Südkoreas Nationalteam am Scheidepunkt: Der Konflikt um Son Heung-min
Südkoreas Nationalteam ringt nach einer desaströsen Weltmeisterschaft mit Spannungen zwischen jungen und erfahrenen Spielern. Ein Streit um Son Heung-min, Polizeirazzien und die unklare Zukunft des Kapitäns versetzen den Fußballverband unter Druck.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Son Heung-min im Nationalteam: Kaderbrüche, Polizeirazzien und offene Fragen.
Am 21. Oktober stellte der Abgeordnete Jeong Yeon-wook in einer Sitzung eines Parlamentsausschusses eine ungewöhnliche Frage an den amtierenden Präsidenten des koreanischen Fußballverbandes, Lee Yong-soo. Es ging um Gerüchte, wonach mehrere Spieler Son im Nationalteam nicht mehr bei seinem Namen, sondern als „Nr. 7“ oder „die Person“ bezeichneten. Damit rutschte ein möglicher Kaderkonflikt aus den Sportseiten in die nationale Debatte.
Der Hintergrund reicht weiter zurück. Südkorea schied bereits in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft aus. Nach dem Turnier verließ Trainer Hong Myung-bo seinen Posten, auch KFA-Präsident Chung Mong-gyu trat zurück. Beide wurden von Parlamentariern befragt, anschließend wurden KFA-Büros von der Polizei durchsucht.
Die Mannschaft geriet nach dem Turnier weiter in eine Talfahrt. The Guardian beschreibt eine ungewöhnlich komplexe Situation mit Spannungen zwischen älteren und jüngeren Spielern. Zugleich steht Suns Rolle als Kapitän infrage. Was das für dich bedeutet: Die Kontroverse um den Titel des 34-Jährigen ist Teil eines breiteren Problems, das auch Trainer, Verbandsspitze und die jüngste Nationalmannschaftsgeschichte betrifft.
Nach dem Ausscheiden drohte mehr als nur eine sportliche Krise
Die Weltmeisterschaft endete mit einem 0:1 gegen Südafrika.
Son stand in diesem letzten Spiel nur auf der Bank. Nach dem AusscheidenBoykottierten unnamed reporters Son, weil er seinen Militärdienst nicht geleistet hatte. Weniger als 18 Monate zuvor hatte er noch als Tottenham-Kapitän den Europa-League-Pokal in die Hand gehalten. Damals hatte er eine zehnjährige Premier-League-Zeit bei Tottenham beendet. Anschließend wechselte er zu Los Angeles FC in die Major League Soccer; er begründete den Schritt unter anderem mit der Vorbereitung auf die WM 2026.
Nach demwm立即igen Turnierbeginn gab es weitere Folgen. Trainer Hong und Verbandspräsident Chung traten zurück, wurden von Abgeordneten befragt und die KFA-Büros von der Polizei durchsucht. Zwar gelten sich alle Beteiligten darin einig, dass der Sommer für den koreanischen Fußball katastrophal war. Doch die anschließenden politischen Ermittlungen machten aus der sportlichen Krise einen gesellschaftlichen Konflikt.
Die Alt-Generationsgruppe stellt die Führung infrage
Mehrere Spieler des Jahrgangs 1996 sollen einen neuen Kapitän und einen neuen Trainer wollen.
Berichten zufolge unzufrieden mit der Führung waren vor allem Kim Min-jae vom FC Bayern München, Hwang In-beom vom FC Porto und Hwang Hee-chan, der zuvor bei Wolverhampton Wanderers spielte und nun bei Schalke 04 beschäftigt ist. Nach der Weltmeisterschaft wollten diese Spieler einen Neuanfang mit einem neuen Kapitän und einem neuen Nationaltrainer.
Die Situation bleibt trotzdem ungeklärt. Mit Robert Moreno wurde im September ein interimistischer Trainer bis Ende November eingesetzt. Zugleich gab es nach dem Rücktritt von Chung Mong-gyu zunächst keinen Präsidenten des koreanischen Fußballverbandes. Lee Yong-soo fungiert in dem zitierten Gespräch als amtierender KFA-Präsident.
