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The Mad Lover: Barock-Bravour mit Ecken und Kanten

Thomas Dunford und Théotime Langlois de Swarte verbinden John Eccles mit lebendigem, präzisem Barock. Die Besprechung des Guardian zeigt, wie aus einem historischen Programm ein kurzweiliges Londoner Konzert wurde.

3 Min. Lesezeit
The Mad Lover: Barock-Bravour mit Ecken und KantenAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert The Mad Lover: 75 Minuten frech und präzise.

Ein Konzert im Londoner Smith Square Hall trägt den Titel „The Mad Lover“. Hinter dem Namen steckt ein Stück aus dem Jahr 1616 mit Bühnenmusik des englischen Komponisten John Eccles. Für Lutenist Thomas Dunford und Violinist Théotime Langlois de Swarte war die historische Verbindung aber nicht der eigentliche Grund. Sie mochten schlicht den Titel, wie Dunford im Konzert erklärte.

Damit beginnt die Besprechung des Guardian weniger mit einer Werkanalyse als mit einer Beobachtung: Das Duo trägt sein Programm locker und selbstbewusst vor. Das Publikum bekommt keinen streng bemessenen Vortrag, sondern ein Konzert, bei dem die beiden Musiker sichtbar Freude an ihrem Spiel haben.

Warum „The Mad Lover“ das passende Programm ist

Der Titel ist Programm und Einladung zugleich.

Dunford und Langlois de Swarte spielen nicht ausschließlich Eccles. Aufgezeichnet ist ein 75-minütiges Programm mit Musik von Eccles und Komponisten des 17. Jahrhunderts. Der Titel des Stücks beschreibt daher nicht den kompletten inhaltlichen Umfang, sondern setzt den Ton für das ganze Projekt.

Genau diese Leichtigkeit macht den Auftritt reizvoll: Das Duo wirkt nicht, als müsse es sich durch ein schwer zugängliches Programm beweisen. Es zeigt eine persönliche Auswahl, ohne daraus eine strenge historische These zu machen. Die Besprechung des Guardian hebt dabei besonders den Gegensatz zwischen lockerer Musikgestaltung und präziser Virtuosität hervor.

75 Minuten aus Eccles und seiner Zeit

Das Programm entstand bereits im Jahr 2020.

Dunford und Langlois de Swarte nahmen die Aufnahme 2020 auf. Der Guardian hebt hervor, dass es sich bei der Londoner Darbietung um ihren ersten Auftritt in der britischen Hauptstadt mit diesem Programm handelte. Das bereits vorhandene Repertoire ermöglichte dem Duo damit eine erprobte, genau 75 Minuten lange Präsentation.

Der Auftritt selbst wird als Balance beschrieben: Auf der einen Seite freies, unprätentiöses Musizieren, auf der anderen Seite handwerkliche Genauigkeit. Gerade diese Kombination macht das Konzert mehr als eine historische Kostümveranstaltung. Eccles und seine Zeitgenossen stehen nicht bloß für eine Epoche, sondern liefern das Material für einen lebendigen Dialog zwischen zwei Instrumentalisten.

London als großer Moment – mit Pause am Festival

Smith Square Hall war Schauplatz eines besonderen Festivalabschlusses.

Das Konzert gehörte zum London Festival of Baroque Music, das sich über eine Woche erstreckte. Laut Guardian war es zugleich das letzte Festival vor einer zweijährigen Pause, weil die Spielstätte Smith Square Hall saniert wird.

Damit bekommt der Auftritt eine zusätzliche zeitliche Dimension. Er gehört nicht nur zu einem Programm über Barockmusik, sondern auch zu einer Phase, in der das Festival vorerst aus dem Londoner Spielplan verschwindet. Für das Publikum war es deshalb ein seltener Termin in einem vertrauten Rahmen.

Warum das Duo mit dem Namen überzeugt

Der Erfolg liegt in der Mischung aus Überraschung und Können.

Dunford und Langlois de Swarte wirken in dieser Besprechung weniger wie Interpreten, die eine historische Aufgabe erfüllen, sondern wie ein eingespieltes Unterhaltungsduo. Der Guardian spricht von der Menge an Spaß, den beide während des Auftritts sichtbar empfinden. Gleichzeitig hebt die Rezension ihre musikalische Präzision hervor.

Das ist eine ehrliche Einordnung: Der besondere Reiz liegt nicht nur in den Werken des John Eccles, sondern in der Haltung des Duos. Das Duo nimmt den historischen Stoff ernst, verweigert ihm aber eine steife Inszenierung.

Fazit: Ein Konzert mit Charakter

„The Mad Lover“ ist in London ein lebendiges Barockprogramm geworden: humorvoll im Titel, präzise in der Ausführung und offenbar durchgehend von Lust getragen. Die zweijährige Festivalpause macht den Abend zusätzlich zu einem Termin, den es so bald nicht wieder geben wird.

Die vollständige Besprechung im Guardian zeigt, warum der Titel trägt: Dieses Konzert verbindet historische Stoffe mit einem Duo, das selbstbewusst auftritt – vor allem dank seines Namens.

Quellen

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