremium bis ins neue Jahr klären soll

Die Kommission arbeitet ergebnisoffen. Bei mehreren Terminen sollen erfahrene Teilnehmer mit unterschiedlichen Blickwinkeln diskutieren. Der 3. November ist laut den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Informationen der Start in Berlin. Vorschläge für mehr Verlässlichkeit sollen im neuen Jahr vorliegen; anschließend werden sie gemeinsam mit Politik, Ländern und Branche bewertet.

Der Auftrag

Die Kommission soll Lösungen finden, um den Bahnbetrieb während der anstehenden Jahre intensiver Bautätigkeit stabiler und verlässlicher zu machen. Dass die Bahn derzeit auf Rekordniveau saniert und baut, bringt nach Darstellung der Quelle den Fahrgästen bislang kaum spürbare Vorteile. Die Experten sollen daher gerade in dieser Phase einen belastbaren Fahrplan ermöglichen.

Die Unterstützung

Beim Gremium ist nach den vorliegenden Angaben auch das auf Fahrpläne spezialisierte Schweizer Unternehmen SMA beteiligt. Neben SMA werden weitere Partner die Kommission unterstützen. Welche Unternehmen im Einzelnen beteiligt sind, nennt der Quellentext nicht.

Das weitere Verfahren

Bis zu den Vorschlägen im neuen Jahr bleibt offen, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Auch eine mögliche Angebotsreduzierung ist damit noch kein beschlossenes Ergebnis. Feststeht bislang nur der Prüfauftrag: Das Gremium erarbeitet Vorschläge, und die Bahn bewertet sie anschließend gemeinsam mit Politik, Ländern und Branche. Das Beispiel von Enak Ferlemann zeigt dabei, wie konkret die Debatte bereits über die Zahl der Züge zwischen Berlin und Hamburg werden kann.

Was Fahrgäste jetzt wissen sollten

Was sich ändert

Mit dem Start am 3. November beginnt eine Arbeit, die direkt den Fahrplan betrifft. Die Bahn sucht nicht nur technische Lösungen für ein stabileres Netz. Sie stellt ausdrücklich auch die Frage, wie das Angebot auf der Schiene mit der überlasteten Infrastruktur in Einklang gebracht werden kann.

Was noch nicht feststeht

Es gibt bislang keinen beschlossenen Fahrplanwechsel, keine genannten betroffenen Linien und keinen festen Termin für die Umsetzung konkreter Vorschläge. Auch die Zusammensetzung der Kommission ist in den verfügbaren Informationen nicht vollständig aufgeführt; lediglich die Beteiligung von Enak Ferlemann ist genannt.

Für deine Planung heißt das: Eine Reduzierung des Angebots ist eine diskutierte Möglichkeit, noch keine beschlossene Tatsache. Konkreter wird die Debussion spätestens mit den Vorschlägen, die laut Bahn im neuen Jahr vorgelegt werden sollen. Die entscheidende Frage wird dann sein, ob weniger Verkehr auf dem überlasteten Netz tatsächlich zuverlässigere Verbindungen bringt oder ob fehlende Kapazität lediglich zu volleren und schlecht abfahrenden Zügen führt.

Quellen

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