Die Unzufriedenheit reicht bis in die konkreten Aussagen der Spieler.
Hwang In-beom sagte nach dem 0:0 gegen Venezuela am 2. Oktober: „Ich bin körperlich und mental erschöpft.“ Er fügte hinzu, dass er seit etwa neun Jahren in der Nationalmannschaft sei und seit dieser Zeit viele Dinge im Fußball und in anderen Bereichen verändert werden müssten, dies aber nicht geschehe.
Kim Min-jae kritisierte seinerseits das Engagement einzelner Teamkollegen. Er sagte: „Alle müssen gemeinsam kämpfen und um die Wette kämpfen, aber das haben wir nicht getan.“ In einer weiteren Weltmeisterschaft fehlt damit nicht nur eine klare sportliche Richtung. Auch die öffentliche Kritik betrifft ausdrücklich den gemeinsamen Einsatz innerhalb des Kaders.
Am 21. Oktober wurde aus einem Gerücht eine politische Frage
Der entscheidende Moment fällt auf den 21. Oktober.
In einer Sitzung eines Parlamentsausschusses richtete Jeong Yeon-wook seine Frage an Lee Yong-soo. Nach seiner Darstellung bezeichneten Spieler Son in der Mannschaft inzwischen als „Nr. 7“ oder „die Person“. Die Formulierung klang nicht nach einem beiläufigen Spitznamen, sondern nach Distanz innerhalb des Kaders.
„Es heißt, dass die Spieler in der Nationalmannschaft ihn in letzter Zeit nicht mehr bei seinem Namen, sondern als ‚Nr. 7‘ oder ‚die Person‘ nennen. Wissen Sie, wer gemeint ist?“
Lee Yong-soo fragte daraufhin, ob Son Heung-min gemeint sei. Jeong Yeon-wook beantwortete die Frage mit einem Hinweis darauf, dass die Führung der Nationalmannschaft für Zwietracht sorge und insgesamt zerbrochen sei.
„Es scheint also wahr zu sein. … Es wurde außerdem bekannt, dass die Führung der Nationalmannschaft für Zwietracht sorgt und insgesamt zerbrochen ist.“
Lee Yong-soos Weigerung, einen Kommentar abzugeben, gehört damit zum Kern der Geschichte. Sie bestätigt die Vorwürfe nicht, verweigert aber auch eine unmittelbare Entkräftung. Wichtig ist die Beweislage: Der zentrale Konflikt wurde von einem Abgeordneten ins Spiel gebracht. Eine unabhängige Bestätigung, wie verbreitet die Beschreibung unter den Spielern tatsächlich war, liefert der Bericht nicht.
Die Reaktion fällt in eine Phase ohne klare Verbandsführung.
Mit dem interimistischen Trainer Robert Moreno, dem Rücktritt von Chung Mong-gyu und dem amtierenden Präsidenten Lee Yong-soo verfügt Südkorea über mehrere interimistische Lösungen. Nach den Aussagen der Spieler und den Berichten über Kaderbrüche war das Problem bereits vor der Parlamentssitzung sichtbar. Die öffentliche Sitzung machte daraus einen über den Fußball hinaus sichtbaren Streit über Führungsverantwortung.
Polizeirazzien treffen die KFA-Büros
Die Verbindung zum Nationalteam ist klar, die genauen Ermittlungsgegenstände bleiben offen.
Belegt ist, dass die Polizei nach den Rücktritten von Hong Myung-bo und Chung Mong-gyu die Büros des koreanischen Fußballverbandes durchsuchte. Damit gehören die Razzien zum institutionsgeschichtlichen Umfeld der Krise. Der bereitgestellte Quelltext nennt jedoch weder den genauen Anlass noch den Umfang der Ermittlungen oder eine direkte Verbindung zu den Vorwürfen zwischen Son und der Nationalmannschaftsführung.
Eine solche Verbindung wäre mehr als der Bericht hergibt. Er verbindet Polizeieinsätze, interne Spannungen und Suns unsichere Zukunft zu einer übergreifenden Lagebeschreibung, führt die drei Ebenen aber nicht durch eine konkrete Ursache zusammen. Die Razzien belasten deshalb das Bild des Verbands, lassen sich aber nicht als Beweis für einen konkreten Vorwurf gegen Son verwenden.
Son ist nicht mehr unangefochten – aber auch nicht fertig
Mit 34 Jahren ist Son laut Bericht nicht mehr ein Stürmer auf elite Niveau.
Trotzdem ist seine Popularität in Südkorea ungebrochen. Das Land verließ er bereits mit 16 Jahren. Positive Höhepunkte gab es zuletzt: Gegen Usbekistan erzielte er am 6. Oktober per Freistoß sein 59. internationales Tor und stellte damit die Bestmarke für Südkorea auf.
Offen ist inzwischen nicht nur seine Position auf dem Feld. Lange wurde diskutiert, ob Son breit oder zentral spielen sollte. Laut Bericht ist nun auch die Frage möglich, ob er überhaupt noch in der Startelf stehen sollte. Seine Popularität schützt ihn dabei nicht automatisch vor dieser sportlichen Konsequenz.
Auch seine Medienbeziehung ist nicht mit der seiner Teamkollegen vergleichbar.
Nach der WM kritisierten die Reporter Son wegen seines fehlenden Militärdienstes mit einem Boykott. Einigen Fans zufolge steuern manche Journalisten die Berichterstattung aus Rache dafür. Diese Sichtweise wird im Bericht als Meinung der Fans beschrieben, nicht als überprüfte Tatsache. Sicher belegt ist dagegen die öffentliche Auseinandersetzung über die Medienrolle nach der Weltmeisterschaft.
Die平行e zu Ronaldo zeigt die Dimension – beweist aber keinen Gleichstand
Son und Cristiano Ronaldo teilen mehr als die Nummer 7.
Beide gelten als ikonische Nr. 7, frühere Premier-Leage-Spieler und internationale Rekordhalter. Der Vergleich erhält zusätzliche Gewicht, weil beide laut Bericht als umstrittene Präsenz in ihren jeweiligen Nationalmannschaften gelten könnten.
Die Parallele macht die öffentliche Debatte über Son auffällig. Sie beweist allerdings nichts über die konkrete Lage von Ronaldo. Für Südkorea selbst ist die entscheidende Beobachtung weniger weltlich: Die Rolle des Kapitäns, die Führung des Nationalteams und die Haltung des Verbands sind inzwischen Gegenstand einer öffentlichen Parlamentssitzung geworden.
Vor dem Asien-Cup bleibt die Führungsfrage offen
Der Asien-Cup soll am 7. Januar beginnen.
Die „Taeguk Warriors“ haben den Wettbewerb zuletzt 1960 gewonnen. Für Son wäre der Titel eine passende Krönung seiner Karriere, die mit dem Wechsel von Tottenham zu Los Angeles FC und dem enttäuschenden WM-Ausritt eng mit dem Ziel der WM 2026 verbunden war.
Allerdings ist auch der Termin nicht vollständig gesichert. Wegen Huthi-Angriffen auf Saudi-Arabien könnte der Asien-Cup bis 2028 verschoben werden. Die Verschiebung würde dem Team mehr Zeit geben, die interne Spaltung zu bearbeiten. Sie könnte die Situation aber auch verlängern, wenn die Führung in dieser Zeit keine gemeinsame Richtung herstellt.
Bis zu einer konkreten Entscheidung bleibt die entscheidende Aussage von Jeong Yeon-wook die schwerwiegendste: Die Führung der Nationalmannschaft sei zerbrochen. Eine unabhängige Bestätigung dafür steht im verfügbaren Bericht jedoch aus. Fest steht nur, dass die Vorwürfe öffentlich gestellt wurden, Lee Yong-soo die Frage nach Son bejahte und anschließend keine Stellungnahme abgab.
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